PODCAST | Folge 3 | Lena Jensen

„Als Kind dachte ich: Wenn ich das erzähle, ist die Liebe kaputt.”

Als Lena Jensen sechs Jahre alt ist, merkt ihre Mutter, dass mit Lena etwas nicht stimmt. Sie fragt sie ganz direkt nach sexuellem Missbrauch – und Lena erzählt. “Bis dahin dachte ich: diese sexualisierte Gewalt - das ist Liebe”, sagt Lena Jensen bei einbiszwei. Und spricht über ihren langen Weg zur Miss-Germany-Kandidatin.


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Lena Jensen [00:00:00] Die haben von Anfang an das psychologisch so gut gemacht, mich in diese Abhängigkeit zu treiben, dass ich als Kind dachte, wenn ich das erzähle, dann ist die Liebe kaputt.

Nadia Kailouli [00:00:14] Hi. Herzlich willkommen bei einbiszwei, dem Podcast über Sexismus, sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Einbiszwei? Ja genau. Ein bis zwei Kinder sind in jeder Schulklasse in Deutschland sexueller Gewalt ausgesetzt. Wieso das so häufig passiert und was man gegen sexuelle Übergriffe tun kann, das erfahrt ihr hier bei einbiszwei. Ich bin Nadia Kailouli und in diesem Podcast spreche ich mit Expert:innen, Journalist:innen und Betroffenen. Wir reden über akute Missstände, Anlaufstellen und persönliche Geschichten. Wenn es euch damit aber nicht gut gehen sollte, wir haben in den Shownotes Telefonnummern und Hilfsangebote verlinkt, wo ihr Hilfe findet. Hier ist einbiszwei. Schön, dass du uns zuhörst. Bei uns ist heute Lena Jensen zu Gast. Sie ist gerade unter den Top 40 Kandidat:innen von Miss Germany, kümmert sich aber eigentlich um Finanzen und zwar als Beraterin. Außerdem ist sie sehr aktiv auf Instagram, dort folgen ihr knapp 70.000 Menschen. Doch dort geht es ihr nicht nur um schöne Bilder, sondern auch um eine sehr persönliche Geschichte, die erst vor einigen Monaten in die Öffentlichkeit kam. Hallo, Lena.

Lena Jensen [00:01:23] Hi. Danke, dass ich hier sein darf.

Nadia Kailouli [00:01:26] Ja ich freue mich, du strahlst. Lena, ich sage es dir, wie es ist: Miss Germany war bei mir so lange, lange Zeit gar kein Thema. Und jetzt dachte ich so, moment mal, das gibt es noch? Wie ist das? Und vor allem wie bist du dahin gekommen?

Lena Jensen [00:01:43] Ja, ging mir auch so, also irgendwie, an mir ist es auch immer vorbeigegangen. Ich wusste auch gar nicht so richtig, dass es das gibt. Man hat das mal so gehört, aber man wusste jetzt auch nicht, wo findet das statt und wie? Und wer sind denn die Leute, die da rauskommen? Und ich hatte irgendwann mal so eine Anzeige gesehen, ich glaube es war tatsächlich noch auf Facebook. Also ich bin da immer nur, weil ich dann Geburtstage sehe oder den Veranstaltungskalender oder so und ich glaube, da habe ich eine Anzeige gesehen, dass die irgendwie Frauen suchen, die eine Botschaft haben, was verändern wollen.

Nadia Kailouli [00:02:18] Du hast dich also angesprochen gefühlt durch diesen Aufruf?

Lena Jensen [00:02:21] Ja, genau.

Nadia Kailouli [00:02:22] Warum?

Lena Jensen [00:02:22] Weil, als ich die Anzeige gesehen habe, dass die Frauen suchen, die etwas verändern wollen, habe ich mich in erster Linie erst mal nur angesprochen gefühlt, weil ich eben mich auf dem Finanzmarkt ganz stark für Altersarmut zum Beispiel bei Frauen einsetze. Oder auch mehr Aufklärung, weil ich die Produkte sehr undurchsichtig finde und weil so wenig erklärt wird und weil man ja auch noch nicht mal in der Schule was darüber lernt. Und als ich dann mich immer mehr darüber informiert habe und gesehen habe, was man damit auch so bewirken kann und ich dann auch noch diese Bewerbung ausfüllen musste, da habe ich gemerkt okay, nee, ist ja nicht so die ganze Wahrheit. Also wenn ich dann wieder nur erzähle, dass ich jetzt im Bereich Finanzen arbeite, ist es ja nicht alles wieder von mir und ich musste immer, immer so ein Teil von mir verstecken. Und ich dachte in dem Moment, nee, es war relativ spontan und auch gar nicht so überlegt, dachte ich so okay, ich muss das jetzt da reinschreiben und da erzählen. Und dann sind erst so diese Impulse gekommen, dass ich damit auch was bewegen kann.

Nadia Kailouli [00:03:21] Jetzt müssen wir natürlich direkt darüber sprechen. Was ist denn auch ein Teil von dir, ein Teil deiner Geschichte?

Lena Jensen [00:03:28] Genau. Als ich klein war, wurde ich zwischen zwei und sechs Jahren vier Jahre lang sexuell missbraucht. Von Menschen, die mir sehr, sehr nahe standen und die ich sehr geliebt habe, auch. Und ich habe diesen Teil immer so geheim gehalten, weil ich einfach nur normal sein wollte. Ich wollte irgendwie mir so, die haben so die erste Zeit meines Leben zerstört und dann habe ich gesagt, nein, ich möchte mir den Rest meines Lebens aber wieder zurückholen, so ich möchte nicht den Rest meines Lebens mir auch noch zerstören lassen. Und dafür habe ich so viele Jahre gekämpft und ich wollte unbedingt einfach nur normal sein, normal wahrgenommen werden. Und dieses Stück Normalität hätte ich ja hergegeben, wenn ich darüber gesprochen hätte, weil die Menschen nehmen einen irgendwie trotzdem anders wahr. Ich dachte immer, ich bin ein komisch oder eklig oder sie denken dann, ich bin psychisch krank. Also in den Köpfen der Menschen hat man dann gleich so ein schubladen bild.

Nadia Kailouli [00:04:24] Also du hast dir das Schubladen-Bild der Menschen vorgestellt, die Gedanken über dich haben könnten, weil dir sexueller Missbrauch passiert ist. Du hast gerade gesagt von Menschen, die dir sehr, sehr nahestehen, die dich auch geliebt haben. Welche Menschen waren das? Weil das können ganz viele sein, aber wer war das bei dir?

Lena Jensen [00:04:43] Darüber habe ich noch gar nicht so richtig gesprochen. Und zwar war ich einmal bei denen zu Hause, also nicht zu Hause, aber ich habe bin da noch mal in die Nähe gegangen, wo die halt wohnen. Also ich hatte eine einstweilige Verfügung, die durften sich mir nicht nähern, weil die mich halt bedroht hatten, während des Rechtsstreites und auch danach. Ich wollte wissen, ob die noch da sind und in mir war so ein Drang zu wissen, ob die da noch wohnen. Und ja, auf jeden Fall bin ich dann da hin und dann, als ich da stand, haben die die Polizei, also denk ich mal, dass die die Polizei gerufen haben, weil dann kam die Polizei und hat gesagt, ich soll da weggehen. Also ich stand wirklich nur da, also ich habe nichts gemacht oder so und in dem Moment habe ich, ich habe die halt auch gesehen dann, am Fenster und ich hatte der Polizei das dann erzählt, warum ich da bin und habe dann auch schrecklich angefangen zu weinen, weil ich mich so machtlos gefühlt habe. Ich dachte so, ich wollte das nur einmal sehen, ob die sozusagen noch da wohnen. Ich habe nichts gemacht oder so und die haben das auch verstanden. Die waren auch ganz nett und haben mich dann begleitet. Und die Frau meinte dann, sie müssen noch mal Anzeige erstatten oder so, ich meine, so, ich habe das versucht, ich habe es. Immer wieder auch versucht und es funktioniert nicht. Und deshalb also das Gefühl ist richtig scheiße.

