PODCAST | Folge 23 | Elena Münker & Säli El Mohands

„Ist das normal?”

Was muss ich tun, wenn‘s juckt? Ist das normal, wenn meine Brüste unterschiedlich groß sind? Wie reinige ich eine Menstruationstasse? Darauf gibt es selten Antworten. Beim TikTok-Kanal „safespace“ mit Elena Münker und Säli El Mohands schon.


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Säli El Mohands [00:00:00] Das reduziert sich so ein bisschen auf Sex, Periode und aber dann auch so restliche Sachen am Köprer. Also so: Ich habe jetzt hier da ganz viel Behaarung, ist das jetzt schlimm? Ist das nicht schlimm? Meine Bubis, die eine ist größer als die andere. Oder die wachsen irgendwie gar nicht. Oder die wachsen viel zu schnell. Und es ist immer die Frage: Ist das normal?

Nadia Kailouli [00:00:19] Hallo, herzlich willkommen bei einbiszwei, dem Podcast über sexuelle Gewalt. Ich bin Nadja Kailouli und hier spreche ich mit Kinderschutz-Expertinnen und -Experten, mit Menschen, die sich gegen sexuelle Belästigung wehren und sexuell missbraucht wurden und jetzt anderen Mut machen. Hier ist einbiszwei. Damit sich was ändert.

Säli El Mohands [00:00:45] Wenn in der Schule über Sex gesprochen wird, wenn also der sogenannte Sexualkundeunterricht stattfindet, dann ist das ja in den meisten Fällen immer noch so eine schlimm verkrampfte Sache. Was muss ich tun, wenns juckt? Oder ist es normal, wenn meine Brüste unterschiedlich groß sind? Darauf gibt es selten Antworten. Dabei kann es doch eigentlich gar nicht so schwer sein, mit jungen Menschen über die erste Periode, Verhütung und Geschlechtskrankheiten zu sprechen, haben sich Elena Münker und Säli El Mohands gedacht und zusammen mit drei anderen Hosts und dem Rundfunk Berlin Brandenburg den Kanal safespace gestartet. Vor allem Jugendliche zwischen 14 und 16 bekommen hier alle Fragen beantwortet, die sie zum Thema haben. Und das sind sehr, sehr viele. Safespace ist wirklich ein totaler Erfolg. Und bei mir sind Elena Münker und Säli El Mohands von safespace. Mensch, wie sagen wie es ist. Elena, wir haben uns kennengelernt bei der Nominierung des Grimme Online Awards. Und als dann euer Format vorgestellt worden ist, bin ich um mein Kollege Stefan schierlos ausgeflippt und wir dachten sofort: Die laden wir ein. Und jetzt seid ihr da. Wundervoll. Safespace – was ist das genau?

Elena Münker [00:01:51] Wir freuen uns total, dass wir da sein können erst mal. Voll schön, dass wir uns getroffen haben. Safespace, was ist das? Das ist ein Aufklärungsformat auf Tik Tok für 14- bis 16-jährige FLINTAS. Also Frauen, Lesben, Intersexuelle-, Nicht-binäre-, Trans- und A-Gender-Personen.

Nadia Kailouli [00:02:09] Und die nennt man FLINTAS?

Elena Münker [00:02:10] Genau.

Nadia Kailouli [00:02:10] Das wusste ich nicht. Schon wieder was gelernt. Gut. Und das läuft ja recht gut, ne?

Säli El Mohands [00:02:17] Total. Wir haben hohe Aufrufzahlen. Wir kriegen immer wieder neue Fragen gestellt. Wir kriegen positives Feedback. Wir lesen uns auch immer gerne durch die Kommentare. Also es läuft auf jeden Fall mega.

Nadia Kailouli [00:02:29] Also wir wollen das alles im Detail besprechen und viele Fragen klären, die auch ich an meine Gyn habe. Was es damit auf sich hat, werdet ihr gleich besser verstehen, liebe Zuhörer:innen. Und es ist ja auch eine kleine Premiere für mich heute, weil ich habe heute zwei Gäste hier. Normalerweise sitze ich hier immer nur mit einem Gast. Deswegen seid nicht irritiert, wenn ihr unterschiedliche Stimmen hört. Ihr hört richtig. Wir haben nämlich Elena da und Säli. Fangen wir mal an. Die Themen, die drehen sich von Verhütung, Periode, Sexualität etc.. Warum habt ihr euch gedacht: Mensch, das müsste eigentlich in einem Aufklärungsformat auf Tik Tok dargestellt werden? All die Fragen, die man ja so hat?

Säli El Mohands [00:03:07] Sagen wir es mal so: Ich dachte immer früher mit der Schule sei man dann aufgeklärt genug. Also man kriegt eine gewisse Menge an Sexualkunde. Ich dachte, ich habe da erst mal genug mitbekommen. Aus dem Elternhaus habe ich wenig mitbekommen. Ich dachte immer, das wäre so kulturbedingt. Und je älter ich wurde, desto mehr habe ich gemerkt: Alle Leute um mich herum haben irgendwie die selben Struggles. Alle haben irgendwie, ich habe Freund:innen, die haben halt Endometriose, PCO-Syndrom. Ich habe Leute, die kommen mit ihrer Periode gar nicht klar, die haben dann richtige Struggles und wir alle haben so das Gefühl, irgendwie sind wir alle ganz doof, was das Thema angeht. Wir haben keinen Plan, so über unsere Sexualität usw. Und irgendwie bilden sich immer noch alle übers Internet und ich dachte, das würde sich bessern, das würde sich ändern. Aber wenn du jetzt guckst, es ist nicht besser geworden in der Schule. Und dann haben wir gesagt, da brauchen wir auf jeden Fall online da irgendwas, wo Leute sich dran wenden können und deshalb auch der Name safespace, dass die Leute sich auch wohlfühlen, diese Fragen offen stellen zu können und zu sagen: Ey, bei mir juckt's untenrum, ist das jetzt schlimm? Muss ich zur Gyn? Muss ich nicht? Ist es okay? Kann ich da was nehmen? Diese ganzen Fragen, die man sich einfach im Laufe des Lebens stellt, dass man die beantwortet bekommt.

Nadia Kailouli [00:04:18] Und vor allem stellt man ja sehr früh fest, dass man diese Fragen hat, weil man auf einmal ja vom Mädchen zur Frau wird und sich dann auch der Körper verändert und sich dann auf einmal Sachen auftun, die man so vorher noch nicht hatte und vielleicht eben auch nicht sich traut, das in der Schule anzusprechen, sondern dann vielleicht bei euch auf Tik Tok bei eurem Format safespace . Elena, du bist die Redakteurin dieses Formats. Warum glaubst du denn, hat sich das, was Säli gerade so erklärt hat, nicht geändert im Laufe der Jahrzehnte? Ja, dass wir, obwohl wir Zugang zu dem World Wide Web haben, immer noch so viele Fragen haben?

Elena Münker [00:04:52] Ich hatte das Gefühl, das hat zum Teil auch viel mit Scham zu tun. Also die jungen Leute, also wir merken auch einfach in den Kommentaren, dass immer noch viele sagen: Oh, muss jetzt wirklich ein Video zu dem Thema geben? Und so weiter. Und ich glaube, das ist genau der Grund, warum das wichtig ist, dass wir das machen. Weil es gibt auch viele Leute, die jetzt viel offener darüber reden in den Kommentaren, aber es ist immer noch sehr schambehaftet und auch in der Schule stellt man diese Fragen einfach nicht offen genug. Und im Internet kann man viel nachlesen, aber auch viel Quatsch nachlesen. Und ich glaube, es ist auch für viele Leute immer nicht ganz klar, was sie davon wirklich glauben können. Und deswegen war es für uns so wichtig, dass wir irgendwie klar machen, uns kann man vertrauen, weil das irgendwie auch fundiert recherchiert ist. Und wir haben auch Ärzt:innen und angehende Ärzt:innen im Team, so wie Säli. Und das ist einfach eine Basis, auf der man Leute fragen kann, die zwar eher wie so eine große Schwester zu einem reden, aber eben trotzdem medizinisch fundiertes Wissen weitergeben.

