Podcast | Folge: 146 | Dauer: 41:44

Von dir wurden pornografische KI-Deepfakes erstellt – Was muss sich ändern, Theresia Crone?

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[00:00:01.620] - Theresia Crone 

Digitale Gewalt ist, finde ich, so wahnsinnig unfair, weil man nie diesen Punkt hat, wo man sagen kann: Ich lass das jetzt hinter mir, das ist jetzt vorbei. Sondern es wandert immer noch in irgendwelchen Internetarchiven, Google-Suchen oder auf irgendwelchen Festplatten rum, ne? Weil meine große Angst war wirklich so, dass ich in die Uni gehe und ein Professor oder ein Kommilitone oder so, die googeln meinen Namen und dann sehen die mich so? Und wenn man einmal eine Person gesehen hat, wie sie nackt, vergewaltigt, gedemütigt dargestellt ist, glaube ich, ist es schwierig, das so wieder auszuschalten.

[00:00:40.550] - Nadia Kailouli 

Hi, herzlich willkommen bei einbiszwei - dem Podcast über Sexismus, sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. 

Ich bin Nadia Kailouli und in diesem Podcast geht es um persönliche Geschichten, um akute Missstände und um die Frage, was man tun kann, damit sich was ändert. 

Hier ist einbiszwei. Schön, dass du uns zuhörst! 

„Hey, ich glaube, das bist nicht du. Aber es gibt einen Account mit deinem Namen, deinem Gesicht und Nacktbildern.“ Diese Nachricht bekam Theresia Crone, recherchierte und entdeckte sexuelle Bilder von sich, die sie nie aufgenommen hat. Deepfakes heißen solche gefälschten Bilder oder Videos. Theresia wollte, dass die Bilder aus dem Netz verschwinden, erstattete Anzeige und was danach passiert, erzählt sie uns glücklicherweise selbst. Denn - ich freue mich total - sie ist heute bei uns. 

Dann sage ich herzlich willkommen bei einbiszwei, Theresia Crone. Schön, dass du da bist!

[00:01:33.390] - Theresia Crone 

Vielen Dank für die Einladung!

[00:01:35.100] - Nadia Kailouli 

Wir reden heute mit dir über das Thema Deepfakes unter anderem, denn du bist tatsächlich selbst betroffen. Erzähl mal, was ist dir passiert?

[00:01:44.300] - Theresia Crone 

Also ich war so 21 Jahre alt, habe damals Jura in Paris studiert und im Dezember habe ich so komische Nachrichten bekommen. Zum Beispiel hat mir jemand auf LinkedIn geschrieben unter einem Pseudonym: „Hey, ich wollte mal irgendwie nachfragen, ich schreibe jetzt seit ein paar Wochen mit dir und das ist jetzt so sehr intim. Bist du das wirklich? Weil langsam finde ich es bisschen komisch“. Und dann habe ich gesagt: „Bitte, was? Worüber redest du?“ Und habe eben festgestellt, dass es einen Fake-Account von mir gibt. Und dann ein paar Wochen später, da bin ich an Weihnachten zu meinen Eltern nach Hause gefahren und über Silvester, und es ging weiter. Und dann irgendwann hat mir jemand einen Link geschickt mit einem öffentlich zugänglichen Social-Media-Profil und meinte: „Hey, ich glaube, es gibt einen gefälschten Account von dir“. Ich bin dann darauf gegangen und habe eben also Dutzende quasi gefälschte Nacktbilder und so gesehen, die in meinem Namen mit meinem Gesicht und so veröffentlicht wurden.

[00:02:42.630] - Nadia Kailouli 

Jetzt erinnern sich natürlich super schnell die Leute, die das jetzt hören, an den Fall Collien Fernandes, was eben zuletzt sehr medial war. Im Zuge dessen ist auch dein Fall noch mal sehr medial geworden, weil du in vielen Zeitungen, Talkshows etc. zu Gast warst, um eben über diese Geschichte zu sprechen, aber auch darüber zu reden: Wie gehen wir da eigentlich in Zukunft oder überhaupt juristisch damit um? Da können wir gleich noch mal drüber reden. Aber ich würde gerne noch ein bisschen erstmal bei dir bleiben, ganz persönlich. Wie kann man dann damit umgehen? Wenn ich mir vorstelle, dass ich so eine Nachricht jetzt bekomme, was macht man dann? Wie fühlt man sich da? Das war ja furchtbar für dich.

[00:03:20.460] - Theresia Crone 

Ja, das war furchtbar. Ich meine, es ist jetzt auch schon zweieinhalb Jahre her. Ich kann nicht mehr genau sagen, was ich in dem Moment gefühlt habe, aber ich weiß, dass ich so sehr überfordert war. Ich habe mich sehr geekelt, als ich auch diese Bilder gesehen habe. Ich habe versucht, auch so wenig davon wie möglich zu sehen. Also in dem Moment, wo ich dann so das erste Bild gesehen habe, habe ich geguckt, okay, ich gucke mir das jetzt nicht weiter an, das tut mir nicht gut. Ich habe mich auch geschämt, glaube ich. Und vor allem habe ich mich, glaube ich, so ohnmächtig gefühlt. Also dieses Gefühl von so: „Heftig, was passiert hier gerade? Ich weiß gar nicht, was ich tun soll. Ich habe doch das gar nicht gemacht. Ich habe doch nie gesagt, dass das okay ist.“

 Deepfakes waren ja auch noch nicht so das Phänomen, wie es jetzt ist, dass das jeder kennt, ne? Also 2023 gab es so einzelne Fälle in den Medien, aber das war jetzt kein - also es war mir nicht so bekannt, dass das auch quasi normalen Menschen passiert, wie ich, oder einfach so einer Studentin, die sich bisschen politisch engagiert. Genau. Also da sind auf jeden Fall in den nächsten Tagen super viele Emotionen auf mich eingeprasselt. Ich glaube, viele habe ich auch so ein bisschen in eine Box getan und dann irgendwo in meinem Kopf abgelegt, weil ich auch Prüfungsphase hatte und eigentlich gar keine Zeit dafür hatte, damit auseinanderzusetzen, wie ich mich jetzt damit fühle. Sondern ich glaube, ich bin in so einen Überlebenskampfmodus umgeschaltet.

[00:04:40.200] - Nadia Kailouli 

Ja, das eine ist ja zu sehen: Okay, das gibt es, da hat jemand was von mir erstellt. Man fühlt sich, wie du gerade gesagt hast, irgendwie ohnmächtig, will sich irgendwie rechtfertigen. „Ich bin das nicht, das war ich nicht!“ Aber kommt dann ziemlich schnell die Frage: Wer war das? Wer hat das gemacht?

[00:04:55.370] - Theresia Crone 

Ich glaube, für mich war relativ schnell klar, dass es ja nicht nur eine Person ist, weil ich habe ja gesehen, dass dieser Account - wenn man eine Sekunde drüber nachdenkt, sieht man, dass der nicht von mir kommen kann. Wenn man sich einmal mit mir auseinandersetzt, einmal meinen Namen googelt, dann kann man glaube ich relativ schnell sehen, dass das nicht zu mir passt. Ich glaube auch, viele der Bilder waren erkennbar als gefälscht und deswegen war für mich relativ schnell klar, dass das nicht nur eine Person ist, sondern dass ganz viele Leute da mitmachen. Und das hat mich, glaube ich, fast noch mehr so getroffen, zu sehen, dass es nicht nur eine Person ist, die das in so einem Vakuum macht, sondern dass es dann vor allem Männer, muss man ja sagen, sind, die kommentieren, die Person auch so ein bisschen anfeuern, das liken, teilen. Und ich glaube, das hat mir noch mal mehr irgendwie so ein auch Vertrauensverlust gegeben in so, weiß ich nicht, die Menschheit oder so, zu sehen, dass da, dass es eben mehrere Personen sind. Ja.