Nadia Kailouli [00:06:09] Du hast es so erzählt und man kriegt richtig Bilder im Kopf. Man hat richtig Bilder im Kopf wie eine junge Frau versucht, ihre Geschichte zu verarbeiten. Und zu einem Verarbeitungsprozess gehört ja auch für manche eben die Begegnung mit dem mit dem Tatort. So. Und dass du dann so angeprangert wirst, die belästigende Person, ist natürlich schon etwas, was einen, der überhaupt gar nicht in deiner Geschichte drin ist, aber schon betroffen macht, weil man sich denkt, moment mal, die will sich doch einfach nur damit auseinandersetzen, was ihr da passiert ist damals. Lass uns gerne mal zurückblicken in diese Geschichte solange es dir gut tut. Das ist ja auch sehr wichtig. Denn es ist nicht so, dass du dich nicht jemandem anvertraut hast, sondern deine Mutter spielt da eine große Rolle. Erzähl doch mal, wie war das Verhältnis zu dir und deiner Mutter in dieser Zeit, als du eben sexualisierte Gewalt erfahren hast?

Lena Jensen [00:07:05] Schwierig, weil die Menschen, die mir das angetan haben, die habe ich unglaublich doll geliebt und sehr doll vertraut. Und die haben mir, bevor das angefangen hat, schon immer erzählt, dass meine Mama quasi die Böse ist und sie die Guten sind und dass ich ihnen vertrauen kann und meiner Mutter aber nicht. Und das hat so einen Keil zwischen uns getrieben. Ich wurde immer aggressiver, ihr gegenüber auch. Und ich hatte auch nachher, als es dann begonnen hat, habe ich immer mehr, immer mehr war ich mit mir selber so im Zwiespalt, weil mir immer wieder gesagt worden ist, ich darf meine Mutter nicht lieben und das ist für ein Kind total schwierig, also auch so emotional. Und ich dachte dann wirklich, ich darf das nicht. Und ich habe mich ihr gegenüber ganz komisch verhalten und das hat sie mir auch später auch noch mal so erzählt, auch wie bei ihr das angekommen ist. Und als dann, ich weiß nicht, was sie in dem Moment anders gemacht hat oder warum sie das geschafft hat. Aber ich saß auf meinem kleinen Kinderbett und ich war sechs oder sechseinhalb ungefähr. Und dann hat meine Mama mich gefragt, ob diese Menschen mir es angetan haben. Und dann meinte ich ja. Ich weiß nicht mehr genau, wie das war, aber in dem Moment fiel in mir irgendwie so eine Last ab, weil ich so, weil sie mir in dem Moment das Gefühl gegeben hat, ich darf ihr vertrauen und ich darf sie lieben. Und das ist nicht okay, dass das passiert ist. Und das hat in dem Moment meine ganze Welt auf den Kopf gestellt, weil zu dem Zeitpunkt dachte ich, das wäre normal und das wäre Liebe, diese sexualisierte Gewalt. Ich dachte, das wäre das Richtige.

Nadia Kailouli [00:08:47] Deine Mutter hat also in dir erkannt, dass du dich verändert hast, dass du ja Verhaltensmuster an den Tag gelegt hast, die sie ja wahrscheinlich schwierig fand. Und hat dich dann direkt angesprochen, weil du hattest ja nicht das Vertrauen, selbst zu deiner Mutter zu gehen und zu sagen Mama, da passiert mir das und das.

Lena Jensen [00:09:05] Ja, weil man muss halt sagen, dass ganz oft denkt man, dass diese sexualisierte Gewalt, dass es eher in Familien stattfindet, die finanzielle Probleme haben, auch wo viel Gewalt ist oder auch wo die Verhältnisse nicht so gut sind für die Kinder.

Nadia Kailouli [00:09:22] Man hat so Klischeebilder im Kopf.

Lena Jensen [00:09:23] Ja genau. Und das ist nicht so. Bei mir war das, das war eine Familie, die war super angesehen, die war finanziell gut aufgestellt, die hatte viele Freunde und hatten auch soziale Berufe und so was alles. Und die haben von Anfang an das psychologisch so gut gemacht, mich in diese Abhängigkeit zu treiben, dass ich als Kind dachte, dass ich, dass das unser Geheimnis ist, dass das, dass deren Liebe so unser Geheimnis ist. Und wenn ich das erzähle, dann ist die Liebe kaputt, dann bin ich ein schlechter Mensch. Oder bin böse und so und ich dachte auch ganz lang, als ich das erzählt habe, dass ich böse bin, dass ich was Schlimmes gemacht habe.

Nadia Kailouli [00:10:07] Hattest du das Gefühl, du verrätst genau diejenigen, die dir eigentlich am nächsten stehen? 

Lena Jensen [00:10:11] Mir hat das auch das Herz gebrochen als Kind. Also als ich das erzählt hatte und dann der Prozess losging, und ich auch meinen Vater und meine Familie gesehen hab, wie die auf dem Boden lag und geweint hat und die andere Familie sich so gegen uns gewendet hat. Und viele sagten, ich darf das nicht erzählen oder mir auch nicht geglaubt haben. Und irgendwann meinte ich so zu Mama, Mama, ich habe das alles nur erfunden, das stimmt nicht. Und dann meinte sie, nein Lena, das hast du nicht. Ich so, doch, das habe ich. Weil ich, in dem Moment dachte ich so nein, ich will wieder zurück. Ich hätte es nicht erzählen müssen. Ich wollte nicht so viel Schmerz zufügen. Aber in dem Moment gab es ja schon die ganzen Gutachten. Es gab ja die Beweise, dass das alles stattgefunden hat. Es gab die medizinischen Gutachten, vor allem, womit ich mich auch in meinen Gedanken, weil ich kann das gut verstehen, warum Menschen das abspalten. Es ist einfach einfacher. Du sagst okay, ist es nicht passiert? Ich erinnere mich nicht mehr dran. Dann ist es nicht passiert. Aber ich wusste, es ist passiert. Weil ich hatte das so schwarz auf weiß.

Nadia Kailouli [00:11:08] Vielleicht gehen wir da mal näher ein. Dieses, ich hatte es schwarz auf weiß, ich habe die Beweise. Das hattest du ja, weil deine Mutter mit dir auch direkt zu Anlaufstellen gegangen ist. Kannst du uns erzählen, wie das damals war, was deine Mutter dann gemacht hat?

Lena Jensen [00:11:23] Ja, also in meiner Erinnerung ist es wie so ein Himmelfahrtskommando gewesen. Wir sind noch an dem Abend direkt zur Polizei gefahren.