Nadia Kailouli [00:05:45] Du hast es gerade gesagt, Säli, du bist angehende Medizinerin. Du bist in deinem Medizinstudium. Gerade noch, ne?

Säli El Mohands [00:05:51] Genau. Ich bin in meinem praktischen Jahr. Das letzte Jahr, wo ich im Krankenhaus arbeite. 

Nadia Kailouli [00:05:54] Dann auch in der Frauenheilkunde?

Säli El Mohands [00:05:59] Bei uns besteht das praktische Jahr aus drei Tertialen und man darf sich, also man muss einmal in die Innere, man muss einmal in die Chirurgie und eins darf man sich aussuchen. Und da habe ich mir die Frauenheilkunde tatsächlich ausgesucht. Also das wollte ich früher nicht unbedingt. Aber je mehr ich Videos für safespace gedreht habe, desto mehr dachte ich mir so: Mensch, es braucht gute Gynäkologen, warum werde ich denn keine?

Nadia Kailouli [00:06:19] Und jetzt kommen wir doch mal zu dem Thema. Also ich bin jetzt ein paar Jährchen älter als ihr zwei, das muss die große weite Welt jetzt nicht wissen. Aber es ist so. Dementsprechend war ich nicht nur einmal in meinem Leben bei einer Gynäkologin, sondern schon mehrmals und auch bei unterschiedlichen. Und ich habe festgestellt, dass meine Gynäkologinnen eben auch unterschiedliche Ansichtspunkte haben der Aufklärung bei meinen Fragen. Wo fangt ihr denn zum Beispiel an jetzt bei den jungen Frauen, die euch ja hauptsächlich konsumieren, über Tik Tok, zu sagen: Wie finde ich denn überhaupt die richtige Gynäkologin, zum Beispiel? Damit ich der die Fragen auch stelle, wo ihr sagt: Das sind drei Fragen an deine Gyn, also geh mal dahin. Da fängt es ja schon an.

Elena Münker [00:06:55] Wir ermuntern eigentlich die ganzen jungen Personen dazu, ihre Gynäkologin auch mal zu hinterfragen und wenn sie merken, irgendwie reagiert sie nicht so richtig auf das, was ich ihr sage. Und ich kriege nicht die Auskunft, die ich mir wünsche, auch zu sagen: Okay, ich überlege, ob ich noch mal eine andere Gynäkologin ausprobiere. Das ist, glaube ich, ein wichtiger Teil, weil ich glaube, das sagt einem gar nicht jeder oder jede Person so: Ey, vielleicht klappt es einfach mit der nicht so gut, geh mal zu jemand anderem hin. Und es gibt auch extra Seiten, die queerfreundliche Gynäkolog:innen auf Listen haben. Es ist eigentlich traurig, dass man solche Listen braucht, aber so ist es halt derzeit. Und es gibt auch die Seite Gynformation. Die haben auch auf ganz verschiedenen Clustern Gynäkolog:innen deutschlandweit gesammelt, wo man einfach mal schauen kann: Ich bräuchte speziell jemanden mit diesen Bedürfnissen, vielleicht gibt es da jemand in der Stadt bei mir, wo ich einen Termin ausmachen kann.

Nadia Kailouli [00:07:46] Ich finde das super, dass du das gerade schon so einsortiert, weil Tik Tok ist eigentlich so ein Funkonsum, so eine Funkonsum-Plattform. Aber du hast es glaube ich gerade ziemlich deutlich gemacht, es geht nichtsdestotrotz jetzt hier um wirklich auch ein ernstes Aufklärungsthema, um ein Thema, was sowohl meine psychische Gesundheit betrifft als auch meine körperliche Gesundheit. Ja, da spielt ja Sexualität und die Entwicklung des Körpers immer mit ein. Was sind denn so die Fragen, wo ihr sagt, das hätten wir nie gedacht, aber das ist die immer wiederkehrende Frage, die ihr wirklich ernst behandelt und in dieser Ernsthaftigkeit auch wirklich recherchiert und dann eben euren User:innen zur Verfügung stellt? Gibt es so eine?

Säli El Mohands [00:08:26] Ich glaube, so eine konkrete Frage gibt es nicht. Ich habe immer das Gefühl, dass das sich wirklich um alles dreht. Also wir können so viele Videos über das Thema Periode machen, es wird immer wieder Fragen geben, weil das einfach eine individuelle Sache ist. Das ist bei jeder Frau und jeder menstruierenden Personen einfach unterschiedlich oder nicht-menstruierenden Person. Es gibt auch Menschen die eine Gebärmutter haben und nicht menstruieren. Und da kommt halt jeder und jede mit ihren eigenen Erfahrungen und da kann man so oft Videos drüber drehen. Also es gibt, genauso ist es bei dem Thema Weißfluss, bei dem Thema Geschlechtsverkehr, es gibt, also bei den ganzen Themen hat jede Person ihre individuellen Erfahrungen und da ist es, da kommen die immer einfach immer mit neuen Fragen auf.

Nadia Kailouli [00:09:03] Jetzt kam das wunderschöne Wort Weißfluss und das Wort nehmen wir jetzt direkt mal, um einen Einblick in euren Kanal zu geben und spiel mal einen kurzen Weißfluss Slot ab.

Säli El Mohands [00:09:14] Heißt jetzt Weißfluss, dass meine Periode bald kommt? Ich bin Säli von safespace und wir reden heute über Weißfluss. Und wenn du noch mehr Fragen dazu hast, dann checke unsere Videos ab oder frag in den Kommentaren. Weißfluss ist diese weißlich, gelbliche Flüssigkeit, die aus deiner Scheide kommt. Und wenn du deine Periode noch nicht hattest, dann ist das eine Art Botschaft: Deine Periode kommt bald. Bald kann aber alles heißen, von zwei Wochen bis zwei Jahren, alles dazwischen, bei jedem Körper ist es halt unterschiedlich. Wie lange hat es denn bei euch gedauert, zwischen dem ersten Weißfluss und der ersten Periode? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Du Weißfluss verschwindet aber nicht, sobald deine Periode kommt. Er ist gekommen um zu bleiben, denn Weißfluss schützt nämlich deine Scheide vor Krankheitserregern.

Nadia Kailouli [00:09:56] Säli, dafür bin ich dir so dankbar. Also ich dachte, ich habe das gehört, und ich habe das nicht als diejenige gehört, die gerade kurz davor ist, das erste Mal in ihrem Leben die Periode zu bekommen, sondern als sie, die sie ja schon ein paar Jahre hat. Und ich dachte: Aha, alles klar, okay. Dieser Schutz vor bakteriellen Infektionen zum Beispiel war mir nicht bewusst.

Säli El Mohands [00:10:17] Das zeigt, wie schlecht wir alle aufgeklärt sind. Ich muss auch zugeben, ich mache, ich bin ja einer der Hosts auf safespace. Und trotzdem habe ich das so oft, dass ich mir denke: Wie mache ich das oder jenes noch mal? Und dann gucke ich mir ein Video von meinen Kolleg:innen an und denk mir so: Ok, so war das noch mal. Also ich lerne auch von unseren eigenen Videos einfach oder zum Weißfluss, beispielsweise,  dass ich mir denke, ok was hatte ich da nochmal recherchiert? Und gucke mir das noch mal an und lernen dann wieder draus, obwohl ich 24 bin, obwohl ich eigentlich das wissen müsste. Und das wollen wir ja damit ändern, dass die Leute das drauf haben.

Nadia Kailouli [00:10:51] Meine Liebe, wie gesagt, 24, das ist noch, da finde ich, da darf man noch Fragen haben. Dass ich noch Fragen habe, das ist erschreckend. Aber jetzt noch mal, ich dachte zum Beispiel auch immer, es heißt Ausfluss, nicht Weißfluss. Oder ist Ausfluss wieder was anderes als Weißfluss?

Säli El Mohands [00:11:05] Das ist das gleiche, soweit ich weiß. Weißfluss, Ausfluss. Weißfluss wahrscheinlich, weil das so weißlich ist, Ausfluss weil es rauskommt, wahrscheinlich. Aber ich glaube auch, beide Begriffe sind in Ordnung, so weit ich weiß.