[00:05:50.270] - Nadia Kailouli 

Trotzdem wolltest du wissen, wer war Initiator? Also wer hat das überhaupt, ich sage jetzt mal blöd, ins Leben gerufen von dir, Deepfakes zu erstellen?

[00:05:59.900] - Theresia Crone 

Ich glaube, meine Nummer Eins Priorität war, dass es aufhört. Ich wollte einfach, dass es aufhört. Weil jeden Tag ist ja was Neues gepostet worden und jeden Tag habe ich deswegen auch Nachrichten bekommen von Leuten, die quasi darauf angespielt haben, die mich dann provozieren wollten oder die dann auch Drohungen mir gegenüber oder Beleidigungen mir gegenüber ausgesprochen haben. Und ich glaube, das Zweite war, dass ich unbedingt wollte, dass man diese Bilder nicht mehr findet, wenn man meinen Namen eingibt. Weil meine große Angst war wirklich so, dass ich in die Uni gehe und ein Professor oder ein Kommilitone oder so, die googeln meinen Namen und dann sehen die mich so. Ich glaube, das lag auch daran, diese Angst davor, weil ich glaube, ich mich selbst auch anders gesehen habe, nachdem ich diese Bilder gesehen habe. Und ich hatte Angst, dass andere Menschen mich dann auch anders sehen, weil Bilder kann man ja nicht so richtig aus dem Gedächtnis löschen. Und wenn man einmal eine Person gesehen hat, wie sie nackt, vergewaltigt, gedemütigt dargestellt ist, glaube ich, ist es schwierig, das so wieder auszuschalten.

[00:07:03.210] - Nadia Kailouli 

Was hast du dann unternommen, um das zu erreichen, zu sagen: Ich will, dass das aufhört, ich will, dass nicht neue Fotos von mir gedeepfaked werden?

[00:07:11.730] - Theresia Crone 

Ich habe relativ schnell - also ich glaube am nächsten Tag oder zwei Tage später - eine Strafanzeige erstattet und habe mich aber auch sofort an HateAid gewandt, also eine Organisation, die Betroffene von digitaler Gewalt unterstützt. Die haben mir zügig einen Anwalt zur Verfügung gestellt. Ich habe mich auch an Freunde gewandt und gefragt, ob die diese Bilder und so für mich dokumentieren können, weil mir klar war, das kann später in einem Verfahren relevant werden. Aber ich möchte diese Bilder nicht sehen. Aber ich glaube, es ist gut, wenn jemand einmal drüber guckt und auch einen Umfang des Problems quasi so ein bisschen feststellen kann, bisschen gucken kann, ist das eskalierend, machen da immer mehr Menschen mit. Also einfach, dass ich weiß, dass jemand drauf guckt und ich nicht das machen muss. Genau, das hat auf jeden Fall geholfen, da auch Menschen um Hilfe zu bitten. Und sich an eine professionelle Organisation zu wenden war, glaube ich, auch eine sehr, sehr gute Entscheidung.

[00:08:11.050] - Nadia Kailouli 

Ja, hast du es aber dann dadurch auch geschafft, dass man, wenn man dich googelt, auf diese Bilder nicht sofort stößt?

[00:08:17.790] - Theresia Crone 

Also es war relativ schnell so, dass die Polizei mir gesagt hat: Wir haben einen mutmaßlichen Täter - nach nur drei Wochen! Das ist ultra schnell und auch absolut die Ausnahme. Aber man muss dann wirklich sagen, wohl, dass der Haupttäter, sage ich mal, also die Person, die dieses Profil gepflegt hat, sich nicht so klug angestellt hat, in der Weise dabei, die eigene Identität zu verstecken. Und dann war das Schwierigere, tatsächlich die Bilder gelöscht zu kriegen. Und da war es so, das hat, glaube ich, mehrere Monate gedauert. Und dann, als der Account dann endlich gelöscht war, wurde dann ein neuer Account erstellt von dem Täter. Und diesmal hat er dann nicht mehr quasi pornografische Deepfakes geteilt, aber halt immer noch in meinem Namen so Fetisch-Content geteilt und so. Also jedes Mal, wenn ich so dachte: Jetzt ist es vorbei, jetzt geht's voran. Die Polizei weiß jetzt, wer es ist - ging es immer weiter. 

Und das war so ganz schwierig, weil ich nie diesen Moment hatte, wo ich sagen konnte: So, jetzt ist das vorbei, jetzt kann ich abschließen. Jetzt kann ich einmal tief durchatmen, mein Leben weiterleben. Genau, und deswegen sage ich auch mal, digitale Gewalt ist, finde ich, so wahnsinnig unfair, weil man nie diesen Punkt hat, wo man sagen kann: Ich lass das jetzt hinter mir, das ist jetzt vorbei. Sondern es wandert immer noch in irgendwelchen Internetarchiven, Google-Suchen oder auf irgendwelchen Festplatten rum, ne.

[00:09:40.430] - Nadia Kailouli 

Jetzt, ich versuche die ganze Zeit für mich jetzt zu definieren, okay, was würde ich jetzt machen? Das ist so blöd, ne, weil es sitzt ja jemand mir gegenüber, dem das was passiert ist. Aber ist man dann nicht wahnsinnig sauer auch auf diese Plattform? Also dass diese Plattform das überhaupt zulässt? Ich glaube, das war... Auf Instagram hattest du ja auch einen Account, oder? War das auf Instagram?

[00:09:58.490] - Theresia Crone 

Ich sag den Namen der großen Social-Media-Plattform nicht, weil man dann theoretisch, glaube ich, also ein bisschen diese Bilder im Internet immer noch finden könnte, wenn man sich geschickt anstellt.

[00:10:08.650] - Nadia Kailouli 

Okay, verstehe. Also lassen wir die Plattform weg, welche es jetzt am Ende war. Aber ist man sauer auf diese Plattform, dass es Plattformen gibt, die das überhaupt ermöglichen und zulassen, dass das...dass so Content erstellt werden kann.

[00:10:20.990] - Theresia Crone 

Ja, komplett. Also ich will jetzt auch nicht in der Geschichte zu weit nach vorne springen, aber ich setze mich heute auch relativ bewusst für Plattformregulierung ein. Also für mich gibt es hier nicht nur ein Problem im Strafrecht, wie man vielleicht im ersten Moment denkt, sondern definitiv auch ein Problem damit, dass es real Apps und Plattformen gibt, die daran verdienen, dass Frauen wie ich in der Öffentlichkeit gedemütigt werden, Gewalt erfahren, bewusst aus dem politischen Diskurs gedrängt werden. Und das sind nicht nur Frauen in der Öffentlichkeit, das sind auch Schülerinnen und Schüler, das sind Studentinnen, das sind einfach normale Menschen. Meistens sind es Täter aus dem Umfeld, aber nicht immer. 