Nadia Kailouli [00:11:31] An dem gleichen Abend, wo du auf dem, was du uns gerade erzählt hast, du saßt da auf deinem Bett und deine Mutter kam und du hast es erzählt und sie hat dir eine Frage gestellt und du hast es bejaht.

Lena Jensen [00:11:41] Ja genau. Und als ich bei der Polizei war, war das auch wieder schwierig, weil die haben mich behandelt wie eine Erwachsene. Wahrscheinlich ist das auch so, die haben mir da eine Lampe ins Gesicht gehalten und eine Kamera. Und bei dem Missbrauch ist halt genau das gleiche passiert. Da wurde auch das gefilmt und meistens auch ein großes Licht auf einen gehalten und das war genau die gleiche Situation. Dann sollte ich noch über den Missbrauch reden und über diese ganzen Details auch. Und für mich war das, ich wollte eigentlich gar nicht darüber reden, ich wollte am liebsten das alles gar nicht machen. Und auch das war total unsicher, weil dann haben sie gefragt zum Beispiel, ist es denn tagsüber oder nachts passiert? Und meinte ich, ja es war dunkel, weil die haben das ja auch tagsüber abgedunkelt. Aber als Kind kommst du ja nicht auf die Idee, dass die, dass das denn abgedunkelt ist, sondern du denkst, dass ist abends.  Ja, abends. Ja, wann denn abends? Ja, als siebenjähriges Kind bist du froh, dass du so die uhr kannst. Ja, 21:00 Uhr? Keine Ahnung. So. Also, das ist echt so, wo man dann auch so denkt, okay, was spielt das jetzt für eine Rolle? Das ist über Jahre lang passiert. Ich kann mir ja nicht jede Uhrzeit merken als Kind und auch nicht später, wenn man erwachsen ist.

Nadia Kailouli [00:12:50] Wie war das dann, also das Verhältnis auch zwischen dir und deiner Mutter? Also konntest du als Kind dann in dem Moment dann auch für dich klar kriegen, ich bin hier sicher?

Lena Jensen [00:12:59] Ja, meine Mama war sehr, sehr stark. Sie hat mich sehr jung bekommen. Also sie war da selber jetzt so alt wie ich ungefähr. Und die war einfach, die hat nur funktioniert die ganze Zeit und mir auch in dem Moment zu 100 % geglaubt. Und deshalb war das, habe ich mich da auch sicher gefühlt bei ihr.

Nadia Kailouli [00:13:24] Mir ist gerade noch mal eins superwichtig, Lena, irgendwie. Weil du sitzt ja jetzt hier nicht als Expertin oder als Präventionsbeauftragte oder sonst was, sondern wir reden hier gerade sehr, sehr offen darüber, was dir als Kind passiert ist. Und das mag für viele vielleicht auch sehr verstörend sein, dass wir das so machen. Ich will dir nur oder ich würde gerne von dir wissen, wie du, wie du dich fühlst und ob du für dich gerade selber auch so entscheiden kannst, ob dir das so gut tut. Weißt du, wie ich meine?

Lena Jensen [00:13:56] Ja also dadurch, dass ich immer so Angst hatte, das zu erzählen, weil ich mich dann so unnormal gefühlt habe, habe ich immer auch so ein Teil von mir verschwiegen oder zurückgehalten. Und das bedeutet ja auch immer, dass Leute oder andere Menschen dich eigentlich auch nicht zu 100 % richtig kennen. Auch die man lieb vielleicht. Und seitdem ich so offen damit umgehe, merke ich, oh, der ganze Teil an mir wird akzeptiert. Also der ganze Mensch an mir und ich kann mich als Ganzes auch noch mal anders wahrnehmen und lieben. Und das ist so wie, das ist jetzt ein blöder Vergleich, aber wenn ich mir jetzt meinen Arm breche, dann sieht man das. Dass mir jetzt so was passiert ist, das sieht man nicht. Aber letztendlich ist es eine Verletzung, für die ich nichts kann und für die ich mich nicht schämen muss und die auch heilen will und die auch trotzdem zu mir gehört. Weil trotzdem hinterlässt das ja Spuren und dass ich da nicht einfach noch mal drüber reden darf oder dass ich mich dadurch dann unnormal fühle, das schränkt einen unglaublich ein. Auch so in der oder für mich auch in der Verarbeitung. Das ist auf gar keinen Fall der einzige richtige Weg. Also ich glaube nicht, dass es für alle immer unbedingt gut ist, darüber zu reden. Ich glaube, man braucht auch viel, man muss es wirklich erst mal verarbeiten. Man muss sich wirklich erst mal darüber im Klaren werden für sich selber, bevor man damit nach außen geht. Weil man hat, also nicht alle Menschen können gut damit umgehen und man bekommt dann vielleicht Reaktionen, mit denen man dann selber auch umgehen lernen muss. Und deshalb und gerade weil das Thema in unserer Gesellschaft trotzdem immer noch so ein Tabu ist, ist es halt schwer für Menschen, die dann vielleicht noch nicht so damit oder noch nicht so in der Verarbeitung waren, dann damit nach außen zu treten. Und umso mehr, also ich habe mir damals gesagt, so, ich habe das überlebt, ich habe so eine gute Therapie bekommen, ich habe so gut damit umgehen können, auch in der Zeit danach. Das muss doch zu irgendwas gut sein. Irgendwann muss ich das doch mal nutzen, um auch helfen zu können, weil auch als ich die noch mal gesehen habe, danach. Also ich habe sie danach noch ein paar Mal gesehen, weil sie auch in der gleichen Ecke gewohnt haben, habe ich die wieder mit anderen Kindern spielen sehen. Ich wusste, es geht weiter. Es wird immer weitergehen. Und da habe ich so gesagt, okay, das einzige, was ich machen kann, ich rede darüber. Und ich sage, glaubt Kindern erst mal und achtet darauf, wie sie sich verhalten und auf so Reaktionen, die man bekommt und dass es viel vielseitiger sein kann, als man zunächst das so scheint. Und solange ich das so kann, will ich das auch machen.

Nadia Kailouli [00:16:39] Wir brechen heute hier auf jeden Fall ein Tabu, weil wir eben so offen darüber sprechen. Aber du hast das gerade eben ja selber gesagt. Wir haben nichtsdestotrotz dieses Thema als Tabuthema oft noch in unserer Gesellschaft und das habt ihr vor allem auch in eurer Familie erlebt, dass es ein Tabu war, darüber zu sprechen. Und wir haben auch mit deiner Mutter ja gesprochen und sie hat uns erzählt, wie das damals war.

Lenas Mutter [00:17:03] Von unserer Familie und der anderen Angehörigen, Freunden usw bekamen wir keine Unterstützung. Es war ein Tabuthema, es wurde unter den Teppich gekehrt, wir durften da nicht drüber sprechen. Wir wurden aus Familienfeiern ausgeschlossen, durften die Kinder nicht mitbringen, weil ja Lena nicht zumutbar war, so nach dem Motto. Und ja, das wollte auch keiner wissen und keiner hören. Und da haben wir auch einen Maulkorb bekommen, dass die Kinder eben halt nicht anderen Kindern davon erzählen, damit die nicht auch traumatisiert werden, weil die davon noch gar keine Ahnung haben. Und von daher gab es keine Unterstützung, wir waren für uns völlig alleine.