Elena Münker [00:11:14] Aber was auch spannend ist, habe ich dazu gelernt, zum Beispiel: Dass der Ausfluss sich verändert oder der Weißfluss. Also der verändert sich während dem Zyklus und ist mal dickflüssig und mal mehr, mal weniger. Und es kommt immer darauf an, an welcher Stelle man bei seinem Eisprung gerade ist, also in seinem Zyklus. Und das fand ich sehr interessant. Also der Ausfluss, oder Weißfluss, das ist nicht jedes Mal derselbe, sondern der verändert sich auch.

Nadia Kailouli [00:11:35] Manchmal ist er gar nicht mehr da. Ja, und manchmal ist er da und man sieht ihn nicht, wenn man zum Beispiel Filme guckt. Also das ist das, ich erinnere mich noch ganz genau, als ich das erste Mal Weißfluss, Ausfluss, however, hatte und ich ja wusste, das hinterlässt ja auch Spuren im Slip. Und dann sieht man das erste Mal Filme und sie hat den dunkelsten Slip, einen schwarzen Schlüpper an und sie zieht ihn aus, und da ist immer, es ist immer eine saubere Geschichte. Und das hat mich immer gestört, dass in der Fernsehindustrie nicht einmal auch mal dieser Ausfluss in der Unterhose sichtbar gemacht wird. Ihr lacht, ich fand das wirklich doof.

Säli El Mohands [00:12:12]  Ich war damals voll irritiert und ich fand das so beschämend, dass meine Mum auch dann nicht weiter wusste. Nämlich war das immer so, ich habe mir früher immer gerne dunkle Unterhosen gekauft und die haben sich einfach mit der Wäsche immer aufgehellt. Ich war so: Warum wird das jetzt auf einmal rötlich? Oder so orange? Oder manchmal sogar weißlich? Und ist eigentlich schwarz, die Unterhosen. Ich hab meine Mum gefragt und meine Mum so: Keine Ahnung, so, was macht du da? Ich so: Ich mach nichts. Und dann waren wir einfach bei der Gyn und die Gyn hat das auch nicht so toll erklärt. Die war so, ja, das liegt einfach so an dem, was aus der Scheide kommt. Ja, okay, muss ich mir jetzt Sorgen machen? Muss jetzt mir jetzt keine Sorgen machen?

Nadia Kailouli [00:12:47] Ich mein, es verändert die Farbe meiner Unterwäsche, entschuldigung?

Säli El Mohands [00:12:51] So sollte ich mir Sorgen machen um meine, weiß nicht, Schleimhaut da unten? Und später habe ich halt gelernt: Okay, das liegt einfach am PH-Wert. Also der Ausfluss, der Weißfluss der ist einfach so sauer, dass das mit der Wäsche, mit dem Waschmittel einfach die Farbe wegätzt, nicht ganz ätzt, ätzt klingt böse so. Aber halt, der muss ja auch sauber sein, um einfach diese ganzen Krankheitserreger, Bakterien und so genau. Du hast ja im Magen hast du auch eine Magensäure, damit die ganzen Bakterien, die du über das Essen aufnimmst abgetötet werden.  Und genauso ist es unten mit der Scheide. Genau. Nur dass dann halt die Farbe von meiner Unterhose auch abgetötet wird.

Nadia Kailouli [00:13:23] Also ich glaube, wir könnten wahrscheinlich, deswegen macht ihr ja auch diesen Kanal, wir könnten wahrscheinlich diese Folge einfach nur die Weißfluss-Folge nennen, weil wir jetzt schon wahnsinnig lange nur über dieses Thema reden könnten. Und es zeigt ja einfach, wie viel Wissenshunger man hat in diesen Themen, zum Beispiel PH-Wert hatte ich, ich sage es jetzt, bei einbiszwei bin ich immer ganz offen, hatte ich letztens auch das erste Mal, dass der komplett außer Kontrolle geraten ist. Ja, da sitzt man da mit Ende 30 beim Gynäkologen und weiß nicht, was bei dir passiert. Und deswegen dachte ich so: Euer Kanal, der ist wirklich ja hilfreich, wie für jedes Alter. Aber noch mal dahin zurück, dass ja diese Fragen auf jeden Fall kommen. Ihr bebildert das ja jetzt. Wir haben das jetzt gerade gehört, wie du eben Weißfluss erklärst, was das bedeutet, warum der jetzt da ist. Und ihr bebildert das zum Beispiel auch. Du hast da so ein Glas in der Hand und gehst mit dem Löffel rein und zeigst die Konsistenz, wie er zum Beispiel aussehen könnte. Wie reagieren eure Zuschauer:innen darauf? Sind die verstört, dann sind die dankbar, dass ihr das auch sichtbar macht, wie es aussehen könnte?

Elena Münker [00:14:28] Ich glaube das ist den total wichtig, dass sie so einen kleinen Anhaltspunkt haben, wie es aussehen könnte. Wir haben auch ein Video, da zeigen wir einfach verschiedene Farben vom Ausfluss und ab wann man vielleicht mal zu Gynäkolog:in gehen sollte und wann eher nicht. Und ich hab das Gefühl, das ist denen total wichtig, dass man einen Anhaltspunkt hat: So kann es aussehen. Auf der anderen Seite ist das genau, sind so Punkte, wo dann aber tatsächlich eher, wir können ja die User nur so einschätzen, wie wir sie sehen, aber männliche Personen drunter schreiben: Äh, brauche ich jetzt, was ist da auf meiner For-You-Page? Wozu braucht es dieses Video? Igitt, ws macht es da? Und so. Also da sind die einzigen Kommentare, die da so ein bisschen negativ sind, Leute, die sich wirklich damit gar nicht befasst haben und die dann so ein bisschen irritiert reagieren. Warum sie dann jetzt da so ein Weißfluss auf ihrer For-You-Page haben.

Nadia Kailouli [00:15:16] Da müssen die durch. Ich meine, wir haben es nicht auf unserer ForYou-Page, wir haben es in der Unterhose. Also das muss man ja mal sagen. Ich würde mal ganz gerne weiter in den Themen springen, weil das ist ja jetzt wirklich nur das eine Thema, die Periode, das davor, das danach. Ein anderes sehr wichtiges Thema ist zum Beispiel die Verhütung. Was ist so eure Erfahrung? Also man könnte ja eigentlich meinen, dieser wahnsinnig aufgeklärten Welt, in der wir sind, sollte Thema Verhütung eigentlich das Standardprodukt sein, was wir kennen. Aber so ist es glaube ich gar nicht, oder?

Säli El Mohands [00:15:47] Du. Ich kannte, bis bevor wir die Videos über Verhütung gemacht haben, kannte ich nur Kondom und Pille und höchstens die Pille danach. Aber dann haben wir die Videos über Verhütung gedreht und du hast 5000 Sachen. Du hast so ein Frauen-Kondom, das ist, Femidom nennt sich das. Das ist quasi wie, das sieht aus wie ein vergrößertes Kondom und das legst du dir in die Scheide rein und es bedeckt deine Scheide wie eine zweite Haut quasi. Dann haste so ein Hormonstäbchen. Das ist ein Stäbchen, das du dir implantieren lässt. Dann hast du die Hormonspirale, die Kupferspirale. Das sind Sachen, die in deine Gebärmutter implantiert werden können. Und das waren so 5000 Sachen, ich glaube wir haben sogar so ein Schwämmchen oder so was gehabt, was du dir in die Scheide einlegst und das Hormone abgibt. Und ich dachte mir so: Warum kenne ich das alles nicht? Warum kenne ich nur Kondom und Pille, so? Es ist so interessant zu sehen, wie viele Variationen es gibt. Und es ist auch so interessant in unseren Kommentaren zu sehen, wie viele User:innen probiert haben und für sich das Richtige gefunden haben. Dann schreiben Leute: Ey die Hormonspirale war für mich top. Dann schreibt jemand anders: Okay, für mich hat das leider nicht so geklappt. Ich fand, die Pille war letztendlich das Beste. So und das ist dann doch interessant zu sehen, dass wir diese Variationen einfach brauchen, weil wir einfach unterschiedlich sind. So haben unterschiedliche Körper. Mein Körper ist nicht gleich dein Körper, der funktioniert unterschiedlich und deshalb brauchen wir wahrscheinlich unterschiedliche Sachen. Aber da muss du halt erst mal drauf kommen, dass es diese ganzen Sachen gibt.