Und mich macht das wirklich, wirklich wütend, dass diese Plattformen, dass wir denen das durchgehen lassen auf eine Art. Und dass selbst wenn man irgendwie es schafft, da Gerichtsbeschlüsse zu bekommen oder so, dass es dann daran scheitert, dass man das Urteil nicht zustellen kann oder dass die Verfahren, die wir da führen Jahre brauchen, weil gerade wenn das große Plattformen sind, liegt die Verantwortung dafür auf der EU-Ebene. Also es ist einfach ein riesen komplexes Thema, aber insgesamt kann man, glaube ich, schon sagen, die Plattformen drücken sich bewusst vor der Verantwortung, die sie haben. Und ich habe das Gefühl, wir lassen es ihnen als Gesellschaft leider auch manchmal ein bisschen durchgehen.

[00:11:41.780] - Nadia Kailouli 

Jetzt muss man sagen, hast du sehr, sehr schnell, sehr, sehr gut reagiert und agiert, indem du gesagt hast: Okay, ich stelle Strafanzeige, ich hole mir Hilfe bei HateAid. Aber es ist ja so, dass es sehr, sehr vielen Frauen passiert. Viele bekommen es noch nicht mal mit, dass ihnen das passiert ist. Ist das am Ende so, man muss dann selber dafür kämpfen oder liegt die Stellschraube doch woanders, damit Frauen besser geschützt werden vor dieser Form der digitalen Gewalt?

[00:12:11.890] - Theresia Crone 

Mein Fall ist, glaube ich, wirklich die absolute Ausnahme. Das ist mir auch immer wichtig zu sagen. Ich bin einer der ganz wenigen Fälle, ich glaube sogar immer noch der einzige öffentlich bekannte Fall, wo es wirklich auch zu einem Urteil kam. Es liegt daran, dass es Schutzlücken im Strafrecht gibt und pornografische Deepfakes nicht explizit strafbar sind. Das Herstellen gar nicht und das Verbreiten nur, wenn zum Beispiel auch in dem Namen der Person das Bild verbreitet wird oder wenn eine Verleumdung vorliegt oder so. Also es ist auf jeden Fall nicht so leicht, da juristisch gegen vorzugehen. Und eigentlich alle anderen Fälle, die ich kenne, mit Ausnahme von einem anderen Fall, da wurden die Verfahren immer eingestellt, weil die Staatsanwaltschaften sagen, es gibt kein öffentliches Interesse oder weil sie sagen, sie können die Täter nicht ermitteln. 

Und mein Fall ist, glaube ich, auch besonders, weil ich natürlich in einer ganz besonderen Situation war. Ich habe Jura studiert damals. Ich habe zu dem Zeitpunkt seit fünf Jahren schon Aktivismus gemacht. Das heißt, ich kannte das Phänomen von digitaler Gewalt und ich hatte auch anderen Aktivistinnen zum Beispiel immer wieder geholfen, wenn die das erlebt haben. Also jetzt nicht pornografische Deepfakes, aber ich wusste, dass es HateAid gibt. Ich wusste, wie ich am besten eine Anzeige stelle, sodass sie direkt bearbeitet wird. Ich habe die Sprache der Beamten gesprochen, weil ich als Jurastudentin natürlich so ein bisschen wusste, wie eine Staatsanwaltschaft, eine Polizeibehörde funktioniert und so. Und deswegen war es mir möglich - und auch weil ich die emotionalen Kapazitäten hatte, ne, war es mir möglich - mich da richtig reinzuwerfen und jede Woche Mails zu schreiben und immer wieder nachzuhaken und immer wieder anzurufen: „Hey, wie sieht's denn eigentlich aus? Seid ihr weitergekommen mit der Ermittlung?“ Aber das können die wenigsten, und das kann man auch nicht erwarten, meiner Meinung nach, ne. Also eigentlich hat der Staat ja eine gewisse Schutzpflicht, dass wenn Frauen Gewalt erfahren und das melden, dass der Staat sich dann darum kümmert, a) dass sie geschützt werden vor weiteren Eingriffen in ihre Rechte, aber auch natürlich, dass die Taten, die erfolgt sind, strafrechtlich verfolgt werden. 

Und ich glaube, bisher kommt der Staat dieser Pflicht noch nicht so gut nach. Und das hat viele Gründe, ne. Also das ist mit einem Gesetz nicht geändert und mit einem neuen Paragraphen nicht. Aber ja, deswegen glaube ich, ist meine Geschichte gar kein Beweis dafür, dass es doch funktionieren kann, sondern dass es in meinem Fall überhaupt zu einem Urteil kam, ist für mich ein Zufallstreffer, aber keine, keine Erfolgsgeschichte oder kein Beweis.

[00:14:51.660] - Nadia Kailouli 

Kannst du uns einmal sagen, was verurteilt wurde? Also was war der Straftatbestand?

[00:14:56.240] - Theresia Crone 

Genau. Also gegen den einen Täter, der mindestens einen dieser Accounts geführt hat, erging ein Strafbefehl wegen Nachstellung. Also das ist Stalking im Prinzip, ne? Das ist der §238 im Strafgesetzbuch, weil eben man nicht Accounts im Namen von anderen Menschen führen darf. Dann gab es einen... Die Geldstrafe ist auch ergangen wegen Verleumdung, also weil quasi über mich Sachen gesagt wurden, die nicht stimmen. Und dann das Dritte ist ein Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz. Das ist ein bisschen abstrakt, aber im Prinzip gibt es ein Recht am eigenen Bild. Dieses Gesetz gibt es, glaube ich, seit 150 Jahren oder so. Also das ist uralt und hat einen ganz anderen Hintergrund. Da hat man nicht an Deepfakes gedacht. Und genau diese drei Paragraphen wurden quasi angewendet und dann wurde eine Geldstrafe verhängt.

[00:15:45.770] - Nadia Kailouli 

Hast du deinen Anwalt selbst dahingehend beraten, welche Möglichkeiten es gibt, oder hattest du einen Anwalt, der selbst drauf gekommen ist, dass wir doch Urheberrecht und Verleumdung und Nachstellung und so als Fälle anzeigen können?

[00:15:58.890] - Theresia Crone 

Also als ich die Anzeige gestellt habe, habe ich ja - also man muss ja nicht sagen, ich will eine Strafanzeige stellen wegen dem und dem Paragraphen. Also das habe ich da jetzt nicht gesagt, sondern ich habe einfach nur gesagt, was passiert ist. Und ich hätte sehr, sehr gerne noch ein paar juristische Argumentationen gegenüber der Staatsanwaltschaft eingebracht und mein Anwalt sicherlich auch. Der ist da sehr fit. Aber die Möglichkeit hatten wir einfach gar nicht, weil ich nie darüber informiert wurde, dass eine Anklage erhoben wurde. Das heißt, ich habe von dem Urteil von einem Journalisten erfahren, viele Monate nachdem das Urteil verhängt wurde. Deswegen konnte ich nicht als Nebenklägerin auftreten. Deswegen konnte ich meine Gedanken da auch gar nicht einfließen lassen.

[00:16:41.540] - Nadia Kailouli 

Aber du bist doch die, die es angezeigt hat. Muss man da nicht eingebunden werden?

[00:16:45.050] - Theresia Crone 

Nee.