Nadia Kailouli [00:17:43] Lena, deine Mutter hat es gesagt. Wir waren für uns völlig alleine. Vielleicht sagst du uns mal, wie das für dich war, das gemeinsam mit deiner Mutter dann aber auch so zu verarbeiten. Weil du hattest ja zum Glück deine Mutter. Deine Mutter ist zum Glück diese Wege gegangen, die dann wichtig sind, zur Polizei zu gehen, sich Gutachten einzuholen, das sichtbar zu machen, das öffentlich zu sagen. Aber für eure Familie nahm das ja einen Lauf, den du wahrscheinlich auch nicht gedacht hätte, dass es so kommt, oder?

Lena Jensen [00:18:12] Ja, für mich war es unverständlich. Also mich hat das auch als Kind enttäuscht. Ich habe es nicht so ganz verstanden. Ich habe die Reaktion darauf zurückgeführt, das ich vielleicht wirklich das nur erfunden habe. Ich habe immer wieder an mir selbst gezweifelt, aber ich hatte immer das wieder schwarz auf weiß. Deshalb wusste ich, ich kann es nicht wegschieben. Und für mich war es einfach unverständlich, weil damals wohnten wir in einer Reihenhaussiedlung und da wohnten ganz viele Kinder und die. Also ein Täter von den Tätern. Und die sind alle da wohnen geblieben mit ihren Kindern. Und das waren sehr gute Freunde, also auch teilweise meine besten Freunde. Bis heute wohnen die da, die sind da aufgewachsen und ich habe mich immer wieder gefragt wieso? Also wie kann man das? Also würde ich nie machen, aber so ist halt jeder unterschiedlich. Und auch damals hatte ich dadurch gerade in der Familie auch, mit den Familienfeiern. Bei den Familienfeiern wurden wir oft ausgeschlossen und für mich oder in mir hat sich dadurch so ein Drang entwickelt, mich irgendwie zu beweisen. Also eben noch mehr zu zeigen, was ich kann und das ist halt, das muss man halt echt so für sich auch klar machen, weil du musst nicht in der Familie zeigen, du bist wertvoll oder du bist normal oder anpassungsfähig oder so wie die und dann wirst du geliebt. Nein, egal wie du bist, auch wenn du kein Auge hast, kein Arm oder eben auch dir so was passiert ist, jeder hat ja das Recht so geliebt zu werden, wie er ist. Und am Anfang fiel mir das nicht einfach, also wir kommen halt aus einer Familie, die sehr so angesehen war und immer viele Ärzte und Rechtsanwälte und so was alles und die sich darauf viel eingebildet haben. Und am Anfang wollte ich halt einfach immer nur dazugehören und geliebt werden eigentlich wieder und aufgenommen werden, so ein bisschen. Und das fiel mir echt erst viel später auf, was ich da eigentlich so hinterher renne.

Nadia Kailouli [00:20:17] Wie ist denn das Verhältnis heute?

Lena Jensen [00:20:19] Heute? Also hmm. Die, die mich nicht so nehmen, wie ich bin, die sind mir egal. Nein, den renne ich halt auch einfach nicht hinterher. Und ich benehme mich so, wie es sich für mich gut anfühlt und ohne jemand anderen zu verletzen. Und dann umgebe ich mich mit den Menschen, die ja mir auch gut tun.

Nadia Kailouli [00:20:42] Aber habt ihr jemals Zuspruch aus dieser Community bekommen? Aus eurem, ja aus eurer Gemeinschaft da in dem Dorf, wo ihr gewohnt habt? Von den Nachbarn, von den Freunden, die das erst mal nicht wahrhaben wollten, die das als Tabu gesehen haben. Hast du heute oder habt ihr heute Zuspruch von denen?

Lena Jensen [00:20:58] Nein, wir haben ganz und gar keinen Zuspruch. Das Thema wird einfach ignoriert. Du erzählst das und dann ist es so, als hättest du es nie erzählt. Und das ist einfach auch so ein komisches Gefühl, weil es so in der Luft steht. Und jetzt erst, seitdem ich das öffentlich mache und es ins positive also, ich sag mal so nicht so getan wird, als hätte ich es nicht erzählt. Kommen erst einige auf mich zu und sagen, oh ja, ich wusste das ja damals und ich habe es ja auch mitbekommen und kannst so stolz auf dich sein. Ja, jetzt sagen das! Aber so damals oder auch in der ganzen Zeit dazwischen? Nein.

Nadia Kailouli [00:21:37] Du hörst mich sprachlos. Ich denke mir gerade so, darf ich dich was ganz anderes fragen noch? Du hattest ja gesagt, dass die Situation bei der Polizei, dieses Licht auf dich und die Kamera, dass ja genau das ist, was ja auch passiert ist, dass dieser Missbrauch von den Täterinnen und Tätern dokumentiert worden ist. Konnte die Polizei da nie was finden? Irgendwelche Beweise, irgendein Beweismaterial auf deren Computer oder sonst was?

Lena Jensen [00:22:03] Ja, damals gab es ja noch Videokassetten und ich hatte das auch ausgesagt, weil ich mich eben auch daran erinnere. Und dann gab es auch eine Hausdurchsuchung, die wurde aber zwei Wochen vorher angekündigt. Ich weiß nicht, wieso das damals so war. Man muss echt sagen, das war auch noch mal eine andere Zeit. Auch das mit dem medizinischen Gutachten. Ich glaube, das wird nicht mehr, mit diesem Stuhl, das wird, glaube ich, heutzutage nicht mehr gemacht. Also ich hoffe es. Es war einfach eine andere Zeit. Damals wurde noch viel, viel weniger über Missbrauch gesprochen als jetzt. Und warum das damals jetzt angekündigt worden ist? Ich weiß es nicht. Aber der Fall wurde jetzt auch nicht, also man hatte nicht so das Gefühl, dass es jetzt besonders eine Wichtigkeit hatte oder so, und deshalb hatten wir uns nachher dann auch Hilfe beim Weißen Ring geholt, weil eben genau das medizinische Gutachten war zwar da, wir waren aber da nicht mehr, also ich war bei denen nicht mehr gewesen, ich glaube einen Monat lang. Und es gab natürlich keine Rückstände oder irgendwas, was man finden konnte, nur dass es eben passiert ist, aber nicht wer. Und genau, tatsächlich gab es noch andere Kinder, die auch betroffen waren und wir hatten auch alle unabhängig voneinander das gleiche ausgesagt. Aber es hat halt nicht gereicht, nur unsere Erinnerung. Und meine Mutter bekommt heute noch immer Bildmaterial zugeschickt. Also die Polizei macht ja so Schnipsel. Also man darf sich jetzt nicht vorstellen, dass man da jetzt Handlungen sieht, sondern eher Kinderdecken oder Stofftiere, ob man da irgendwie was wiedererkennt. Das bekommt sie bis heute noch.

Nadia Kailouli [00:23:39] Wie verarbeitest du heute das Ganze mit deiner Mutter? Wie lebt ihr zusammen?

Lena Jensen [00:23:43] Ja, wir haben immer, also Mama hat immer gesagt, wir reden ganz, ganz offen darüber und hatten nie ein Blatt vor den Mund genommen und hat seitdem das passiert, ich hatte dann ja auch Gott sei Dank eine gute Therapie, immer mit uns darüber gesprochen, ganz offen. Und sie hat damals auch angefangen, mit uns Theater zu spielen, also eben um dieses Körperliche wiederzufinden, wie es ist, im Körper zu sein, Ausdruck zu haben und sich zu spüren. Und ich glaube, sie hat ihr ganzes Leben dann nur noch auf mich ausgelegt und sich so weitergebildet auch viel. Wir haben auch viel Unterstützung vom Weißen Ring und vom Jugendamt bekommen. Ja, also deshalb gut.