Nadia Kailouli [00:17:08] Wo sieht ihr jetzt euren Schwerpunkt? Also abgesehen jetzt von der Aufklärung, die ihr ja für die einzelnen Themen macht. Ihr übernimmt da ja eine wahnsinnige Verantwortung auch. Also ihr, ihr nimmt ja auch Eltern vielleicht so ein bisschen die Aufgabe weg: Oh Gott, wie erkläre ich jetzt meinem Kind, welche Verhütung die beste ist oder so. Und man wendet sich ja wahrscheinlich lieber dann an euch anstatt an Mutter oder Vater. Ist das eine Verantwortung, die ihr annehmen könnt und auch ja so so handhabt? Oder sagt ihr: Ne, sorry, wir sind eine reine Fun-Aufklärungs-Plattform, aber am Ende des Tages bitte fragt vorher noch mal zu Hause nach oder bei eurer Gyn.

Elena Münker [00:17:44] Also es gibt, das ist so, teils, teils. Die Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Ich glaube uns ist es schon total wichtig und wir wissen es total wert zu schätzen, wie viele Leute so offen mit uns reden. Und ich glaube, das ist ja auch das Schöne, diesen Austausch in den Kommentaren zu haben, weil Leute miteinander dann auch sprechen auf einmal. Die User:innen beantworten sich auch gegenseitig Fragen und man kommt auf neue Gedankengänge, und so weiter. Und auf der anderen Seite gibt es natürlich irgendeine Grenze. Wir können keine medizinischen Untersuchungen sowieso nicht machen, aber auch keinen, keinen Rat geben sozusagen und keine Diagnose stellen. Das war das, was Wort, was ich gesucht habe, Diagnose stellen. Aber wir versuchen natürlich immer zu dem Moment zu sagen, wo es dann über diese Grenze hinaus geht, da musst du noch mal mit einer Gynäkologin sprechen. Das können wir so von außen nicht beurteilen. Und was gerade so Eltern und Schule angeht, würde ich sagen, dass wir schon versuchen, wir wollen da niemandem was wegnehmen. Aber wenn uns jetzt jemand darunter kommentiert: Hätte ich das mal in der Schule gelernt oder könnt ihr das meiner Mama noch mal erklären? Dann freuen wir uns natürlich zum Teil darüber, dass wir diesen Part übernehmen konnten. Aber natürlich gibt es auch da Grenzen, weil die Videos sind einfach nur 60 Sekunden lang. Und wir haben ja jetzt schon in unserer kurzen Diskussionsrunde gemerkt, man kann endlos über die Themen reden und da sind wir natürlich auch begrenzt. Wir können, wir könnten so so viele Videos machen, aber irgendwo gibt es dann doch eine Grenze, wo es ein längeres Gespräch zu braucht. Wir versuchen aber auch Livestreams zu machen, die bis zu einer Stunde gehen, wo Leute noch mal ganz viele Fragen stellen können. Also den Part versuchen wir schon echt zu übernehmen und vor allem auch immer so auf Augenhöhe, ist immer so ein viel verwendetes Wort, aber schon so zu sprechen, dass man nicht das Gefühl hat, so unter einem Druck zu stehen, wei Eltern so viel älter sind, weil eine Gynäkologin so viel älter ist und man dann einfach sich nicht traut, das zu sagen, sondern dass wir auch so viele persönlich oder die Hosts, unsere Hosts, so viele persönliche Erfahrungen teilen. Und dass einem dadurch der Druck so ein bisschen genommen wird, dass man auch darüber sprechen kann und über seine Ängste reden kann und so.

Nadia Kailouli [00:19:39] Ich finde es wahnsinnig interessant, was du sagst und auch wahnsinnig wichtig, gerade auch was ja den Titel  eures Kanals betrifft: safespace. Ich glaube, viele von uns waren schon in der Situation, du sitzt beim Arzt, bei der Gyn, und traust dich gar nicht zu sagen, wie es vielleicht zu dem gekommen ist, was da gerade diagnostiziert worden ist. Warum glaubt ihr, ist es so, dass es immer noch so ein Tabu ist? Gerade da? Viele haben zum Glück ein super Verhältnis zu ihrer oder ihrem Gynäkologen. Das ist natürlich gut, aber nichtsdestotrotz wissen wir darüber Bescheid. Sonst würde euer Kanal wahrscheinlich nicht so gut laufen, dass man viele Fragen hat, die man sich nicht traut zu stellen. Warum haben wir dieses Tabu gerade im medizinischen Bereich immer noch so? Was glaubt ihr?

Elena Münker [00:20:24] Also ich kann nur eine kleine Einschätzung von mir geben. Säli, du kannst mich gerne ergänzen. Ich glaube, es ist schon noch so, dass man damit aufwächst, dass man irgendwie Ärzt:innen nicht in Frage stellt. Also es ist so, die werden schon wissen, was sie sagen. So ungefähr. Und ich glaube, das meinte ich auch vorhin so ein bisschen. Es ist auch wichtig, glaub ich, das mitzugeben: Du kannst diese Personen auch challengen, die sind dafür da, deine Fragen zu beantworten. Und ich glaube, es wird einem, also gerade in der Schule wird einem ja dazu im Sexualunterricht überhaupt nichts erzählt, das ist ja, du kriegst noch nicht mal mit, warum du da überhaupt hingehen solltest. Nur so ungefähr: Geh da mal hin, um dir die Pille irgendwann verschreiben zu lassen. So was in meinem Alter ist für gar nicht ganz genau wissen, wie es jetzt in der Generation ist. Ich habe aber mal das Gefühl, es hat sich nicht viel verändert, ehrlich gesagt. Und ich glaube, das ist so ein bisschen das Problem, sodass man diese Person auf so ein Podest stellt und irgendwie dann das nicht so wirklich in Frage stellt und sich deswegen auch nicht traut, da nochmal nachzuhaken und zu sagen so: Hey, du bist für mich da. Und wenn ich das wissen will und du mir das nicht richtig beantwortest, dann schau nach und beantworte mir diese Frage.

Säli El Mohands [00:21:25] Aber ich würde es auch gerne ergänzen. Also ich glaube, zum einen ist das halt so ein bisschen vergesellschaftet. Und zum anderen ist es halt auch einfach so: Ich habe sehr viele Erfahrungsberichte von jungen Frauen und jungen Personen gelesen. Die hat einfach nicht einen krassen Periodenschmerz haben, dann aber nicht ernst genommen werden und dann sich aber weiß nicht, nach fünf Jahren feststellt, okay, es war Endometriose und das ist ernst zu nehmen und es muss behandelt werden und so weiter. Das sind dann halt einfach Sachen, die dann auch noch mal einen verunsichern. Also ich aktuell habe jetzt keinen Gynäkologen oder keine Gynäkologin und habe, muss ich ehrlich sagen, Schwierigkeiten, erst mal jemanden zu finden, weil ich dann auch einfach schlechte Erfahrungen hatte. Weil das ist nicht einfach nur ein Arzt, zu dem ich jetzt hingehe, wie der Hausarzt oder wie die Hausärztin und mir was verschreiben lasse oder so, das ist auch einfach so, da brauchst du auch eine gewisse Vertrauensbasis, wo du dich öffnen kannst und das ist halt bei vielen sehr schwierig und ich glaube da noch mal den Arzt, die Ärztin, so zu sehen und das auch von seitens der Ärzte und Ärztinnen, dass die sich dem auch so ein bisschen annehmen. Weil es gibt gute Gynäkolog:innen, von denen ich höre, die halt sehr behutsam mit ihren Patient:innen umgehen, sehr ruhig und da diese Vertrauensbasis schaffen. Es gibt aber auch andere, die sind einfach knallhart und du wirst angeschrien oder sonst was. Aber ich glaube, das ist einfach so ein gesamtgesellschaftliches Ding, das sich wahrscheinlich mit der Zeit noch so ein bisschen ändern muss.