[00:16:45.850] - Nadia Kailouli 

Das ist ja absurd. Also hier erfahre ich immer Sachen, die mich selbst noch mal umhauen. Wirklich?

[00:16:51.240] - Theresia Crone 

Also es ist so, dass wenn man quasi einen Antrag auf Akteneinsicht über die Anwältin stellen lässt, dann ist es so, dass die Staatsanwaltschaft - in einem laufenden Ermittlungsverfahren muss einem eine Mitteilung machen. Also entweder die sagen - das haben sie bei mir immer wieder gesagt - immer wenn ich so eine Anfrage gestellt habe, hieß es: Wir bearbeiten das gerade oder die Akten sind gerade woanders und werden dort bearbeitet, deswegen könnt ihr das nicht sehen. Aber das heißt, ich glaube, wir haben dreimal eine Einsicht beantragt und dreimal gab es so eine Antwort von wegen: Jetzt gerade nicht, sorry. Und danach muss man nicht mehr informiert werden. Also juristisch muss das Gericht einen nicht informieren, weil man ja in den Augen des Gerichts quasi eher eine Zeugin ist und kein Opfer. 

Weil das Strafrecht dient ja dazu, quasi - Verhalten, die wir als Gesellschaft als besonders gefährlich oder besonders ablehnungswürdig begreifen, die verfolgt der Staat im Namen quasi unserer Gesellschaft. Aber es geht ja gar nicht darum, irgendwie die Interessen des Opfers so sehr zu berücksichtigen. Also ich bin der Meinung, das ist auch ein bisschen kurz gedacht, aber das wäre jetzt so ein Argument, warum quasi das Gericht nicht verpflichtet ist, Opfern mitzuteilen, was passiert.

[00:18:05.160] - Nadia Kailouli 

Also okay, das heißt, du hast per Zufall eigentlich erfahren, dass das, was du angezeigt hast, strafrechtlich verfolgt worden ist und es da zu einem Urteil kam. Zwar nicht, weil... Das ist ja einfach noch nicht strafbar, das Erstellen von Deepfakes. Aber wenn wir jetzt schon mal so juristisch miteinander reden, dann lass uns vielleicht auch darüber reden, dass es ja nun einen Gesetzesentwurf gibt, einen Vorschlag gibt von der Justizministerin Hubig. Mit der saßt du ja auch schon in Talkshows zusammen und ihr habt gemeinsam darüber gesprochen. Was hat das mit dir gemacht? Wie findest du das, dass die Justizministerin da jetzt so eine Idee hat, wie man Deepfakes unter Strafe stellen könnte? Es ist ja alles noch gar nicht beschlossen und durch.

[00:18:44.420] - Theresia Crone 

Also erstmal finde ich das natürlich super, wenn es vorangeht. Ich finde auch, das sollte strafbar sein. Vielleicht auch damit es mehr Urteile in der Zukunft gibt und ich nicht da so ein Einhorn in der Menge bin, wo es überhaupt mal ein Urteil gab. Und weil ich auch einfach glaube, es ist ein Massenphänomen, ne? Wir erleben das immer häufiger. Diese Gewalt kann man in drei Sekunden quasi erstellen und verbreiten. Ich habe das auch selbst ein paar Mal ausprobiert, ne, dass ich so gucke. Zum Beispiel kann ich persönlich auf X, auf Grok, kann ich weiterhin solche Deepfakes auch erstellen. Habe ich immer wieder ausgetestet, geht immer noch. Finde ich krass. Wir reden da seit Januar drüber. Und diese Strafbarkeitslücke zu schließen, ist, glaube ich, ein wichtiger erster Schritt. Ich glaube, es reicht nicht, weil ich glaube, was meine Geschichte jetzt vielleicht auch schon ein bisschen deutlich gemacht hat, ist, dass es an viel, viel mehr Stellen noch Änderungen braucht. Also bei den Plattformen, in der Gesellschaft, bei den Behörden. 

Das Lustige ist ja, dass...Ich finde es wie gesagt gut, dass Hubig das jetzt angekündigt hat. Ich hoffe, es kommt dann auch bald, weil Deutschland tatsächlich verpflichtet dazu ist. Es gibt eine EU-Gewaltschutzrichtlinie, also gegen Gewalt gegen Frauen. Und die besagt, dass bis Sommer nächsten Jahres 2027 müssen alle EU-Mitgliedsstaaten das Verbreiten von pornografischen Deepfakes unter Strafe stellen. Und die alte Bundesregierung oder der alte Bundesjustizminister war quasi der Meinung, Deutschland würde das schon tun, weil es gibt ja den Verleumdungsparagraphen und so. Man hat, glaube ich, übersehen, dass das in vielen Fällen gar nicht anwendbar ist, sondern nur, wenn eben noch andere Sachen dazukommen. Deswegen kommt das alles ein bisschen spät, meiner Meinung nach. Und es ist natürlich gut, dass es kommt, aber es kommt sehr spät und es reicht auch nicht. Auch wenn man sich nur den Paragraphen selbst anguckt. Denn aktuell soll quasi nur das Erstellen und Verbreiten pornografischer Deepfakes unter Strafe gestellt werden. Nicht aber zum Beispiel von sexualisierten Deepfakes. Also wenn jemand von mir ein Bikinifoto erstellt oder ein Foto in einer sexualisierten Pose mit einer, mit Reizunterwäsche, dann wäre das immer noch nicht unter Strafe.

[00:20:57.320] - Nadia Kailouli 

Das ist absurd.

[00:20:58.730] - Theresia Crone 

Ja.

[00:20:59.540] - Nadia Kailouli 

Ich finde das einfach so absurd. Also das ist halt, da sind wir eigentlich wieder ganz schnell bei eigentlich der Debatte, wo fängt Gewalt überhaupt an? Und ich finde ja ganz klar, Gewalt, digitale Gewalt fängt ja nicht erst damit an, dass man eine Frau abbildet, die misshandelt wird oder die in aktiven Sexualhandlungen abgebildet wird, sondern eben, ich finde, digitale Gewalt fängt auch damit an, dass man dich in Unterwäsche abbildet. Solange du nicht das bist und das wolltest, ist das für mich digitale Gewalt. Ich verstehe nicht, worüber wir hier reden. Aber gut, das ist jetzt meine Meinung dazu und ich glaube, viele teilen die auch. 

Was ich mich jetzt frage, wie du dazu stehst: Bei dir war es jetzt mal so, der Täter konnte ausfindig gemacht werden. Ja, du konntest da ganz gezielt eine Person anzeigen. Das Ganze spielt ja aber in einem absolut anonymen Raum ja oft. Daher die Frage: Macht das alles überhaupt Sinn, solange wir nicht wissen, wer steckt denn dahinter, solange wir dieses Netz als anonymen Raum tolerieren?