Nadia Kailouli [00:24:22] Wie kann man sich das vorstellen? Welche Rolle spielt das in eurem jetzigen Leben? Also sitzt ja manchmal abends zusammen, trinkt einen Tee und dann kommt ihr in Erinnerungen und dann erzählst du ihr das oder versucht ihr das rauszuhalten aus eurem alltäglichen Leben, weil ihr wisst jetzt alles so was passiert ist oder wie kann man sich das vorstellen?

Lena Jensen [00:24:40] Es kommt darauf an, es ist nicht immer Thema, aber ab und zu ist es schon Thema, auch gerade wenn man von früher spricht, wie es da war. Also es ist einfach ganz normal, es gehört ganz normal dazu. So als hätte ich mir damals mit sechs Jahren den Arm gebrochen und man redet darüber,gehört das Thema Missbrauch auch dazu.

Nadia Kailouli [00:24:57] Ist das gut für dich? Wie fühlt sich das an?

Lena Jensen [00:25:00] Normal. Ja, es fühlt sich normal an, darüber zu sprechen. Es fühlt sich normal an, sich darüber auszutauschen.

Nadia Kailouli [00:25:08] Jetzt würde ich gerne darauf zu sprechen kommen, weil du jetzt mehrmals deine tolle Therapie angesprochen hast und viele fragen sich wahrscheinlich auch immer so, ja was für eine Therapie soll man denn da machen? Welche Therapie hast du denn gemacht?

Lena Jensen [00:25:20] Also ich glaube, es gibt auf jeden Fall nicht die perfekte, sondern für jeden ist was anderes gut. Also ich meine damit nicht, dass das die ultimative Therapie ist, aber mir hat sie damals unfassbar viel geholfen. Genau, ich bin damals eingeliefert worden in die Psychiatrie und dann kam eine Traumatherapeutin aus dem Süden da hoch, weil die halt von dem Fall gehört hatte, und die hatte damals das EMDR gelernt. Auf jeden Fall war ich davor nämlich schon bei verschiedenen Psychologen und alle Psychologen waren so überfordert. Kinder spüren das und die wissen wo die Grenzen sind. Deshalb probieren sie auch so viel aus und spüren das, wenn man überfordert ist. Und ich habe das so doll gespürt bei den Psychologen, dass die nicht wussten eigentlich, was sie mit mir anfangen sollten. Und es gab damals diese Traumatherapie auch noch gar nicht so. Überhaupt Psychologen, dass man da hingeht und so, das gab's da noch nicht so und genau, EMDR war auch noch ganz neu und die kam dann und war so selbstsicher und meinte echt so zu mir, Lena, wenn du jetzt das machst, was ich sage, dann kannst du alles schaffen was du willst. Und ich saß da so und dahchte okay, das hört sich ja mal interessant an. Weil wenn du so viel erlebt hast, hast du so viel Lebenszeit zurückgelegt. Du bist dann nicht sieben, sondern du fühlst dich anders. Also auch wenn ich zurückdenke, ich fühle mich nicht wie ein siebenjähriges Kind, wenn ich das heute sehe, sondern irgendwie viel älter irgendwie. Keine Ahnung. Und ich fand, das klang so interessant, dass ich so dachte, okay, alles was ich will? Und sie so, ja. Und ich wollte halt immer auf der Bühne stehen oder singen. Und ich habe halt zu dem Zeitpunkt ganz doll gestottert, weil ich musste das ja für mich geheim halten. Also ich durfte es ja niemandem erzählen. Also habe ich dann eine Sprachstörung entwickelt und ich hatte dann gesagt, ja, das mache ich. Und dann haben wir diese EMDR-Therapie gemacht und da ging's los, dass du eigentlich das ganze Trauma, was du erlebt hast, noch mal erlebst und dir vorher so einen sicheren Ort baust und dann immer in das Trauma reingehst. Und das findet mit Augenbewegungen statt, auch mit Spüren mittlerweile, also mit Klopfen. Da gibt es so verschiedene Methoden. Ich hatte das mit Augenbewegungen und sie hat mir echt, also auch einmal, weil ich zwangsweise in der Psychiatrie war, ich konnte nicht raus, das heißt, ich muss sie durchziehen, die Therapie. Ich glaube, es ist für viele heutzutage auch schwierig ist, die durchzuziehen wirklich, wenn du das ambulant machst, weil du gehst in das Trauma zurück und das tut unglaublich weh, weil du gehst bewusster zurück und erlebst den Schmerz dann noch mal bewusst. Und ich dachte manchmal, ich lag wirklich im Bett, war von meiner Familie getrennt, und ich dachte, es zerreißt mich. Also ich musste mich so festhalten und habe angefangen zu beten und also das war echt eine schlimme Zeit, aber wenn man die durchzieht, dann fängt man irgendwann an zu heilen. Aber die meisten gehen dann zur Therapie und denken dann wird es besser, aber es wird erst mal schlimmer. Und das muss man sich manchmal erst mal bewusst werden.

Nadia Kailouli [00:28:17] Ich schaue ja die ganze Zeit ins Gesicht und ich kann denjenigen, die uns zuhören auf jeden Fall sagen, dass wenn du darüber sprichst, du eine positive Ausstrahlung hast, wenn du über deine Therapie sprichst. Wir haben auch mit deiner Mutter gesprochen und deine Mutter hat uns auch noch mal ihre Sicht erzählt, welche Netzwerke euch geholfen haben in der Verarbeitung.

Lenas Mutter [00:28:38] Wir hatten von vornherein eine Unterstützung von der Kinder- und Jugendpsychiatrie, von der Chefärztin, die uns da als Familie begleitete, alle inbegriffen. Wir hatten einen guten Rechtsanwalt, wir hatten das Jugendamt an unserer Seite und eine fachspezifische ausgebildete Kraft in unserem Kreis. Die, wo wir regelmäßige Helferkonferenzen gemacht haben, wie wir als Familie geschützt werden können und was es für Wege gibt, wie wir rechtlich, privat, persönlich, emotional und psychisch mit dieser Situation fertig werden. Und das war uns damals am Anfang eine ganz große Stütze, weil es wie ein roter Faden war. Es hat uns jemand an die Hand genommen. Das fanden wir sehr wichtig.

Nadia Kailouli [00:29:25] Welche Rolle habt ihr für euch gegenseitig gespielt in dieser Verarbeitung? Also du für deine Mutter und deine Mutter vor allem auch für dich?