Nadia Kailouli [00:22:44] Also wir müssen hier an dieser Stelle vielleicht noch mal explizit sagen, dass euer Kanal safespace kein Arzt, keine Ärztin ersetzt. Jedem ist geraten, sich auf jeden Fall immer einen wirklichen medizinischen Rat zu holen. Bei sämtlichen Fragen, die man rund um seine körperliche Gesundheit oder Sexualität, was im gesundheitlichen Sinne stattfindet, hat, auch beim Arzt zu platzieren. Nur ist halt die Frage so wie und wie ist der Rahmen dann? Und dass man dann eben noch mal ein paar Fragen mehr stellen darf. Da muss man sagen, ich kenn das auch. Meine Ärztin hat auch, das ist so, da läuft die Uhr, zehn Minuten schon, schwupp bist du wieder raus. Ich bin ganz froh, ich hab eine ganz Tolle, die sich da manchmal ein bisschen mehr Zeit nimmt, wenn es denn gerade hinhaut. Aber schwieriges Thema auf jeden Fall mit viel Zeit, sich da den richtigen Rat zu holen. Was sind denn so die Themen, nach denen ihr auswählt? Natürlich kriegt ihr wahrscheinlich pro Tag ch weiß nicht, wie viele Fragen rund um die Periode.  Endlos?. Aber wie wählt ihr aus? Welche Themen nehmt ihr rein? Gibt es Themen, wo ihr sagt, oh ne, das können wir auch nicht behandeln, da sind wir nicht so tief drin oder wie kann ich mir das vorstellen?

Elena Münker [00:23:55] Also ich würde sagen, es gibt eigentlich kein Thema, wo wir sagen, das ist uns irgendwie zu heiß oder das ist uns zu kompliziert oder so. Man kann irgendwie alles runterbrechen, das haben wir gelernt. Und wenn nicht, dann macht man halt zehn Videos zu einer Frage. Und ansonsten würde ich sagen, dass man schon in den Kommentaren, man kann ja auch die einzelnen Kommentare liken, sieht, wie viele Leute eine Frage interessiert. Und ich glaube, da kann man gut ablesen, wenn eine Frage 1000, 2000 Likes hat, dann interessiert es wahrscheinlich ein paar mehr Leute und dann ist die sehr dringlich, sagen wir so. Aber wir versuchen echt alle unsere Kommentare wahrzunehmen und da auch jetzt Shout out an das  Community Management von uns, Marina macht das total toll, und wir versuchen da alle Fragen irgendwie wahrzunehmen und zu sortieren und das ist gerade unser größter Themengeber. Aber ansonsten treffen wir uns noch immer mit dem Host-Team und der Redaktion zusammen,  wir sind ja schon ein paar Leute insgesamt, und versuchen auch da noch mal zu brainstormen und zu überlegen: Welche Themen haben uns früher beschäftigt? Was wollen wir auf jeden Fall noch für Aspekte mit reinnehmen, damit wir nicht auch immer nur auf heteronormative Fragen antworten? Und ja.

Nadia Kailouli [00:25:00] Könnt ihr uns vielleicht einen Einblick noch mal geben, so ein bisschen in diese Themenvielfalt an Fragen, die euch so erreichen?

Säli El Mohands [00:25:09] Wir haben, wie schon gesagt, Periode ganz viel, seitdem wir jetzt Weißfluss machen, ist da auch ganz viel. Ich glaube bei Verhütung, da hatten wir auch ganz viel, auch so in Sachen von: Okay, was ist, wenn Verhütung jetzt nicht geklappt hat oder so? Da haben wir jetzt mit meiner Co-Host Whitney haben wir, hat sie noch mal ein Video drüber gemacht, dass sie bei der Gyn anruft, sagt: Okay, irgendwie hier, weiß nicht, Kondom ist gerissen oder so was kann ich machen? Geschlechtsverkehr reden wir auch ganz viel. Was ist, wenn es brennt? Was ist mit wenn zwei Menschen mit einer Vulva miteinander Geschlechtsverkehr haben? Wie verhüte ich da? Kann es passieren, dass da auch Geschlechtskrankheiten übertragen werden können? Also ich glaube das reduziert sich so ein bisschen auf Sex, Periode und aber dann auch so restliche Sachen am Körper. Also so: Ich habe jetzt hier da ganz viel Behaarung. Ist das jetzt schlimm? Ist es nicht schlimm? Meine Bubis, die eine ist größer als die andere. Oder die wachsen gar nicht. Oder die wachsen viel zu schnell. Und wie Elena schon gesagt hat, wir können bei jedem Thema da endlos rausholen, weil da kommt immer wieder eine Frage: Ja, ber bei mir ist es so, ja, aber bei mir ist es so und es ist immer die Frage: Ist das normal? Einfach, weil wir einfach immer diese Ideale haben, dass wir einfach nicht wissen, ist das bei mir, so wie meine Vulva aussieht, ist das normal? So wie meine Bubis aussehen, ist das normal? Und bis wir dahin kommen, dass alles als normal akzeptiert wird, werden diese Fragen immer und immer wieder auftauchen. Sie beantworten sie auch immer wieder gern.

Nadia Kailouli [00:26:33] Okay, ich übersetze kurz Bubis steht für Brüste. Genau für die Leute, die jetzt sagen: Was sind denn jetzt Bubis? Keine Sorge, es sind die Brüste. Aber ich gucke euch die ganze Zeit an, weil ich das selber so spannend finde, weil ich, glaube ich selber, oder viele sich da einfach wiedererkennen. So mit dem Heranwachsen, egal ob jetzt von zwölf auf 15 oder von 15 auf 20 oder von 20 auf Anfang 30: Der Körper verändert sich, dein Ausfluss verändert sich, deine Periode verändert sich. Es verändert sich so viel und man denkt sich dann immer, wie du eben schon gesagt hast, ist das jetzt normal? Was sich leider nicht verändert hat, ist dass die Veränderung des Körpers ja, von vielen anderen, die diese Veränderung vielleicht gerade nicht mitbekommen oder noch nie erlebt haben, auch als Instrument von Gewalt benutzt wird, zum Beispiel. Also: Du bist zu trocken, du wirst nie feucht, du deine Schamlippen sind zu groß, du bist mir zu behaart oder so. Da fängt es ja schon an, dass auch diese Ideale in anderen Köpfen so stigmatisiert sind, dass man dann, wenn man jemanden kennenlernt, der vielleicht anders aussieht als der letzte Playboy es gezeigt hat, dann ja getroffen wird. Wie sind da so eure Erfahrungen? Sind die Menschen, die euch schreiben, sind die da gewappnet? Können die damit besser umgehen als vielleicht ich in meinem Alter, damals mit 15, 16?