[00:21:57.100] - Theresia Crone 

Also ich glaube, es ist wichtig, dass Betroffene die Möglichkeit haben, über zum Beispiel Auskunftsgesuche die Identität der Täter herauszufinden. Ich glaube, und das ist jetzt zum Beispiel in dem aktuellen Gesetzesentwurf auch geplant, also es gibt einen strafrechtlichen Teil, da geht es darum, Deepfakes strafbar zu machen. Und dann gibt's einen zivilrechtlichen Teil, da geht's darum, wie können Betroffene quasi z.B. auch Schmerzensgeld bekommen, wie können die gegen Plattformen vorgehen, wenn sowas passiert und so weiter. Und da ist das eben adressiert. Ich glaube, es ist keine gute Idee, eine Klarnamenpflicht einzuführen. Also ich bin da kein Fan von, einfach weil ich glaube, dass es ganz wichtig ist, dass es Orte gibt im Internet, wo man, ohne dass man man direkt alles auf eine Person zurückführen kann, sich austauschen kann. Also, wenn ich daran denke, ich habe angefangen, mit 17 Aktivismus zu machen, und für mich war das damals so wichtig, im Internet mir so die politische Meinung von anderen Menschen durchzulesen oder Video-Essays anzugucken. 

Und wenn ich dann daran denke, dass das alles hätte unter meinem Klarnamen erfolgen müssen, in den Diskurs gehen, in den Austausch, dann wäre das schon irgendwie - also dann hätte mich das auch eingeschränkt darin, meine Persönlichkeit weiterzuentwickeln. Ich möchte auch an queere Jugendliche im ländlichen Raum denken, die in sehr patriarchal geprägten Communities leben und dann dadurch quasi sich selbst entdecken können, dass sie auch mal anonym sich austauschen können. Übrigens, auch Opfer von häuslicher Gewalt tauschen sich anonym auf Facebook aus und äußern vielleicht dort das erste Mal: Hey, ich befinde mich in einer schwierigen Situation. Bekommen dort Tipps, wie sie sich trennen können, wie sie vielleicht ihr Leben nach einer missbräuchlichen Beziehung gestalten können. Und ich glaube, all das würden wir wegnehmen, während es viel, viel bessere Möglichkeiten gibt, trotzdem Strafverfolgung möglich zu machen. Aber ein großer Aspekt, warum Strafverfolgung im digitalen Raum halt aktuell nicht funktioniert, ist tatsächlich, dass die Behörden ganz oft nicht mitspielen. Und das lassen wir denen durchgehen.

[00:24:05.410] - Nadia Kailouli 

Was meinst du damit genau?

[00:24:06.690] - Theresia Crone 

Telegram zum Beispiel ist eine Plattform, von der wir wissen, da gibt es Chatgruppen, wo Männer sich darüber austauschen, wie sie Frauen betäuben können und vergewaltigen können. So, ganz zu schweigen von rechtsextremen und anderen extremistischen Chatgruppen dort. Telegram ist ein Unternehmen, was sagt, wir arbeiten nicht mit deutschen Behörden zusammen, Punkt. Mit der Ausnahme von so terroristischen Sachen und so, also mit so ganz krassen Fällen. Aber das heißt ja auch, dass alles, was auf Telegram passiert, da ist es quasi ganz schwierig, das zu verfolgen, weil die Polizeibehörden, die Staatsanwaltschaften und so die Daten von Telegram gar nicht erst bekommen, ne. Und ich finde das eigentlich krass, weil wir damit sagen, wenn ich auf einem Marktplatz mich austausche mit anderen oder denen irgendwie ein Fläschchen gebe, wo Betäubungsmittel drin ist und das nutzen die dann, dann wird das strafrechtlich verfolgt oder auch behördlich verfolgt. In dem Moment, wo ich das online mache - weil da eine Plattform ist, die sagt, wir arbeiten nicht mit euch zusammen - lassen wir das durchgehen? Also das finde ich, kann nicht sein.

[00:25:14.670] - Nadia Kailouli 

Du meinst, dass sozusagen der Staat da strenger sein müsste mit dem Anbieter, zu sagen, okay, wenn Telegram nicht bereit ist zu kooperieren in Strafermittlungsverfahren, dass sie da die Daten rausrücken, wenn es einfach einen Verdachtsfall gibt oder so, dass man sagt: Okay, dann ist diese Plattform für Deutschland, für die EU einfach gesperrt, dass man die einfach hier dann eigentlich nicht nutzen kann. Habe ich dich damit richtig verstanden?

[00:25:37.190] - Theresia Crone 

Also Sperren sind ja immer immer die letzte, das letzte Werkzeug, ne. Also die EU kann zum Beispiel gegen Social-Media-Plattformen im Rahmen des Digital Services Act quasi Strafen verhängen. Es gibt auch andere Möglichkeiten, quasi über gerichtliche Beschlüsse erstmal Sachen durchzukriegen, oder....Also ich bin immer vorsichtig, Sachen direkt zu verbieten, aber wenn das die Ultima Ratio ist, also das allerletzte Mittel, nachdem man alles versucht hat und es da keine Kooperation gibt und so, dann müssen wir, glaube ich, Plattformen, die Geld damit verdienen, dass sie Gewalt Raum geben, Plattform geben, dann kann das sicherlich auch eine Maßnahme sein.

[00:26:17.950] - Nadia Kailouli 

Aber ist es nicht so, weil du jetzt den Digital Services Act angesprochen hast, da haben wir ja auch in der Vergangenheit gesehen: Ja super, wir haben da was niedergeschrieben, ja, wo Plattformen sich eigentlich an ein gewisses Regelwerk zu halten haben. Aber de facto, wenn es dann dazu kommt, sieht man, dann scheitert es dann doch immer mal wieder. Ja, weil die, keine Ahnung, Twitter sitzt dann irgendwo, ich weiß nicht wo, sind gemeldet und dann mein Gott, und dann diese 1.000 € Strafe, dann zahlt man die halt dann lieber, bevor man hier sein ganzes Konstrukt dieser Plattform umdenkt für die EU, sage ich mal. Also so richtig gegriffen hat das ja auch nicht immer oder richtig gut.

[00:26:53.470] - Theresia Crone 

Ja, also genau, bei der Umsetzung gibt's große Probleme. Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, weil ich glaube, das kann auch langweilig werden. Aber das liegt ja nicht daran, dass wir die Gesetze nicht hätten, sondern dass wir die Umsetzung nicht gut machen. Also ich glaube, es braucht zum Beispiel auch auf deutscher Ebene viel, viel mehr Personal, also bei der Bundesnetzagentur, die in Deutschland dafür zuständig sind. Und die Strafen, das sind nicht 1.000 €, ne? Also fact-checkt das gerne noch mal, aber wenn ich mich nicht täusche, kann nach dem DSA eine Strafe bis zu 6% des globalen Umsatzes einer Plattform verhängt werden. Das tut weh. Das sind ja also Milliarden von Euro, die da verhängt werden können - theoretisch. Aber natürlich ist es auch so, dass die EU gleichzeitig mit den USA über Zölle verhandelt während sie verantwortlich sind dafür, US-Tech-Konzerne zu regulieren. Also man sieht, da gibt es natürlich auch...

[00:27:46.880] - Nadia Kailouli 

Es ist ein absolutes Machtspiel natürlich. Aber gut, wir sind jetzt eben nicht so weit, dass wir sagen können, Telegram öffnet sich den deutschen Behörden. Das haben ja die Recherchen, die du gerade erwähnt hast, auch gezeigt. Aber was würdest du jetzt sagen, wie ist jetzt der richtige Umgang? Ich habe schon das Gefühl, dass viele Sorge haben: "Oh Gott, passiert mir das auch?" Ich habe auch das Gefühl, umso mehr wir darüber reden, desto mehr stiften wir Idioten erst damit an zu sagen, ich probiere das jetzt auch mal aus.

