Berlin, 14.04.2026. Unter dem Motto „Kinderschutz geschieht vor Ort!“ besucht die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), Kerstin Claus, auf der zweiten Station ihrer Ländertour vom 21.-23.04.2026 das Land Nordrhein-Westfalen. Ziel der Ländertour ist es, den Dialog mit den Bundesländern zu intensivieren, gute Praxis sichtbar zu machen, gemeinsam Lücken beim Schutz von Kindern und Jugendlichen – auch in der digitalen Welt - zu identifizieren und Hilfe- und Unterstützungsangebote für Betroffene zu verbessern.
Unabhängige Bundesbeauftragte Kerstin Claus: „Ich freue mich, im Austausch mit Politik und Fachpraxis zu erleben, wo Nordrhein-Westfalen beim Kinderschutz heute steht. Es ist mir wichtig, dass wir voneinander lernen und bestehende Strukturen weiter verbessern. Mit dem Landeskinderschutzgesetz und der neuen Landesbeauftragten hat Nordrhein-Westfalen wichtige Konsequenzen aus Fällen wie Lügde oder Bergisch Gladbach gezogen. Ich freue mich darauf, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen und von ihren Erfahrungen zu lernen.“
Neben Gesprächen mit der Familienministerin Verena Schäffer und der Landesbeauftragten für Kinderschutz und Kinderrechte Petra Ladenburger stehen Besuche im LVR-Landesjugendamt Rheinland, in der Landesfachstelle Prävention sexualisierte Gewalt NRW, ein Gespräch mit Schüler*innen und Schülern einer kaufmännischen Schule und der Austausch mit Betroffenen auf dem Programm.
Stationen der Ländertour
Die Tour startete in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz (11. bis 13. März 2026). Weitere Stationen sind nach Nordrhein-Westfalen (21.–23. April 2026) Baden-Württemberg (13.–15. Juli 2026) und Thüringen (27.-29.08. 2026). Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sollen in diesem Jahr noch folgen.
Ein besonderes Anliegen der Bundesbeauftragten ist es, auf den Länderreisen dafür zu sensibilisieren, dass gesetzlich verankerte Strukturen für Landesmissbrauchs- oder Kinderschutzbeauftragte sowie Landesbetroffenenräte wichtig sind. Die Bundesbeauftragte wird bei ihren Besuchen in den Ländern auch für eine Unterstützung der jeweiligen Kultusministerien bei der für 2026 erstmals geplanten bundesweiten Befragung von 9. Klassen zur Prävalenz sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend werben (www.zefsg.de). Die Dunkelfeldstudie soll ab 2026 regelmäßig durchgeführt werden, die Ergebnisse sollen u. a. in den Bericht der Bundesbeauftragten an das Parlament einfließen, damit Politik evidenzbasiert handeln und entsprechende Maßnahmen ergreifen kann.
Hintergrund
In 2026 gibt es fünf Landtagswahlen – eine Chance, den Kinder- und Jugendschutz in der Landespolitik nachhaltig zu verankern. Gleichzeitig sieht das im Juli 2025 in Kraft getretene „Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ vor, dass die Bundesbeauftragte dem Parlament regelmäßig einen Bericht vorlegt, auch zur Situation in den Ländern. Hierfür sind der Austausch und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Ländern eine wichtige Grundlage. Oberste Priorität der Arbeit der Bundesbeauftragten ist es: Den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt flächendeckend zu stärken.Ein erster Bericht soll im Herbst 2026 dem Parlament übergeben werden.
Die Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus steht für Medienanfragen während der Ländertour in NRW grundsätzlich zur Verfügung. Bitte melden Sie sich bei Interesse bei der Pressestelle der Beauftragten bis Do, 16.04. 2026.
Weitere Informationen sowie Beratungs-, Hilfe- und Unterstützungsangebote:
www.hilfe-portal-missbrauch.de
Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch: 0800 2255530
www.schreib-ollie.de
www.nicht-wegschieben.de
www.schule-gegen-sexuelle-gewalt.de
www.was-ist-los-mit-jaron.de
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