Kerstin Claus, Unabhängige Bundesbeauftragte
gegen sexuellen Missbrauch von
Kindern und Jugendlichen
Pressemitteilungen | 27.07.2026

„Kinderschutz geschieht vor Ort!“ Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus auf Ländertour in Bayern

Berlin, 27.07.2026. Kinderschutz entscheidet sich dort, wo Kinder und Jugendliche leben: in der Schule, im Verein, in der Kommune. Unter diesem Leitgedanken führt die Ländertour die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), Kerstin Claus, vom 27. bis 29. Juli 2026 nach Bayern. Ziel der Tour ist es, gute Praxis sichtbar zu machen, den Austausch mit den Ländern zu intensivieren und fachliche Netzwerke zu stärken. Zu der Reise gehört auch ein fachlicher Austausch mit Staatsministerin Ulrike Scharf über die Bayrischen Strukturen.

Kerstin Claus: „Kinderschutz gelingt nur dort, wo er gelebt wird: in den Kommunen, in den Vereinen, in den Schulen. Besonders die Stimmen der Jugendlichen müssen wir hören und stärken – doch genau sie übersehen wir viel zu oft.“

Strukturen, Prävention, Aufarbeitung

Zum Auftakt trifft die Bundesbeauftragte die Initiatorinnen und Initiatoren der Landtagspetition „Gewalt an Kindern und Jugendlichen entschlossen entgegentreten". Diese fordert – analog zur Bundesebene – eine unabhängige Aufarbeitungskommission, eine oder einen Landesbeauftragten sowie einen Betroffenenrat für Bayern. Im Mittelpunkt stehen Lücken in der Aufarbeitung, insbesondere in Schulen, Heimen und Vereinen, und die verbindliche Beteiligung Betroffener.

Weitere Stationen führen zu Fachexpertinnen und Experten der Jugendarbeit, der Medienpädagogik und der Beratung: Beim JFF – Institut für Medienpädagogik stehen digitale Räume im Fokus – etwa die Frage, wie aufsuchende Angebote wie Digital Streetwork Betroffene erreichen und wie sexualisierter Gewalt, Sextortion und Radikalisierung in Online-Communities begegnet werden kann.

Ein weiterer Termin gilt der Fachberatungsstelle KIBS, die männliche Betroffene berät, sowie der Anlaufstelle für Betroffene der Aufarbeitung Heimerziehung in München mit Anerkennungsleistungen, Antragsverfahren und kultursensibler Beratung.

Dunkelfeldstudie „Safe!" startet im Herbst

Im Herbst beginnt die erste bundesweite Befragung von Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern zur Prävalenz sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend (www.zefsg.de). „Es freut mich, dass Bayern seine Genehmigung sehr zügig erteilt hat", so Claus. Die Studie soll künftig regelmäßig durchgeführt werden; die Ergebnisse fließen in den Bericht der Bundesbeauftragten an das Parlament ein und schaffen die Grundlage für evidenzbasierte Politik.

Hintergrund

Das im Juli 2025 in Kraft getretene „Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen" verpflichtet die Bundesbeauftragte, dem Parlament regelmäßig zu berichten – auch zur Lage in den Ländern. Der erste Bericht soll im Herbst 2026 übergeben werden. Die drei noch anstehenden Landtagswahlen 2026 bieten die Chance, Kinder- und Jugendschutz in der Landespolitik dauerhaft zu verankern.

Die Ländertour startete in Rheinland-Pfalz (11.–13. März 2026), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (21.–23. April 2026) und Baden-Württemberg (13.–15. Juli 2026). Nach Bayern folgt Thüringen (27.–29. August 2026); des Weiteren sind Berlin und Mecklenburg-Vorpommern für dieses Jahr geplant.

Die Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus steht für Medienanfragen während der Ländertour in Baden-Württemberg grundsätzlich zur Verfügung. Bitte melden Sie sich bei Interesse bei der Pressestelle der Beauftragten.

Praktikumsplätze

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