[00:28:14.260] - Theresia Crone 

Wirklich?

[00:28:15.320] - Nadia Kailouli 

Findest du nicht? Ich habe immer das Gefühl, so umso mehr wir... Zum Beispiel gerade habe ich mir gedacht, oh Gott, das Tool, was du gerade genannt hast, dachte ich so, oh Gott, können wir das nicht lieber piepsen? Dann hört das jemand, dann probiere ich das auch.

[00:28:25.440] - Theresia Crone 

Es gab ja auch große öffentliche Berichterstattung darüber.

[00:28:27.460] - Nadia Kailouli 

Ja, aber ich denke mir, jede Verstreuung, egal wo, muss man doch verhindern, um nicht Leute noch zu motivieren zu sagen: Hey, ich probiere das jetzt auch aus.

[00:28:36.740] - Theresia Crone 

Mir schreiben tatsächlich in Kommentaren und so immer wieder Männer, dass sie früher so was gemacht haben oder dass sie früher dachten, das wäre okay, wenn sie so was konsumieren. Und dass aber dadurch, dass Frauen wie ich oder auch Collien Fernandes öffentlich darüber geredet haben, was das für sie bedeutet hat und wie sehr sie das verletzt hat, dass sie seitdem verstehen, dass es nicht okay ist.

[00:28:58.830] - Nadia Kailouli 

Ah, das ist ein interessanter Aspekt.

[00:29:00.680] - Theresia Crone 

Also ich finde es immer noch crazy, dass man quasi erklären muss, dass Frauen Menschen sind, die Gefühle haben. Aber anscheinend bringt das was.

[00:29:10.990] - Nadia Kailouli 

Bringt das was...Ja, aber das ist natürlich auch das, was man sich immer so gefragt hat. Es muss ja einen Konsumenten geben für das, was da erstellt worden ist. Aber es ist ja interessant, wenn du sagst, dass Männer dir geschrieben haben und gesagt haben...

[00:29:22.190] - Theresia Crone 

Ich wusste auch nicht so richtig, was ich mit den Nachrichten anfangen soll. Also ich war auch so, soll ich jetzt sagen, danke, dass du nicht sexuelle Gewalt unterstützt, also so, okay, zur Kenntnis genommen.

[00:29:37.040] - Nadia Kailouli 

Ja, es ist interessant. Ich bin jetzt auch,...Bei mir tickert es jetzt auch im Gehirn, weil ich mir jetzt auch denke, wie ist jetzt meine Haltung dazu? Dieses Applaudieren, super, dass ihr durch die Gespräche, die ihr gesehen habt, und durch das Offenlegen von Gefühlen, die du geteilt hast, die Collien Fernandes geteilt hat, nach dem Motto: Ich fühle mich damit missbraucht, auch wenn das nur ein künstlich erstelltes Foto von mir ist, so dass man das erst braucht, um zu verstehen, das tut denen doch weh. Ich will ja niemanden verletzen und ich will ja nicht einer von diesen Männern sein. Über die sie gerade reden. Das ist interessant.

[00:30:09.700] - Theresia Crone 

Aber das ist tatsächlich auch spannend, weil zum Beispiel gibt's auch immer wieder die Diskussion jetzt beim Gesetz gegen digitale Gewalt. Da sollen, ich glaube, zwei Jahre Freiheitsstrafe soll das Maximum sein für das Verbot von pornografischen Deepfakes. Und da gibt's immer die Frage: Reicht das denn? Und ich finde es ganz spannend, weil tatsächlich das Effektivste, um Straftaten vorzubeugen - und wir wollen ja nicht nur bestrafen, weil wir so gerne Leute bestrafen, sondern wollen ja vor allem einfach gucken, dass das nicht mehr so oft passiert - einer der zentralsten Faktoren ist, ob mein Umfeld denkt, dass etwas okay ist. Also wir lassen uns in unserem moralischen Verständnis oder in unserer Einschätzung sehr davon leiten, was unsere Familie, unsere Freunde denken, was dort als so Werte existieren. 

Das heißt aber auch, wenn wir Männern - und es sind ja die Täter, sind meistens Männer bei pornografischen Deepfakes und die Opfer meistens Frauen, zu so 99% - wenn wir wollen, dass Männer diese Taten nicht mehr begehen, ist es also ganz entscheidend, ob ihre, vor allem auch männlichen Freunde, ihre Homies, ja, denken, dass das okay ist. Das heißt, das ist total wichtig, dass wir gucken, dass es so gesamtgesellschaftlich einfach verurteilt wird, so was zu machen, und als schlecht und als zu verurteilenswert gesehen wird, weil das einen größeren Effekt darauf haben kann, ob eine Straftat begangen wird oder nicht, als jetzt, ob da zwei Jahre oder fünf Jahre maximale Freiheitsstrafe steht. Aber es gibt ja auch total Sinn, weil bevor ich handle, gucke ich jetzt nicht ins Strafgesetzbuch, ob da zwei Jahre oder fünf Jahre steht.

[00:31:47.270] - Nadia Kailouli 

Ja, klar. Aber wenn dein Kumpel sagt: Ey Digga, bist du irre? Mach das nicht! Das ist echt scheiße von dir! Dann macht das vielleicht was mit einem. Aber was hat das mit dir gemacht? Ich meine, mit dir, dein Fall hast du gesagt, der liegt jetzt zweieinhalb Jahre, drei Jahre ungefähr zurück. Und dann kam eben der Fall Collien Fernandes ans Licht. Der ist ja auch schon lange bekannt, dass ihr das was passiert ist. Aber interessanterweise, jetzt wo ein direkter Täter sozusagen mit adressiert worden ist, ging die Debatte ja noch mal richtig los. Die Öffentlichkeit, es gab wochenlang kaum ein anderes Thema mehr, zu Recht. 

Viele, viele Menschen haben sich solidarisiert, sind auf die Straße gegangen. Ich korrigiere mich, viele, viele Frauen. Das muss man, glaube ich, an der Stelle auch sagen, dass zwar auch ein paar Männer dabei sind, aber vor allem sind sehr, sehr viele Frauen auf die Straße gegangen und haben sich dafür eingesetzt, dass dieses Thema digitale Gewalt oder Gewalt gegenüber Frauen einfach mehr Relevanz bekommen muss. Und in diesem Zuge bist du halt einfach auch noch mal mit auf die Spielbühne gerufen worden. Ja, du hast viele Interviews gegeben. Wie gesagt, du warst in Talkshows und so. Wie war das für dich, nach drei Jahren mit dem eigenen Fall jetzt noch mal so präsent darüber zu sprechen und zu sehen, da ist eine Bewegung? Also wie hast du diese Zeit jetzt, die letzten Monate erlebt?