Säli El Mohands [00:27:58] Ich glaube es kommt drauf an, wen du adressiert, also wer, wer da das mitbekommt. Ich habe mal einmal, das war mir ganz wichtig, dass wir das machen, ein Video über das Hymen, über das sogenannte Jungfernhäutchen. Es gibt ja immer diesen Mythos von diesem Häutchen, das beim ersten Sex durchbrochen wird. Und DAM DAM DAM. Du bist dann keine Jungfrau mehr und man kann das angeblich nachweisen. Und so weiter. Aber das ist halt so schlimme Realität für viele junge Frauen, weil die halt aufgrund des Mythos dann, wenn sie ihren ersten Sex hatten und weiß nicht, Familie darf das bloß nicht wissen oder ich heirate jetzt und ich sollte eigentlich Jungfrau bleiben bis zur Hochzeit, sich dann ein Häutchen ran operativ rannähen lassen. Und so weiter. Also die lassen sich davon wirklich bestimmen. Und ich habe, bei mir ist es auch familiär so, dass meine Familie auch an diesen Mythos geglaubt hat und ich war so: Okay, irgendwie stimmt da was nicht. Irgendwie müssen wir da was ändern und habe dann halt ein Video drüber gemacht, habe das versucht aufzuklären. Mir war es auch wichtig, dass ich das mache, weil ich halt muslimisch gelesen bin oder gelesen werde. Und ich weiß, dass dieser Mythos besonders in muslimischen Kulturen oder muslimisch geprägten Kulturen da ist, aber auch hier in anderen Communities auf jeden Fall vorhanden ist. Und dann habe ich dieses Video gemacht und so viele Frauen haben sich bedankt. Es hieß ganz viel: Wie schicke ich das jetzt meiner Familie, wie schicke ich das jetzt meinem Mann? Weil die oft auch immer einfach uneducated, also nicht gebildet sind, was das Thema angeht. Die einzigen, die sich drüber aufgeregt haben, waren die Menschen ohne Hymen. Nämlich CIS-Männer, die haben sich alle drüber aufgeregt. So: Wie kannst du darüber reden? Und: Du trägst ein Kopftuch, du musst ja ganz fromm sein,wie kannst du über so was offen reden? Und: Das geht ja gar nicht. Und ich denke so, was geht denn euch das an? 

Nadia Kailouli [00:29:44] Kannst du uns mal kurz aufklären? Was hast du denn da in den 60 Sekunden als Botschaft rausgebracht?

Säli El Mohands [00:29:50] Ich habe einen Bubble-Tea genommen, ich habe das mit einem Strohhalm durchstochen und meinte so: So ist das nicht, so ist das nicht, dass da ein Hymen durchstochen wird. Habe erklärt, was das Hymen ist, dass es ein kleines Häutchen ist. Das musst du dir vorstellen wie so ein Scrunchie oder wie die heißen. Diese Haargummis, dieso ein bisschen fluffig sind.

Elena Münker [00:30:05] Es hat ein Loch in der Mitte.

Säli El Mohands [00:30:06] Es hat einfach ein Loch in der Mitte. Und es gibt Unterschiedliche: Du könntest so ein Halbmond-förmiges haben. Das könnte ein Ring sein. Du könntest so zwei Löcher haben. Es könnte ganz zu sein. Aber dann ist das nicht gut, weil dann deine Periode nicht abfließen kann. Also überhaupt, dieses Hymen ist ganz zu, gibt es nicht, weil dann läuft deine Periode nicht ab und es sammelt sich da an und du hast monatlich Schmerzen und dann muss das operativ geöffnet werden. Aber Hymen sehen halt sehr unterschiedlich aus, und sind variabel und du kannst nicht dran ablesen, ob jemand jetzt schon Geschlechtsverkehr hatte oder nicht. Vor allem penetrativen Geschlechtsverkehr.  Du kannst ja auch anders Geschlechtsverkehr haben. Und sie haben sich dann alle angegriffen gefühlt und ich saß da so, hab mir diese Kommentare angeguckt. Ich so: Warum fühlt euch jetzt angegriffen? Ich sag nichts über eure Geschlechtsteile ihr lieben Cis-Männer. Sondern nur über die Menschen, die ihr versucht zu kontrollieren, die ihr versucht da rein zu drängen. Und ich möchte, dass diese Menschen sich befreien und sagen: Ey, ist es mein Körper. Ich bin auch so ein Mensch, ich sag: Ich möchte kein Sex haben vor der Ehe. Go for it! so, aber lass dich nicht von der Society, von der Gesellschaft bestimmen und unterdrücken. Und das war ganz lustig zu sehen, wie viele Männer sich darüber aufgeregt haben. Dann weißt du, du machst es richtig.

Nadia Kailouli [00:31:19] Aber es ist interessant, dass du diesen Einblick gibst, weil man daran glaube ich, ganz gut ablesen kann, dass es eben nicht nur eine Aufklärung ist in der körperlichen sexuellen Entwicklung, sondern eben auch ein gesellschaftspolitisches Thema ist.

Säli El Mohands [00:31:31] Total. Und das habe ich in dem Moment erkannt. Das ist, das hat krass viel Wert, was wir da in diesen 60 Sekunden gesagt haben.

Elena Münker [00:31:37] Aber vor allem, obwohl wir nur über Körperthemen reden, letztenendes hat Säli nur was körperlich ist erklärt, merkt man, dass es trotzdem gesellschaftspolitisch ist, letztenendes. Also es ist, wir sprechen jetzt nicht explizit irgendwelche Probleme an, sondern wir reden über den Körper erst mal und trotzdem fangen bei ganz vielen Leuten Denkprozesse an. Und ich finde es aber auch wichtig, dass wir uns da eben nicht an Menschen mit Penis gerichtet haben, sondern an Menschen, die ein Hymen haben. Und trotzdem haben ja Leute was gelernt, hoffentlich, vielleicht, die auch einen Penis haben.

Nadia Kailouli [00:32:05] Also ich gerade auf jeden Fall.

Elena Münker [00:32:08] Und ich glaube, so ist es auch mit anderen Videos, die wir machen. Das ist total wichtig, dass wir uns trotzdem unseren safespace bewahren und bestimmte Personen adressieren. Aber wir können ja auf jeden Fall hoffen, dass manche Leute mitschauen und ich glaube, das tun sie zum Teil auch. Und was mitlernen dadurch.

Nadia Kailouli [00:32:24] Wie ist es denn von der Seite eurer Zuschauer:innen, die selber eigentlich aufklären sollten, wie zum Beispiel Lehrer:innen oder eben auch Gynäkolog:innen, Gynäkologen? Habt ihr da Reaktionen bekommen? Feedback bekommen nach dem Motto: Jetzt hört mal auf mit dem Quatsch, die kommen gefälligst hier in meinen Sexualkundeunterricht und ich sage denen dann, wie es läuft. Da brauchen die das, brauchen die euch nicht?

Elena Münker [00:32:52] Also Lehrer:innen hatten wir glaube ich nicht in den Kommentaren. Gynäkolog:innen kann ich mich auch nicht explizit dran erinnern. Es gibt schon ältere Menschen, ältere Menschen ist auch ein lustiges Wort.

Nadia Kailouli [00:33:02] Also alle ab Mitte 20.

Elena Münker [00:33:05] Die ab und zu sagen, so: Hätte ich das mal früher gewusst. Uns haben per Email ab und zu Lehrer:innen geschrieben und gesagt: Boa cool. Können wir das irgendwie bei uns im Unterricht verwenden? Wir finden das total interessant, was ihr macht. Aber es hat sich jetzt noch niemand beschwert.

Nadia Kailouli [00:33:18] Das ist gut, das wollte ich wissen. Also man steht hinter dem was ihr macht und man kann das auch vertreten, was ihr macht. Also ich kann es auf jeden Fall. Aber ich lehre ja auch nicht Sexualkunde, das muss man ja auch mal sagen. Aber wie reagiert denn sonst eure Followerschaft? Also es gibt ja immer diese stillen Follower, die nichts preisgeben, nichts kommentieren und bloß keine Frage stellen. Also merkt ihr da an oder merkt ihr Wachstum noch und nöcher? Weil eben viele, auch die sich nicht trauen, Fragen zu stellen, eben diesen Wissenshunger haben, aufgeklärt zu werden.

Elena Münker [00:33:55] Das ist auch schwierig zu beantworten. Also ich glaube, es gibt viele Leute, die sich nicht trauen, was zu fragen bei uns. Aber ich bin immer wieder überrascht, wie viele Leute sich tatsächlich einfach trauen. Und das ist eigentlich für mich die Bestätigung oder für uns die Bestätigung, dass wir echten safespace geschaffen haben, wo die Leute sich sicher fühlen, wenn sie in unseren Kommentarspalten unterwegs sind. Und das macht irgendwie dieses Format total aus, dass wir so viel Interaktion haben und tatsächlich so viele Leute sichtbar werden bei uns. Also ich habe das Gefühl, es gibt bestimmt eine große Zuhörerschaft, die irgendwie unsichtbar bleibt. Aber es gibt auch echt viele Leute, die in Interaktion mit uns treten. Und du kannst aber bei Tik Tok auch durch diese kleinen Likes und so ein Like unter einer Frage, die jemand anders gestellt hat, schmerzt ja nicht. Das kann ja auch niemand sehen, wer das gemacht hat, das ist total anonym. Und ich glaube, es gibt schon viele Leute, die, die wir irgendwie mitbekommen, die unsere Videos schauen.

