PODCAST | Folge 15 | Kim Chakraborty

„Das ist ein Machtspiel - das Gegenüber zwingen, das eigene Genital anzuschauen.“

„Flirten ist was Wunderschönes – aber nur, wenn es beide wollen“. Das findet Kim Chakraborty, die den Instagram Account @antiflirting2 betreibt. Den hat sie gestartet, weil sie findet, dass viele Männer die Grenze zwischen Flirten und sexueller Belästigung absolut nicht hinbekommen.


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Fast 80.000 Follower:innen hat Kim mittlerweile, die ihr jede Menge Screenshots schicken, die immer wieder auf´s Neue beweisen: Es gibt Männer, die es einfach nicht können. Bei Antiflirting sammelt und veröffentlicht Kim miese Postings von Männern, die Frauen massiv belästigen und derbe Beleidigungen schicken – und das machen wirklich gar nicht wenige. Die Sammlung wächst und wächst  - Dickpics, Bodyshaming, Vergewaltigungsfantasien – es ist alles dabei. Kim will Frauen vor allem ermutigen, sich zu wehren – und bspw. Dickpic-Versender anzuzeigen. 

Denn über 40 Prozent der Frauen zwischen 18 und 36 geben an, bereits ungefragt ein Penisbild bekommen zu haben. Die häufigste Reaktion: ignorieren, Absender blockieren und versuchen, zu vergessen. Aber so leicht ist das mit dem Verdrängen eines unerwünschten Penisbildes nicht. Vor allem, wenn die Pics Frauen erreichen, die bereits schlimme Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt machen mussten. In diesen Fällen können Dickpics alte Traumata hervorrufen. 

Viel zu oft entscheiden sich die betroffene Frauen gegen eine Anzeige. Zu klein ist die Chance, dass der Absender entlarvt wird, zu groß die Scham. Dabei zählt das Versenden von Dickpics zur “Verbreitung pornographischer Schriften” und ist laut Paragraph 184 des Strafgesetzbuches eine Straftat.

Dafür, dass Männer überhaupt auf die Idee kommen, Fotos des Genitals zu versenden, hat Kim eine Erklärung:  “Ich glaube, viele Männern bekommen vermittelt, dass sie sehr sexuell sein müssen. Dadurch verlieren Sie das Gefühl für Grenzen von anderen Personen,” sagt sie.

Mehr Informationen und Hilfe-Angebote findet ihr hier:

Kims Instagram-Account “Antiflirting2” gibt es hier: https://www.instagram.com/antiflirting2/ 

Hier können unverlangt zugesandte dickpics angezeigt werden: https://dickstinction.com/

Hilfe bei sexueller Belästigung findet ihr hier:

Hilfetelefon sexueller Missbrauch

An die Nummer 0800 22 55 530 können sich alle wenden, denen es nicht gut geht und die zuhause Probleme haben. Montags, Mittwochs und Freitags von 9-14 Uhr und Dienstags und Donnerstags von 15-20 Uhr kann telefonisch Hilfe geholt werden. Die berater:innen hören zu, beraten dich und sagen dir, wo du Hilfe in deiner Nähe findest. www.hilfe-portal-missbrauch.de/hilfe-telefon

Juuport.de

Hast du im Internet etwas bemerkt, was dir Bauchschmerzen bereitet? Hast du Cybermobbing erfahren oder hat sich dir jemand im Internet auf unangemessene Weise genährt? Auf www.juuuport.de kannst du deine Fragen dazu anonym stellen. Andere Jugendliche antworten und helfen dir kostenlos! www.juuport.de

Nummer gegen Kummer

Wenn es dir nicht gut geht und du Sorgen und Probleme hast, kannst du unter der Nummer gegen Kummer 116 111 anrufen. Es gibt auch einen Chat. www.nummergegenkummer.de

Jugendberatung

Hast du Streit mit deinen Eltern oder Freund*innen oder Ärger in der Schule? Hast du ein Geheimnis, das du niemandem anvertrauen willst? Brauchst du Hilfe und jemanden zum Reden? Hier kannst du kostenlos mit anderen Jugendlichen und erfahrenen Berater*innen chatten. www.jugend.bke-beratung.de  

Jugendnotmail

Du bist nicht älter als 19? Bei Problemen oder Fragen kannst du dich jederzeit an Jugendnotmail wenden. Diskutiere mit anderen Jugendlichen im Chat oder schreibe eine private kostenlose Nachricht an die Berater*innen. Jede Notmail wird beantwortet und du wirst ernst genommen. Melde dich unter www.jugendnotmail.de 

JMD4you

Du lebst noch nicht lange in Deutschland und hast ein Problem? Hier kannst du Menschen schreiben, die Lösungen für dein Problem finden können. https://beratung.jugendmigrationsdienste.de/website 

einbiszwei – der Podcast über sexuelle Gewalt

einbiszwei ist der Podcast über Sexismus, sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt. einbiszwei? Ja genau – statistisch gesehen gibt es in jeder Schulklasse in Deutschland ein bis zwei Kinder, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Eine unglaublich hohe Zahl also. Bei einbiszwei spricht Gastgeberin Nadia Kailouli mit Kinderschutzexpert:innen, Fahnder:innen, Journalist:innen oder Menschen, die selbst betroffen sind, über persönliche Geschichten und darüber, was getan werden muss damit sich was ändert. Jeden Freitag eine neue Folge einbiszwei – überall, wo es Podcasts gibt. Schön, dass du uns zuhörst.

Wenn Sie Fragen oder Ideen zu einbiszwei haben:

presse@ubskm.bund.de