Lena Jensen [00:29:33] Also meine Mama war für mich eigentlich eine Rettung und sie hat glaube ich eher Schuld empfunden, weil sie mich nicht davor schützen konnte. Und ich weiß, dass es viele Mütter gibt, dessen Kindern das angetan wird, die das nicht mitbekommen und die sich dann schuldig fühlen. Und einige, die es dann sogar abspalten und dann quasi das für die nicht passiert und das Kind dadurch weiter missbraucht wird, weil sie es nicht sehen wollen oder mit der Schuld da nicht zurechtkommen. Und diesen Mechanismus dann zu haben, zu sagen, das ist passiert, ich fühle mich schuldig, aber ich gehe damit trotzdem raus. Das ist ja auch eigentlich so eine Demütigung, auch von anderen, wie man das mit den Kindern, wie oft wird sie immer noch gefragt, hä, hast du gar nichts gemerkt? Was ja, unterschwellig total der Vorwurf eigentlich ist. Und sie hat ja früh schon angefangen, Sachen zu merken. Aber selbst wenn man es nicht merkt, die Leute machen das so geschickt, das kann man nicht merken. Und keine Mutter sollte sich da schuldig fühlen, wenn sie das schafft, wenn das Kind zu ihr das sagt oder sie diese Vermutung fragt und dann raus zur Polizei geht, das ist das Beste, was man machen kann.

Nadia Kailouli [00:30:41] Wir haben darüber auch mit deiner Mutter gesprochen, was sie denn anderen Eltern aus ihrer Sicht heute empfiehlt.

Lenas Mutter [00:30:50] Anderen Eltern gebe ich heute noch mit auf den Weg, wenn jemand bei uns nachfragt: In erster Linie den Kontakt zu den Kindern nie zu verlieren. Das ist die Basis, dass die Kinder sich öffnen können und ihnen immer Glauben schenken, was sie sagen, und sei es nur der leiseste Verdacht oder ein irrtümlicher Verdacht. Aber dem nachgehen und erst mal wirklich bedingungslos annehmen, sich sofort Hilfe holen über Jugendamt, Beratungsstellen, über Kinder und Jugendpsychiater. Aber immer so das Kind im Blick zu lassen, was ist ihm zu viel und was es ihm zu wichtig oder zu wenig? Und danach auch zu handeln. Und gerne auch, ja, man kann auch Fehler machen, aber wichtig ist die bedingungslose Glaubhaftigkeit. So wie auch Abstand schaffen, sofern das Kind sich mitgeteilt hat, wer der Täter ist oder die Täter. Sofort dort dem Kind einen sicheren Rahmen zu geben, auch wenn es in der Partnerschaft ist, um erst mal zu klären, was los ist. Aber dass das Kind in erster Linie geschützt wird und nicht der Täter geschützt wird, das ist das Allerwichtigste.

Nadia Kailouli [00:31:58] Und das Allerwichtigste, was ich an dieser Stelle jetzt auch noch mal sagen möchte, ist, dieser Podcast heißt einbiszwei, um die Zahl irgendwie deutlich zu machen, wie viele Kinder eben sexualisierte Gewalt erleben. Und ich kann mir nämlich gerade sehr gut vorstellen, dass viele, die diesen Einspieler jetzt von deiner Mama gehört haben, da zwar mit großen Ohren hinhören, aber sich denken, ja bei uns nicht. Und es soll keine Angst machen. Aber es kann eben jede und jeden und jeder passieren, egal wo überall. Und deswegen ist es glaube ich so wichtig da hinzuhören und zu gucken, wie gehen wir damit um. Du hast einen ganz eigenen Weg gefunden, auch noch mal damit umzugehen. Nach der ganzen Verarbeitung. Und zwar, und das klingt so absurd, ist es eben Miss Germany. Du hast dich damit angesprochen gefühlt, was zu verändern. Jetzt sagen viele so, moment mal, die hat jetzt ihre Geschichte öffentlich gemacht, nachdem die sich bei Miss Germany beworben hat. Wie soll das bitte zusammenpassen? Wie geht das, Lena?

Lena Jensen [00:32:56] Ja, ich habe in der Bewerbung das gemerkt. Also in der Bewerbungsphase habe ich gemerkt, ich kann das nicht wieder verheimlichen, ich kann nicht wieder einen Teil von mir nicht zeigen. Die Bewerbungsfragen waren so persönlich und auch echt gut, fand ich, weil es da mal um ganz andere Fragen geht, als bei irgendeiner anderen Bewerbung. Und dann dachte ich so, nee, ich will jetzt auch die Wahrheit sagen und mich zeigen. Und irgendwie war das ein ganz starkes Bauchgefühl. Es hätte sich ganz falsch angefühlt, es nicht zu machen. Ich kann das nicht beschreiben, das war so ein dolles Gefühl. Und dann habe ich das da geschrieben und ich wusste noch, ich hatte nicht viel Zeit, als ich wusste, dass ich das da schreibe und als ich angenommen worden bin. Ich habe es mit meinen Freunden noch nie, also ich habe denen das nie erzählt gehabt, nur innerhalb meiner Familie und ich wusste in der Zeit, okay, jetzt muss ich auch zu meinen Freunden und denen das erzählen, bevor sie das dann nachher irgendwie online rausfinden, das wollte ich auch nicht. Und dann habe ich mit einer meiner besten Freundinnen gesprochen und die hat mir dann, als ich ihr das erzählt habe die Geschichte, nach der Geschichte erzählt, dass ihr das auch passiert ist innerhalb der Familie. Und ich kenne sie zehn Jahre lang, jetzt mittlerweile elf Jahre fast und wir haben nie darüber gesprochen. Und da ist mir noch mal mehr aufgefallen, wie viele Menschen, wie viel das betrifft. Auch als ich das, als es öffentlich wurde, wie viele Menschen, die ich kannte, mir geschrieben haben, nur die ich kannte, noch nicht mal jetzt Fremde, denen das auch passiert ist. Und da dachte ich so, nee, also das muss raus. Weil  ganz viel ist ja immer, dass man nicht drüber spricht, eben diese Scham, dass man sich dann irgendwie doof fühlt und so und ich, das klingt jetzt komisch, ich weiß nicht, wie es besser ausdrücken sollte, aber es wäre doch schön zu schaffen, zu zeigen, wenn du das erzählst und sagst, das ist, dass dir das passiert ist, dann sind andere Leute stolz auf dich. Dann sehen sie, wie stark du bist eigentlich und nicht eklig, dumm oder was man im Kopf hat, die ganze Zeit, für Schubladen und dass man dieses, das klingt jetzt dumm, aber irgendwie ist es ja auch dann so ein Image, diese Schublade wechselt und dass sich immer mehr trauen, das dann dadurch zu erzählen. Und dadurch verlieren ja auch die Täter den Schutz, weil die Täter leben ja nur weiter davon, dass man das eben nicht erzählt.

Nadia Kailouli [00:35:13] Das ist ein super Argument. Also das ist genau das, was du jetzt gerade sagst, dass man mit Schweigen die Täter schützt, auch für die Zukunft, weil man sich denkt, es wird schon keiner erzählen. Aber dem soll eben nicht so sein. Trotzdem möchte ich noch mal eine andere Schublade aufmachen, die viele Leute haben. Und zwar, hey, jetzt geht die da mit ihrer Geschichte raus. Also die ist ja, wahrscheinlich hat die das noch nicht verarbeitet. Und jetzt braucht sie die Öffentlichkeit. Ja, jetzt muss sie sich da irgendwie zeigen und sich ja so zum Opfer hinstellen. Wie geht man mit den Menschen um, die nicht damit klarkommen, dass man das öffentlich macht, dass man dieses Tabu bricht?

