Drei Kinder, eine erwachsene Person von hinten in einerAltstadtkulisse
Pressemitteilungen | 13.07.2026

"Kinderschutz geschieht vor Ort!" – Missbrauchs­beauftragte Kerstin Claus auf Ländertour in Baden-Württemberg

„Schutz vor sexualisierter Gewalt gelingt nur gemeinsam – mit klaren Strukturen, lebendigen Netzwerken und verbindlichen Standards. Hier können wir viel voneinander lernen.“

Berlin, 13.07.2026. Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), Kerstin Claus, besucht vom 13. bis 16. Juli 2026 Baden-Württemberg – als nächste Station ihrer Ländertour. Unter dem Motto „Kinderschutz geschieht vor Ort!“ steht der Austausch mit Politik und Fachkräften im Mittelpunkt. Claus wird sich u.a. mit Kultusminister Andreas Jung und Petra Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit austauschen.

Kerstin Claus: „Schutz vor sexualisierter Gewalt gelingt nur gemeinsam – mit klaren Strukturen, lebendigen Netzwerken und verbindlichen Standards. Hier können wir viel voneinander lernen.“

Am ersten Tag der Reise stehen der Austausch zu Schutzkonzepten an Schulen und den Gefahren im digitalen Raum mit Präventionsbeauftragten des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) sowie Fachberatungsstellen im Fokus. Beim Fachtag Kinderschutz am 14. Juli in Stuttgart spricht Kerstin Claus über verbindliche Standards und Netzwerke im Kinderschutz. Zudem finden während der viertägigen Ländertour Fachgespräche zur Betroffenenbeteiligung in Baden-Württemberg sowie zur Bündnisarbeit statt.

Besonders freut sich die Bundesmissbrauchsbeauftragte auf den Besuch der Gemeinde Grünkraut im Landkreis Ravensburg: Als erste Kommune in der Region hat sie ein kommunales Schutzkonzept entwickelt, das alle Einrichtungen, in denen sich Kinder und Jugendliche aufhalten, zu einem Schutzkonzept verpflichtet.

Stationen der Ländertour

Die Tour startete in diesem Jahr in Rheinland-Pfalz (11. bis 13. März 2026). Es folgte Nordrhein-Westfalen (21.–23. April 2026). Nach Baden-Württemberg (13.–15. Juli 2026) sind noch Bayern (27.-29. Juli 2026) und Thüringen (27.-29.08. 2026) geplant. Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sollen in diesem Jahr noch folgen.

Dunkelfeldstudie „Safe!“

Die erste bundesweite Befragung von 9. Klässlern zur Prävalenz sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend (www.zefsg.de) wird im Herbst starten. „Es freut mich sehr, dass Baden-Württemberg dafür zügig eine Genehmigung erteilt hat“, so die Bundesmissbrauchsbeauftragte Kerstin Claus. Die Dunkelfeldstudie soll ab 2026 regelmäßig durchgeführt werden, die Ergebnisse werden u. a. in den Bericht der Bundesbeauftragten an das Parlament einfließen, damit Politik evidenzbasiert handeln und entsprechende Maßnahmen ergreifen kann.

Hintergrund

Das im Juli 2025 in Kraft getretene „Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ sieht vor, dass die Bundesbeauftragte dem Parlament regelmäßig einen Bericht vorlegt, auch zur Situation in den Ländern. Hierfür sind der Austausch und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Ländern eine wichtige Grundlage. Oberste Priorität der Arbeit der Bundesbeauftragten ist es: Den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt flächendeckend zu stärken.

Die Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus steht für Medienanfragen während der Ländertour in Baden-Württemberg grundsätzlich zur Verfügung. Bitte melden Sie sich bei Interesse bei der Pressestelle der Beauftragten.

Praktikumsplätze

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