[00:32:59.870] - Theresia Crone 

Das hat natürlich total viel so wieder hochgeholt und ich glaube, ich hatte da auch in unterschiedlichen Situationen unterschiedliche Gefühle. Aber ich glaube, am meisten habe ich es gefühlt, als ich auf der Bühne vorm Brandenburger Tor stand. Freundinnen von mir und die Initiative  "Nur Ja heißt Ja!" haben eine Demo organisiert. Also das war am Sonntag, nachdem am Mittwoch oder Donnerstag damals die Spiegelrecherche veröffentlicht wurde. Und in 48 Stunden wurde diese Demo organisiert. Das war total improvisiert. Also ich weiß noch, wir hatten keine Treppe zu der Bühne, sondern ich musste über so eine wacklige Getränkekiste steigen. Und trotzdem waren 12.000 Menschen da, ne, bei einer spontan organisierten Demo. Und ich stand dann da und war, glaube ich, auch die erste Rednerin und fand es halt so heftig, weil ich mich, glaube ich, mit dieser Deepfake-Erfahrung für mehrere Jahre so richtig einfach allein gefühlt habe. Denn einen Großteil der Zeit durfte ich darüber öffentlich nicht reden, weil das hätte das Verfahren gefährdet. Also hätte ich dem Täter irgendwie signalisiert: Hey, ich weiß, wer du bist, oder da läuft ein Verfahren, hätte der ja einfach alle Beweise löschen können. Und gleichzeitig ist es natürlich auch irgendwie ein Thema, was mit viel Scham besetzt ist, ne. Also ich finde es jetzt gar nicht so toll, darüber zu reden, und das ist jetzt nicht die Sache, für die ich öffentlich bekannt sein möchte, dass es von mir pornografische Deepfakes gab. Weil ich glaube, ich deutlich mehr anzubieten habe, als nur Opfer zu sein. Und trotzdem stand ich dann da und habe diese Rede gehalten, und ich habe mich irgendwie, glaube ich, das erste Mal nicht alleine gefühlt. Weil dort 12.000 Menschen sich entschieden hatten, an einem Sonntagnachmittag auf die Straße zu gehen, um Solidarität auszudrücken mit all den Frauen, denen das passiert ist oder denen ähnliche Fälle passiert sind. Und das hat, glaube ich, viel losgetreten und hat mich nachhaltig berührt.

[00:34:52.700] - Nadia Kailouli 

Und gab es auch Erfahrungen, wo du gedacht hast, kann jetzt nicht sein, dass man mir jetzt solche... Z.B., dass du irgendwie gemerkt hast, mein Gott, wie naiv, oder was für blöde Fragen, oder...

[00:35:03.130] - Theresia Crone 

All the time!

[00:35:04.900] - Nadia Kailouli 

Okay.

[00:35:05.620] - Theresia Crone 

Also die Wochen danach waren halt einfach wirklich, glaube ich, die absurdesten Wochen meines Lebens, einfach weil es gab auf einmal so viele Presseanfragen. Es gab ein Online-Portal, was wirklich einfach falsche Behauptungen über mich verbreitet hat. Es gab riesige Shitstorms, nicht wegen irgendeiner konkreten Aussage so sehr, sondern einfach weil ich ich bin und weil ich eine progressive junge Frau bin. Und das war schon nicht ohne. Also ich will mir gar nicht ausmalen, wie das auch zum Beispiel für Collien war, die ja noch mal viel, viel mehr von diesem Aufwind da in den Medien mitbekommen hat.

[00:35:47.900] - Nadia Kailouli 

Aber wie geht man damit um, wenn man auf einmal zu einer Person des öffentlichen Lebens wird, ja auch Aktivistin ist und auf einmal eine Reichweite bekommt an Menschen, die einem folgen, weil sie wissen, ich bin betroffen von - wie geht man damit um?

[00:36:06.280] - Theresia Crone 

Schrecklich. Also, ich bin dankbar, dass Leute irgendwie das Gefühl hatten, ich mag, was sie sagt, ich folge ihr. Ja, gar keine Frage, das ist cool. Ich bin auch dankbar für die ganzen Möglichkeiten für mich oder die ganzen Türen, die sich geöffnet haben durch diese Erfahrung. Aber natürlich, ich glaube, keine Person, die von sexualisierter Gewalt betroffen ist, möchte ein Leben lang als Opfer bekannt sein. Das ist einfach, das geht, glaube ich, gegen die Natur des Menschen. Und deswegen hoffe ich einfach, dass die Menschen mich nicht so sehr als Opfer sehen, sondern eher als vielleicht Kämpferin oder Aktivistin. Denn ich glaube, der einzige Grund, warum ich das ausgehalten habe, diese ganzen Interviews zu führen - und das holt ja jedes Mal was hoch und so - ist, dass ich den Luxus hatte, mich in die Expertenrolle manchmal zu flüchten. 

Also, weil seitdem mir das passiert ist und ich diese Erfahrung mit dem Rechtsstaat gemacht habe, habe ich für mich gesagt, ich möchte mich damit auseinandersetzen, wie das juristisch sein kann. Das heißt, ich habe angefangen, in einer Kanzlei zu arbeiten, die Betroffene von digitaler Gewalt vertreten. Ich habe angefangen, Artikel, juristische Fachaufsätze dafür zu schreiben, ne. Habe mit dem Justizministerium, bin ich in Austausch gegangen, habe Stellungnahmen geschrieben zu Gesetzesentwürfen. Also, ich habe richtig mich da so reingefuchst, weil es mir wichtig war, dass ich aus meiner Geschichte irgendwie eine Bedeutung für mein eigenes Leben und für mein eigenes Sein irgendwie ziehen kann. Deswegen hoffe ich einfach, dass Menschen vielleicht eher auch das sehen, also dieses Kämpferische, was ich da vielleicht versuche nach außen zu tragen.

[00:37:48.220] - Nadia Kailouli 

Also bei mir ist es so angekommen, sage ich dir ganz ehrlich. Als ich dich bei, ich glaube, bei Caren Miosga warst du zu Gast. Das war lange bevor ich wusste, dass du heute unser Gast bist. Habe ich dich nicht als Opfer wahrgenommen, sondern ich habe dich als Expertin wahrgenommen, die wichtig war für diesen Tisch, um unserer Justizministerin ein paar Tipps und Hinweise zu geben, was sie beachten muss, wenn sie jetzt dieses Gesetz entwirft. So bist du bei mir auf jeden Fall abgespeichert. Ich hoffe, das beruhigt dich. Jetzt will ich aber noch mal ganz kurz darauf zu sprechen kommen. Du bist angehende Juristin, du bist glaube ich noch nicht fertig, oder?

[00:38:22.010] - Theresia Crone 

Ich habe einen Bachelor, einen deutschen Bachelor, einen französischen Bachelor und einen französischen Master. Ob ich mich Juristin bezeichnen darf, hängt von der Definition der Sache ab.

[00:38:31.670] - Nadia Kailouli 

Okay, also gut, dann sagen wir, also ist das dann angehend? Also du bist auf jeden Fall noch keine Volljuristin, du darfst noch keine Fälle so bei Gericht verhandeln. Genau. Aber nichtsdestotrotz hast du ein sehr ausgeprägtes, dir angelerntes juristisches Wissen. Und du hast ja gerade gesagt, du arbeitest in einer Kanzlei, du hast dich mit Betroffenen von digitaler Gewalt juristisch auseinandergesetzt. So, wird das so deine Schiene? Merkst du, dass da möchtest du hin oder wird es irgendwann das Verkehrsrecht, sage ich mal so.