Lena Jensen [00:35:49] Ich glaube, ich wurde ja schon so ein bisschen damit konfrontiert, als ich damals klein war. Weil letztendlich sind die Reaktionen ähnlich, nur dass es damals nicht so die Öffentlichkeit war, aber auch eine Form von Öffentlichkeit, also Menschen, die man kannte. Und ich habe damals gemerkt, dass Menschen, die meistens so was erzählen werden, selber auch getriggert dadurch, weil sie vielleicht auch Leute kennen, denen das passiert ist oder denen das selber passiert ist und sie es eigentlich nicht wollen und auch nicht so das Thema nicht so wollen. Und ich habe einfach dadurch gelernt, sie halt so sein zu lassen. Es bringt nichts, ich kann ja nichts beweisen. Ich kann nicht dagegen reden. Also ich kann nicht beweisen, aus welchem Grund ich das mache. Aber mir ist das eigentlich egal, weil wenn ein Mensch schlau ist, dann sieht er, dass man eigentlich nichts davon hat. Es ist nichts, womit man irgendwie, auch was einem auch vorgeworfen hat, mit Ines Anioli war das ja auch. Es ist nichts, womit man irgendwie Geld machen kann. Es ist nichts, womit man sich bereichert. Es ist eher etwas, womit man sich schwächt, also womit man den anderen Schwäche zeigt, auch wo man verletzlich ist vielleicht. Und deshalb, wenn das Menschen immer noch so denken im Kopf, es gibt halt Menschen, die haben eine andere Wahrnehmung.

Nadia Kailouli [00:37:05] Vor allem hat man eine andere Wahrnehmung, wie sieht ein Mensch aus, wie sieht eine junge Frau aus, die sexualisierte Gewalt erlebt hat? Da haben wir von ganz vielen ja eben noch so Klischeebilder im Kopf. Und die ändern sich jetzt auch dank Social Media. Es sind geschwächte Personen. Es ist irgendwie so alles grau. Man ist blass, man ist nicht selbstbewusst und und und. Wenn man sich heute aber Kampagnen anguckt, gerade auch auf Instagram oder so was, dann sieht man, so sehen wir aus, so sehen Frauen aus, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. Ja, sie sind trotzdem sexy, sind selbstbewusst. Sie zeigen sich so, wie sie sind. Wenn man sich dein Instagram-Account anschaut, dann sieht man auch so, das ist eine junge, schöne Frau, die selbstbewusst ist, die sehr freizügige Bilder von sich zeigt. Und ich kann mir vorstellen, dass Menschen das nicht zusammenkriegen und sagen, moment mal, du hast doch so was Schlimmes erlebt, warum stehst du denn da jetzt in Unterwäsche?

Lena Jensen [00:37:57] Ja, das glaube ich auch. Also ich kann es auch verstehen, woher der Gedanke kommt. Ich selber weiß, also Menschen, die das erlebt haben und danach das aufarbeitet haben wirklich, die Arbeiten zu sich selber. Oder ich habe mir zu mir selber ein neues Körpergefühl erarbeitet.  Eins was ich vielleicht auch so nie gehabt hätte, weil wir werden immer noch so erzogen, dass man, auch Frauen befriedigen sich nicht selber, sie dürfen nicht so sexuell sein, sie dürfen nicht weiblich sein, sie dürfen nicht so zu sich stehen. So, und dadurch sind ja ganz viele Frauen nicht in ihrer Weiblichkeit und in ihrer Sexualität, weil es einfach von der Gesellschaft her nicht so, im Moment nicht so ist. Und für mich war es damals so, durch die Therapie und auch durch  meinem weiteren Lebensweg habe ich immer daran gearbeitet, so ein Körpergefühl wieder für mich zu gewinnen und das auf Null zu setzen und mich selber zu finden. Und dadurch ist für mich halt mein Körper nicht nur sexuell. Also Haut oder das ist für mich nicht nur sexuell. Es ist für mich mein Ausdruck und mein mein Sein. Und den liebe ich unglaublich doll. Und ich bin gut zu ihm und ich ich muss den ich verstecken und ich mache jede Falte und jeden Speck so und der schenkt mir jeden Tag so viel Kraft und Energie etwas zu tun. Und ich finde wir sollten ihn viel mehr so feiern.

Nadia Kailouli [00:39:24] Das ist auch ganz wichtig. Zum Glück gibt es ja immer mehr Menschen, die sich trauen, ihre Geschichte öffentlich zu machen, die daraus kein Tabu mehr machen, die sichtbar sind und mit ihrer Geschichte für ganz viele Geschichten stehen. Und dazu gehört auch die Sängerin Katha Rosa. Und mit der haben wir auch über ihre Geschichte gesprochen.

Katha Rosa [00:39:43] Das Lied Nein ist entstanden, nachdem ich in meiner Heimatstadt Krefeld war zu Besuch, da war ich in dem Haus von meiner Oma. Das hatten wir leer geräumt, weil meine Oma war verstorben und das Haus musste verkauft werden und das Haus war genauso wie das, wo ich aufgewachsen bin, also genau baugleich und dann, als es dann so leerstand kam ganz viele Erinnerungen wieder hoch und dann, ja dann habe ich mich auch von meiner Mutter verabschiedet, weil das konnte ich dann irgendwie doch nicht so gut aushalten in dem Haus, weil das einfach zu viele Flashbacks hervorgerufen hat. Und dann bin ich nach Hause gefahren und auf dem Weg nach Hause kam mir sofort der Refrain in den Kopf. Also das war einfach direkt da. Ich dachte, ich hätte es schon ganz gut verarbeitet. Aber jetzt durch das Lied, das ist auf jeden Fall noch mal ein richtiger Schub nach vorne. Also Richtung Heilung, sage ich mal, vor allem, weil auch so viele andere mir ihre Geschichten erzählen. Und das ist irgendwie, man fühlt sich plötzlich oder ich fühle mich auf einmal nicht mehr alleine und ich fühle mich auf einmal so komplett verstanden. Und ja, das hilft auf jeden Fall. Also ich bin echt froh, dass dieses Lied entstanden ist. Also ja, nicht nur für andere ist es vielleicht eine Hilfe, sondern auch voll krass für mich auf jeden Fall. Also ich würde mich freuen, wenn ihr Strophe drei spielen würdet, weil das ist mir die wichtigste Strophe, dass das Betroffene wissen, dass sie nicht schuld sind an dem, was passiert ist und sich nicht dafür schämen müssen. Das ist voll in Ordnung, darüber zu sprechen und sich Hilfe zu holen, denn die starken Menschen holen sich Hilfe. Und das ist auf jeden Fall nicht deine Schuld, mööchte ich an dieser Stelle noch mal sagen. "An die kleinen Mädchen und die kleinen Jungs da draußen ohne Schutz. Nein, du bist nicht dran schuld, warum. Komm und trau dich, bleibt damit nicht allein, wähl die 110 und fang ganz laut an zu schreien: Nein! Du kannst mir nicht wehtun, weil du mich nicht kennst. Mein Herz ist aus Stahl, hab als Kind schon brutal in der Hölle gekämpft. Nein du kannst mir nicht wehtun."