Nadia Kailouli [00:34:47] Jetzt leistet ihr Aufklärungsarbeit auf Tik Tok. Aber wir haben jetzt so ganz explizit hören können, welche Vorteile darin liegen, dass die Leute einfach ungefiltert ihre Fragen an euch adressieren können und ihr, die so gut es geht, eben auch aufarbeitet. Aber liegen gerade da auch Gefahren, an diesem sich im Internet irgendwie darüber zu informieren, welche Veränderung mein Körper jetzt gerade zeigt oder wie ich mit meiner Sexualität umzugehen habe oder umgehen soll. Gibt es da auch Gefahren?

Säli El Mohands [00:35:19] Ich glaube generell, wenn du das so generalisiert, das ist ja generell die Wichtigkeit im Internet immer hinterfragen, was man sieht, so. Und wir fordern ja auch immer auf, wie Elena schon gesagt hat, wenn wir an einem Punkt kommen, dass wir dann sagen: Okay, frag noch mal die Gyn. Mir ist es auch immer wichtig bei jedem Video und das wiederhole ich immer, sage ich: Geh auf jeden Fall zur Gyn, wenn du verunsichert bist, wenn du Fragen hast. Also wir versuchen diese Professionalität da auf jeden Fall mit einzubinden und zu sagen: Holt euch professionelle Hilfe, wenn ihr merkt, ihr kommt da nicht voran. Und generell muss man ja im Internet sowieso vorsichtig sein. Wie gesagt, man weiß nie, wo die Sachen herkommen. Bei uns, wir versuchen das ja so gut es geht zu recherchieren, sodass es wirklich auf fundierter Basis ist und dass das jetzt nicht irgendwie so ein random Shit ist, den wir uns ausgedacht haben, sondern wirklich, was ist, was die Wissenschaft, auch so die Medizin auch so uns mitgibt. Und deshalb, glaube ich, haben wir zumindest, schaffen wir einen Raum, der jetzt nicht gefährlich ist oder gefährlich sein könnte. Aber als User:in sollte man selbst auf jeden Fall immer da vorsichtig sein, weil im Internet überall Gefahren lauern.

Nadia Kailouli [00:36:30] An dieser Stelle möchte ich ganz dringend auch noch erwähnen, dass ihr im Auftrag vom Rundfunk Brandenburg Berlin, vom RBB eben diesen Tik Tok Kanal macht. Ja, rbb, der gehört zu der ARD, ist also öffentlich-rechtlich ja. Und ich als alter öffentlich-rechtlicher Hase auch, ja muss einfach sagen, das ist schon eine gute Marke, um sich sicher zu gehen, hier wird mir kein Quatsch verkauft. Abgesehen von der Hitparade, aber das ist ein anderes Thema. Nein Quatsch. Aber nein, das jetzt noch mal ganz ernst: Es ist öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der dahinter steht. Und dementsprechend ist die Recherche, die du ja auch als Redakteurin dann eben abnimmst und so was glaube ich, in dem besten Wissen und Gewissen fundiert und vorbereitet. Könnt ihr eigentlich ein vorher-nachher machen? So was Aufklärung früher und heute betrifft? Also du Säli, hast natürlich jetzt nicht vor 20 Jahren Aufklärungsarbeit gemacht, das ist mir schon klar. Aber spürt ihr das in eurer Recherche, wie früher aufgeklärt worden ist vor der Zeit von Ticktack und wie man es heute machen kann?

Elena Münker [00:37:33] Also ich würde sagen, es ist nicht so easy dieses vorher-nachher. Aber was wir auf jeden Fall merken, ist das Wissen oder der Wissensdurst auch nach eben nicht heteronormativen Wissen. So, ich habe das Gefühl in der Schule wurde einfach oder wird immer noch komplett heteronormativ aufgeklärt und allein dieses Lecktuch-Thema. Also ich muss sagen, ich bin so schockiert, dass ich das mit 28 Jahren jetzt das erste Mal gehört habe, dass es ein Lecktuch gibt. Und das betrifft ja noch nicht mal nur queere Personen. Also, und da ist so viel Wissen, was noch fehlt oder irgendwie anders erzählt werden sollte. Und auch in der Sprache irgendwie ganz anders damit umgegangen wird. Also es ist einfach schade, dass auch viele Lehrbücher da noch gar keinen Fortschritt gemacht haben oder wirklich nur ganz kleine Steps gehen.

Nadia Kailouli [00:38:19] Du meinst, dass die sexuelle Aufklärung immer noch zwischen Mann und Frau dargestellt wird. 

Elena Münker [00:38:24] Es ist immer Mann und Frau. Und es sind immer noch die Schamlippen und nicht die Vulvalippen. Ich glaube, es gibt jetzt einen, den Klett-Verlag oder so, der endlich sein Buch mal umgestellt hat und da jetzt Vulvalippen hinschreibt. Es wird nicht unterschieden, also die Klitoris allein, ich weiß gar nicht, es noch nicht lange her, dass entdeckt wurde, dass die Klitoris nicht nur der Kitzler ist und so Sachen.

Nadia Kailouli [00:38:45] Ja das ist so verrückt.

Elena Münker [00:38:45] Das ist so verrückt. 

Säli El Mohands [00:38:46] Ich finde es auch geil, dass ich das im Medizinstudium nicht so krass gelernt habe. Also da gab es, also ich habe das von mir aus spontan in dem Anatomie-Buch gefunden. Ich war so: Digga, wait a damn minute! Warum bist du so groß? Es hat aber keiner in dem Seminar erwähnt oder in der Vorlesung. Ich so: Okay krass!

Nadia Kailouli [00:39:09] Es ist so verrückt. Aber ich habe letztens ein Buch zugeschickt bekommen von einer Autorin, die sich tatsächlich wissenschaftlich mit der, mit dem weiblichen Geschlechtsteil auseinandergesetzt hat, eben mit der Klitoris insbesondere. Das wird wahrscheinlich meine Urlaubslektüre dieses Jahr. Vielleicht müssen wir sie auch mal einladen. Ich muss das gleich noch mal raussuchen. Also genau. Also du hast jetzt noch mal gesagt, dass es, dass dich das eher so erschreckt, dass immer noch dieses heteronomativ, das bedeutet eben.

Elena Münker [00:39:36] Und dass die Leute aber trotzdem so über Tik Tok oder ihre Bubble und so mittlerweile sich viel mehr für die Themen interessieren oder dass einfach viel offener darüber gesprochen wird, aber da hinkt der Rest total hinterher. Die Leute, die haben sie schon, die Jugendlichen unterhalten sich über so viel und wollen so viel wissen. Auch wir haben jetzt gerade das Thema Transition und Mastektomie angesprochen und da sind.

Nadia Kailouli [00:39:57] Das musst du erklären, ihr seid jetzt voll drin. Also ich und manche unserer Zuhörer:innen hören das gerade zum ersten Mal. Das klingt wie ein Chemieprodukt, aber es ist was anderes. Erklär es bitte.

Elena Münker [00:40:10] Genau. Also, Mastektomie bedeutet, wenn die Brust operativ entfernt wird. Es kann Säli bestimmt auch noch genauer und besser erklären als ich. Aber ich glaube, zusammengefasst kann man das so sagen. Und es gibt Leute, die sich während ihrer Transition, also wenn sie entscheiden, dass ihr biologisches Geschlecht nicht zu ihnen passt und sie ein anderes Geschlecht annehmen möchten. Es kann auch Leute zu nicht-binär eine Transition haben, das heißt, man muss sich nicht nur von Frau zu Mann oder Mann zu Frau verändern, es geht auch von Frau nicht-binär zum Beispiel. Das ist immer der Prozess. Und dieser Prozess ist total individuell. Der ist nicht bei einer Person gleich. Und es gibt Personen, die sich in diesem Transitionweg dazu entscheiden, zum Beispiel eine Mastektomie zu machen und ihre Brust zu entfernen, ihre weibliche. Habe ich das gut zusammengefasst?