[00:39:01.570] - Theresia Crone 

Verkehrsrecht wird es wahrscheinlich nicht. Ich habe ein Familienmitglied, das Anwalt für Verkehrsrecht ist, also der wird jetzt vielleicht enttäuscht sein. Aber nee, ich weiß es nicht. Also erstmal, ich arbeite gerade nicht mehr in der Kanzlei, sondern ich bereite mich gerade aufs Staatsexamen vor, weil das ganz schön viel Zeit beansprucht, vor allem wenn man nebenbei noch Öffentlichkeitsarbeit macht. Aber ich weiß ehrlich gesagt noch nicht genau, wo ich so mit meiner Karriere hin will. Ich glaube, ich werde immer irgendwie versuchen, etwas zu machen, wo ich einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft haben kann und irgendwie Leuten helfen kann, die vielleicht sonst nicht so eine Stimme haben in so der Öffentlichkeit und in der Gesellschaft. Und vielleicht wird das so sein, dass ich dann Anwältin bin und Leute vertrete, die digitale Gewalt erleben, oder so. Vielleicht mache ich auch was komplett anderes. Ich will mich da noch nicht festlegen.

[00:39:50.770] - Nadia Kailouli 

Ist auch noch sehr früh.

[00:39:51.900] - Theresia Crone 

Aber aktuell muss ich sagen, von den Rechtsthemen, macht mir das auch am meisten Spaß. So Plattformrecht, Medienrecht, diese, diese Fragen.

[00:39:59.870] - Nadia Kailouli 

Und die Expertise wird dir am Ende des Tages niemand mehr nehmen. Und wer weiß, wofür du das alles noch gebrauchen kannst. Ich sage auf jeden Fall vielen, vielen Dank! Toll, dass du heute unser Gast warst, dass wir mit dir tatsächlich noch mal auf deine persönliche Geschichte zurückblicken konnten, aber auch noch mal ein bisschen gucken konnten, wo sind denn die Stellschrauben, die wir auf staatlicher Ebene auch drücken müssten oder ziehen müssten, damit digitale Gewalt besser geahndet und ermittelt werden kann. 

Vielen, vielen Dank, dass du heute bei uns warst!

[00:40:25.010] - Theresia Crone 

Danke für die Einladung und das tolle Gespräch.

[00:40:30.730] - Nadia Kailouli 

Also Leute, man muss noch mal ganz klar sagen, der Fall und das, was Theresia erlebt hat, ist der einzige öffentlich bekannte Fall in Deutschland, wo es wirklich zu einer Verurteilung kam. Das noch mal hintenrangestellt. Das soll jetzt nicht nur sagen: Ach super! Sondern es soll vor allem zeigen, wie viel Arbeit und Mut und Kraft es überhaupt braucht, diese Täter irgendwie vor Gericht zu bringen. Und das hat Theresia eben mit ihrer Anzeige geschafft. Aber ich glaube, was in diesem Gespräch auch ganz klar wurde, ist, dass es, auch wenn es jetzt Gesetzesentwürfe gibt, was digitale Gewalt betrifft, das ist schon mal gut, aber es gibt echt noch richtig, richtig viel zu tun. Vor allem, dass man die Plattformen mehr in die Verantwortung nimmt und eine bessere Zusammenarbeit findet zwischen Behörde und Plattformbetreiber. 

An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich mal bei euch bedanken, dass ihr uns so treu zuhört und dass ihr auch bei schwierigen Themen dranbleibt!

Wenn ihr wollt, dann folgt uns doch gerne, abonniert unseren Kanal und wenn ihr uns persönlich einmal schreiben wollt, dann könnt ihr das natürlich sehr gerne tun. 

Eine E-Mail könnt ihr einfach schreiben an einbiszwei@ubskm.bund.de.

Mehr Infos zur Folge

„Hey, ich glaube, das bist nicht du – aber es gibt einen Account mit deinem Namen, deinem Gesicht und: Nacktbildern von dir”. Diese Nachricht bekam Theresia Crone im Dezember 2023 – und entdeckte Nacktbilder von sich, die sie nie aufgenommen hatte. Jemand hatte einen Account mit sogenannten „Deepnudes” von ihr angelegt, das sind gefälschte Bilder oder Videos, wo der Kopf einer Frau auf einen nackten Körper von jemand anderem montiert wird.

Auch sogenannte „Auszieh-Apps“ gibt es, bspw. den Chatbot „Grok“ von Elon Musk: User nutzen dieses KI-Werkzeug massenhaft, um vor allem Kinder, Jugendliche und junge Frauen auszuziehen. Die KI macht, was der User wünscht – und die Sprachbefehle, die gerade öffentlich gemacht wurden, lesen sich so:

„Steck sie in einen kleinen Bikini“ oder: „Mach, dass sie ihren Po zur Seite dreht“ oder: „Gib ihr ein hübsches, sexy Teenager Outfit, kaum bekleidet.“

Die Technik dafür ist unfassbarerweise frei verfügbar und leicht zu bedienen. Zwar hat „Grok“ die Auszieh-Funktion nach erheblicher Kritik eingeschränkt, dennoch bleibt die Frage nach der Verantwortung der Plattformen. 

Ein weiteres Problem: Rechtlich kann man gegen Deepnudes in Deutschland bisher kaum etwas tun. Ein Gesetz fehlt bisher, es gibt keinen eigenen Straftatbestand zur Erstellung oder Verbreitung von Deepnudes. Betroffene können so kaum gegen die Täter vorgehen.

Theresia Crone, seit ihrer Jugend Aktivistin, fühlt sich vom Rechtsstaat im Stich gelassen – und das obwohl in ihrem Fall der Täter sogar ermittelt und verurteilt wurde. Sie kämpft mit Petitionen und Demonstrationen dafür, dass Deepnudes ein eigenständiger Straftatbestand im Strafrecht werden sollen. Mit dem neuen Gesetzentwurf, den Justizministerin Stefanie Hubig nach dem Fall Collien Fernandes im April vorgelegt hat, könnte das sogar klappen.

© Stefan Frohloff

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Zur Petition gegen Deepnudes mit HateAid
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Die Zeit: Artikel über Theresia und ihre Erfahrung mit Deepfakes (01/2026)
Ihr Gesicht, aber der Rest ist Deepfake

Kollegin KI: Podcast-Folge mit Theresia Crone (01/2026)
Grok, Deepfakes und Jura-KI – mit Theresia Crone

TikTok-Beitrag zu Theresias Erfahrung (09/2025)
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Verfassungsblog: Theresias Forderung (01/2026)
Warum pornografische Deepfakes eigenständig verboten werden müssen

Der Spiegel: Interview mit Theresia Crone (03/2026)
„Das, was Collien erlebt hat, ist kein Einzelfall”

ARD: Caren Miosga Sendung zu digitaler Gewalt (03/2026)
Digitale Gewalt · wie können Frauen besser geschützt werden?

Tagesschau: Beitrag zu digitaler Gewalt (04/2026)
Justizministerin Hubig stellt Gesetzentwurf gegen digitale Gewalt vor

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einbiszwei ist der Podcast über Sexismus, sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt. einbiszwei? Ja genau – statistisch gesehen gibt es in jeder Schulklasse in Deutschland ein bis zwei Kinder, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Eine unglaublich hohe Zahl also. Bei einbiszwei spricht Gastgeberin Nadia Kailouli mit Kinderschutzexpert:innen, Fahnder:innen, Journalist:innen oder Menschen, die selbst betroffen sind, über persönliche Geschichten und darüber, was getan werden muss damit sich was ändert. Jeden Freitag eine neue Folge einbiszwei – überall, wo es Podcasts gibt. Schön, dass du uns zuhörst.

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