Nadia Kailouli [00:42:04] Ja. Also Menschen, die sexualisierte Gewalt erfahren haben, können trotzdem ein ganz normales Leben führen. Es ist nicht so, dass man in dieser Opferrolle sein Leben lang bleibt, sondern das Gute ist ja daran, dass man da rauskommt und dass man eben ja ein ganz normales Leben führt. Ob man seine Geschichte jetzt eben nun sichtbar macht oder nicht, ist natürlich jedem selber überlassen. Nicht jeder oder jede muss ja jetzt mit seiner Geschichte rausgehen. Du hast dich für diesen Weg entschieden. Du hast dich dafür entschieden, dich bei Miss Germany zu bewerben. Und da möchte ich trotzdem noch mal drüber sprechen. Vor allem auch, weil man ja, du musst jetzt hier keine PR-Kampagne für Miss Germany machen, auf gar keinen Fall. Aber natürlich wissen wir auch, Miss Germany hatte natürlich auch jetzt immer, gerade in der Vergangenheit den Ruf, Frauen so als Objekte so hinzustellen. So Hauptsache schicke Bikinifotos und divers, aber hauptsächlich darin dunkelhaarig, blond und rothaarig. Ja, so, aber mehr war dann da auch oft nicht. Warum ist Miss Germany für dich nicht eine Gefahr, dass man ja, das dein Selbstbewusstsein vielleicht eher wieder Schaden bekommt?

Lena Jensen [00:43:11] Ja, ich hatte auch gerade in Bezug von der MeToo Kampagne auch gedacht, okay, das passt ja gar nicht. Also gerade auch in diesem Kontext, dass die dann da in Bikinis rumlaufen oder Männer in der Jury sitzen und Frauen beurteilen sozusagen. Das ist ja total veraltet und gar nicht mehr aktuell, finde ich. Und ja, jetzt hatte ja Max Krämer das übernommen, der ist ja noch relativ jung und seitdem, ist das, ja glaube ich seit 2019, komplett anders. Und ich hatte jetzt, als ich mich da beworben habe, die letzte Staffel angeguckt, weil das überschneidet sich quasi immer so ein bisschen und habe gesehen, wer da ist. Auch curvy Personen und unglaublich authentische Person und auch so, alsodenen ich auch heute immer noch gerne folge oder auch immer noch gerne angucke, wo ich so dachte okay, krass, da geht es ja gar nicht mehr um, also keiner war da im Bikini, keiner war da in in irgendwelchen komischen Posen. Aber das fand ich sehr beeindruckend. Und als ich dann ja, ich habe mir das erst mal angeguckt und war dann so da, auch bei dieser Live-Experience und die sind sehr darum bemüht, dass es einem gut geht. Und das ist einfach sehr natürlich, man wird kaum irgendwie geschminkt, so sehr alles so ungeschminkt, alles so sehr, also voll angezogen. Es geht vielmehr um die Story, also die fragen viel mehr nach, du kannst mir deine Geschichte erzählen und ich glaube, das ist auch so, das ist gerade auch so der Zahn der Zeit. Keiner will irgendwie so Frauen als Objekte wahrnehmen, sondern es geht einfach um die Geschichte. Egal ob du Transfrau oder -Mann bist oder eine Frau bist oder divers bist. Es geht einfach um deine Geschichte und was du bewegen willst. Und das finde ich auch schön.

Nadia Kailouli [00:45:06] Und am Ende muss man sagen, man kann von Misswahlen halten, was man will. Am Ende sei gesagt, auch eine Frau, die sexualisierte Gewalt erfahren hat, kann und sollte und darf bei so einer Misswahl mitmachen, ohne dass man das eine gegen das andere stellt oder in Frage stellt. Aber wir wollten die Frage trotzdem mal kurz klären. Lena, ich danke dir super, von Herzen danke ich dir, dass du uns deine Geschichte erzählt hast, die sehr, sehr persönlich ist und wünsche dir viel Erfolg bei Miss Germany, aber wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg dabei, dass du für dich deinen Weg weiterhin so gehst wie bisher. Vielen Dank.

Lena Jensen [00:45:41] Danke und danke, dass ich hier sein durfte.

Nadia Kailouli [00:45:47] Was mir vor allem jetzt nach dem Gespräch mit Lena in den Gedanken geblieben ist, ist ihre Sicht darauf, dass man eben seine Geschichte, seine Erfahrungen mit Missbrauch eben auch sichtbar machen darf oder soll, damit ja auch die Täter sichtbar sind. Solange eben die Opfer sich verstecken und Angst davor haben, das zu erzählen, schützt man ja auch vielleicht die Täter. Und so wissen alle ey, die reden drüber, die machen sich sichtbar und damit werden ja auch Täter sichtbar.

Mehr Infos zur Folge

Lena Jensen ist selbständige Finanzberaterin, glücklich verlobt - und kämpft gerade um den Titel der “Miss Germany 2021”. Warum dieser Wettbewerb für sie wichtig ist und was das mit ihrem wiederentdeckten Körpergefühl zu tun hat, erzählt sie bei einbiszwei.

Und sie erklärt, wie sehr die Täter sie damals manipuliert haben, wie sie den Moment erlebt hat, als sie sich nach Jahren ihrer Mutter anvertrauen konnte,  warum sie im Prozess gegen die Täter plötzlich einen Rückzieher machen wollte, wie schwer der Weg durch eine Therapie ist und weshalb sie heute der Meinung ist, dass es richtig ist, die eigene Missbrauchsgeschichte zu erzählen. Denn Lena Jensen sagt: “Wenn ich schweige, schütze ich damit Täter.”

Mehr Informationen und Hilfe-Angebote findet ihr hier:

Auch auf Instagram spricht Lena Jensen über den Missbrauch und klärt ihre Follower:innen auf:
https://www.instagram.com/lenajensn/ 

Lena auf der Miss Germany-Seite: https://missgermany.de/teilnehmerin/lenajensn/ 

Hilfe und Informationen zum Thema sexueller Kindesmissbrauch gibt es beim Hilfe-Telefon: https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/hilfe-telefon 

Die Therapieform “EMDR” wird hier einmal ausführlich erklärt:
https://www.emdria.de/emdr/emdr-therapie/ 

Informationen zur Sängerin Katha Rosa: https://katharosa.com/ 

“Nein - Du kannst mir nicht wehtun” in voller Länge: https://www.youtube.com/watch?v=7bb9d67mpW0  

Katha Rosa bei Instagram: https://www.instagram.com/katharosaa/?hl=de 

Die Kinderschutzambulanz ist spezialisiert auf die Abklärung von Kindeswohlgefährdung und kann in Verdachtsfällen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder eine medizinische Einschätzung geben: https://kinderschutz.charite.de/kinderschutzambulanz/ 

Hilfe und Informationen zu sexuellem Missbrauch gibt es beim Hilfe-Portal und beim Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch:
https://www.hilfe-portal-missbrauch.de/startseite

einbiszwei – der Podcast über sexuelle Gewalt

einbiszwei ist der Podcast über Sexismus, sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt. einbiszwei? Ja genau – statistisch gesehen gibt es in jeder Schulklasse in Deutschland ein bis zwei Kinder, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Eine unglaublich hohe Zahl also. Bei einbiszwei spricht Gastgeberin Nadia Kailouli mit Kinderschutzexpert:innen, Fahnder:innen, Journalist:innen oder Menschen, die selbst betroffen sind, über persönliche Geschichten und darüber, was getan werden muss damit sich was ändert. Jeden Freitag eine neue Folge einbiszwei – überall, wo es Podcasts gibt. Schön, dass du uns zuhörst.

Wenn Sie Fragen oder Ideen zu einbiszwei haben:

presse@ubskm.bund.de