Säli El Mohands [00:40:55] Ich denke schon.

Nadia Kailouli [00:40:56] Säli guckt dich an und nickt ab. So läuft das wahrscheinlich auch bei euren Konferenzen. Ihr hört euch das an, ihr recherchiert. Und dann wägt ihr nochmal ab: Können wir das so?

Elena Münker [00:41:05] Das ist voll wichtig in unserem Team, habe ich das Gefühl, dass wir alle zusammen über diese Themen sprechen und auch uns die Zeit nehmen, gemeinsam über diese Themen und auch die verschiedenen Aspekte, und wir haben auch unterschiedliches Wissen einfach, uns auszutauschen und dann gemeinsam. Deswegen, kein Video ist ein Produkt einer einzelnen Person eigentlich, sondern das ist eigentlich immer ein Gemeinschaftsprodukt von der Redaktion, von unseren Horst, die auch Autor:innen sind, sodass es bei uns alles ein bisschen vermischt ist.

Säli El Mohands [00:41:32] Sehr gut. Ich mag das, wenn man es mischt. Wir wollen unseren Zuhörer:innen jetzt aber auch noch mal einen kleinen Einblick geben, denn ihr seid ja nicht nur mit Säli als Host auf dieser Plattform, sondern auch mit anderen. Und um die Themenvielfalt eures Kanals safespace jetzt noch mal besser zu verstehen, gibt es jetzt auch noch mal einen weiteren Einblick. Und zwar? Ich weiß es gar nicht. Wir hören mal.

Saphira von safespace [00:41:53] Drei Gründe, warum es nach dem Sex brennt. Ich bin Saphira von safespace und erkläre es dir. Grund eins, du bist während des Sex nicht richtig feucht geworden. Also check noch mal ab, ob du wirklich Bock auf Sex hast. Wenn ja, lass dir Zeit beim Vorspiel. Grund zwei, deine vaginale Flora ist nicht im Gleichgewicht. Das kannst du bei deiner Gyn abklären lassen und gegebenenfalls Döderleinkapseln nehmen, um diese wieder aufzubauen. Grund drei, nimmst du die Pille oder andere hormonelle Verhütungsmittel? Die können die Haut in deinem Vagina-Eingang ausdünnen. Wenn dann zum Beispiel ein Penis eindringt, tut es weh. Auch ein Fall für deine Gyn.

Nadia Kailouli [00:42:23] Und ich sage euch mal eins: Das ist nicht nur für die Frauen wichtig, die damit gerade erst anfangen mit dem Spaß, sondern es gilst wirklich für jedes Alter. Das möchte ich an der Stelle auch noch mal ganz explizit sagen. Wir haben uns eben hier im Team mal ein bisschen dann auch die Kommentare dazu durchgelesen und wir waren ja amüsiert und auch ein bisschen erschrocken, dass so viele fragen: Vorspiel, was ist das?

Säli El Mohands [00:42:46] Ok, dann müssen wir da noch darauf eingehen. Aber so funktioniert das halt. Die Community kommt mit irgendwas, wo wir jetzt zum Beispiel nicht geahnt hätten, dass das das unbekannt ist. Okay, dann ist das jetzt unsere Aufgabe, da noch mal drüber aufzuklären.

Elena Münker [00:43:02] Und ich glaube manche Videos sind ja auch ein Denkanstoß, also für Leute, die sehen was und dann denken die sich: Ah jetzt hab ich ein Wort gehört, ws ist Vorspiel? Also traurig, dass es das Wort ist. Aber dann kommt halt eine Frage dazu und ich glaube, deswegen ist das so ein Ball, der sich immer weiterdreht die ganze Zeit.

Nadia Kailouli [00:43:18] Absolut. Und es ist auf jeden Fall ein Thema, was sich lohnt sich anzusehen, anzuhören, auf eurem Kanal safespace. An dieser Stelle sage ich: Vielen Dank! Wir reden glaube ich jetzt schon, ja, wir reden schon fast 50 Minuten. Aber das Thema gibt es nun wirklich her.

Säli El Mohands [00:43:31] Ich dachte das sind so 20. 

Nadia Kailouli [00:43:33] Säli und Elena. Vielen, vielen Dank, dass ihr uns einen wirklich tollen Einblick gegeben hat in euren Kanal safespace

Säli El Mohands [00:43:38] Danke, dass wir hier sein durften. Danke. 

Nadia Kailouli [00:43:48] Ja, was für ein super sympathisches Gespräch mit den beiden. Und ich kann an dieser Stelle einfach nur noch sagen: Schaut es euch an, geht auf Tik Tok, schaut euch den Kanal safespace an und ich finde wirklich, dieser Kanal ist nicht nur was für weiblich gelesene Menschen, sondern für alle, die sich um die Themen Periode, Verhütung, Sexualität und ja körperliches Wohlbefinden interessieren. Top Kanal, kann ich nur empfehlen. An dieser Stelle möchte ich euch jetzt auch mal Danke sagen, dass ihr uns so treu zuhört und auch bei schwierigen Themen eben nicht abschaltet. Wir freuen uns daher sehr, wenn ihr uns liked, abonniert und teilt. Und wenn ihr uns Feedback geben wollt, dann schreibt uns auch gerne, die Mailadresse ist presse@ubskm.bund.de.

Mehr Infos zur Folge

Vor allem Jugendliche zwischen 14 und 16 bekommen beim TikTok-Kanal „safespace“ alle Fragen beantwortet, die sie zum Thema Sex, Körper, Periode usw. haben. Und davon gibt es anscheinend sehr viele! Der Kanal ist ein absoluter Erfolg. Eine der häufigsten Reaktionen auf viele der Videos: „Warte, das ist normal? Ich habe gedacht, dass etwas mit mir nicht stimmt”.

Der Sender Rundfunk Berlin-Brandenburg schreibt dazu: Bei „safespace“ geht es um die Themen, die jungen Frauen wichtig sind: Ob Stress in der Schule, Körperbehaarung oder Endometriose – „safespace” gibt in kurzen Videos gesicherte, medizinische Antworten auf Fragen von 14 bis 16‑jährigen User:innen. Der Kanal bietet Orientierung jenseits von gängigen Gender- und Schönheitsnormen in der aktuellen Social-Media-Landschaft. Es wird auch gezeigt, dass der Menstruationszyklus gar nicht so kompliziert ist, welche Hygieneprodukte zur Auswahl stehen, wie man eine Menstruationstasse reinigt (übrigens auch wie man das lieber nicht machen sollte) und was PMS alles bedeuten kann. Vier Hosts sprechen jede Woche über ein Thema, das sie und die User:innen beschäftigt.

Säli El Mohands aus dem Team fasst das bei einbiszwei so zusammen:

„Wir machen Sex, Periode und die restlichen Sachen am Körper“.

Mehr Informationen und Hilfe-Angebote findet ihr hier:

safespace findest du hier:
safespace auf TikTok

Die Seite „Gynformationen”, die Elena empfiehlt, gibt es hier:
Gynformation

einbiszwei – der Podcast über sexuelle Gewalt

einbiszwei ist der Podcast über Sexismus, sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt. einbiszwei? Ja genau – statistisch gesehen gibt es in jeder Schulklasse in Deutschland ein bis zwei Kinder, die sexueller Gewalt ausgesetzt sind. Eine unglaublich hohe Zahl also. Bei einbiszwei spricht Gastgeberin Nadia Kailouli mit Kinderschutzexpert:innen, Fahnder:innen, Journalist:innen oder Menschen, die selbst betroffen sind, über persönliche Geschichten und darüber, was getan werden muss damit sich was ändert. Jeden Freitag eine neue Folge einbiszwei – überall, wo es Podcasts gibt. Schön, dass du uns zuhörst.

Wenn Sie Fragen oder Ideen zu einbiszwei haben:

presse@ubskm.bund.de