Missbrauch bei den Zeugen Jehovas? Was ist dir passiert, Elena Belperio?
▷ hier reinhören
Aktuelle Folge jetzt anhören
Das Interview der Folge 143 als Transkript lesen
[00:00:01.780] - Elena Belperio
Die erste Person, die das sofort erfahren hat, war die eigene Mutter, die ja ins Zimmer reingekommen ist und mich mit großen Augen angeguckt hat.
[00:00:09.790] - Nadia Kailouli
Die Mutter von ihm?
[00:00:10.520] - Elena Belperio
Die Mutter. Und hat gesagt: Zieh dich sofort an! Und ich habe mich einfach angezogen und ich bin runtergegangen und habe im Wohnzimmer einfach weitergespielt. Und alle saßen und haben ja so irgendwie Kaffee und Kuchen so nachmittags.
[00:00:25.420] - Nadia Kailouli
Hi, herzlich willkommen bei einbiszwei, dem Podcast über Sexismus, sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt gegen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Ich bin Nadia Kailouli und in diesem Podcast geht es um persönliche Geschichten, um akute Missstände und um die Frage, was man tun kann, damit sich was ändert. Hier ist einbiszwei. Schön, dass du uns zuhörst.
[00:00:49.390] - Nadia Kailouli
Wer bei den Zeugen Jehovas aufwächst, wächst in einer Welt mit klaren Grenzen auf. Kein Geburtstag, kein Weihnachten, keine Freundschaften außerhalb der Gemeinschaft. Elena Belperio erzählt, dass sie zwischen 4 und 6 Jahren sexueller Gewalt durch einen jugendlichen Zeugen ausgesetzt war. Heute ist sie nicht mehr bei den Zeugen Jehovas, lebt mit ihren zwei Kindern in Osnabrück und spricht offen über ihre Geschichte. Und ich freue mich sehr, dass sie da ist. Elena Belperio, schön, dass du da bist.
[00:01:17.040] - Elena Belperio
Hallöchen.
[00:01:17.600] - Nadia Kailouli
Herzlich willkommen bei einbiszwei. Elena, wir freuen uns, dass wir mit dir reden dürfen. Und es wird sehr persönlich, denn es geht um deine Geschichte. Du hast ja, deine Kindheit bei den Zeugen Jehovas verbracht.
[00:01:31.540] - Elena Belperio
Ja.
[00:01:32.020] - Nadia Kailouli
Wie war das?
[00:01:33.150] - Elena Belperio
Durchwachsen, sage ich immer. Ja, es war auf jeden Fall sehr prägend. Und ja, heute bin ich eine erwachsene Frau. Aber natürlich, so wenn ich zurückblicke, war das schon sehr holprig so. Ich habe mir das halt natürlich nicht selber ausgesucht. Ich wurde hineingeboren und habe natürlich auch vieles erlebt dort. Ja.
[00:01:54.590] - Nadia Kailouli
Wie sieht es so, wenn du dich zurückerinnerst, wie ist so der Alltag? Man kann sich das so von außen gar nicht vorstellen, wenn man dazu keine Berührungspunkte hat. Ist das ein strukturierter Alltag, den man da lebt? Lebt man einfach eigentlich ein ganz normales Leben wie jedes andere Kind auch? Oder wie würdest du das beschreiben?
[00:02:12.130] - Elena Belperio
Also da ist schon eine gewisse Struktur bei. Sagen wir zum Beispiel, man hat zweimal die Woche die Zusammenkünfte in der Gemeinde, wo man sich halt trifft. Aber als Kind ist es jetzt nicht so, dass ich jeden Tag 10 To-do-Listen hätte, wo ich was abgeklappert habe, aber da war schon eine Struktur auf jeden Fall. Aufgaben.
[00:02:31.420] - Nadia Kailouli
Was für Aufgaben?
[00:02:32.800] - Elena Belperio
In Dienst gehen, die Bibel lesen, den Wachtturm studieren, also die eigenen Zeitschriften studieren und auswerten, Fragen beantworten. Als Jugendliche zum Beispiel gab es auch Bücher extra für Jugendliche, die dich durch die Pubertät begleiten. Also viel, viel zu lesen halt auch, viel zu studieren.
[00:02:53.880] - Nadia Kailouli
Was heißt das, in den Dienst gehen?
[00:02:55.740] - Elena Belperio
„In den Dienst gehen" bedeutet, von Haus zu Haus zu laufen, zu predigen. Sei es öffentlich auf der Straße, einfach Passanten, die vorbeikommen, die anzuhalten, über die Bibel zu sprechen oder dann wirklich von Haus zu Haus zu laufen und Adressen abzuklappern. Also bei mir, ich bin ja in einer italienischen Gemeinde groß geworden, da haben wir natürlich dann speziell nach italienischsprachigen Familien gesucht. Und sind dann auch hingefahren.
[00:03:25.120] - Nadia Kailouli
Ich habe mich immer gefragt, das sieht man ja heute auch noch. Mir ist das jetzt irgendwie am Flughafen aufgefallen, dass die dann da stehen oder an Bahnhöfen oder so stehen ja sehr viele und verteilen sozusagen oder verteilen gar nicht, sondern stehen da. Und ich habe mich letztens erst gefragt: Erreichen die damit noch Leute? Erreicht man damit wirklich Leute, die eigentlich mit den Zeugen Jehovas gar nichts zu tun haben, sich damit auseinanderzusetzen und in die Gemeinde einzutreten?
[00:03:50.270] - Elena Belperio
Also ich glaube, mittlerweile ist es schon ein sehr weit verbreitetes Thema und ich denke, dass jeder so die Zeugen Jehovas an sich kennt. Ob das jetzt so eine große Wirkung noch hat, kann ich heute gar nicht mehr so doll beurteilen. Aber zu meiner Zeit hatte ich schon das Gefühl, dass es auf die Menschen wirkt und dass Menschen auch zuhören.
[00:04:13.440] - Elena Belperio
Aber es gab natürlich immer die, die sofort gesagt haben: „Nee, kein Interesse, ich habe meinen Glauben und ich bin katholisch, evangelisch oder whatever."
[00:04:21.930] - Nadia Kailouli
Und wie war das für dich als Kind, als du diesen Dienst machen musstest und dann zu Leuten laufen musstest und die ja sozusagen Überzeugungsarbeit leisten musstest?
[00:04:33.090] - Elena Belperio
Es war anstrengend. Also habe ich nicht gerne gemacht, wirklich nicht gern. Also ich bin an sich heute, ich bin sehr offen, ich gehe gerne auf Menschen zu, ich mag mich zu unterhalten und neue Menschen kennenzulernen. Aber damals war das so, das war ja halt so ein Muss, ne. Ich muss auf Menschen zugehen, ich muss denen über die Wahrheit sprechen, also deren Wahrheit, und über die Bibel sprechen, unabhängig davon, ob ich jetzt gerade Lust habe oder nicht. Und deswegen war das eher so ein Aufzwingen, und deswegen, ja, empfand ich das schon als ziemlich anstrengend. Klar.
[00:05:11.770] - Nadia Kailouli
Was würdest du sagen, wie hast du dich zu den anderen Kindern in deiner Umgebung gefühlt? Also Kinder, die nicht bei den Zeugen waren, aus deiner Schule?
[00:05:21.490] - Elena Belperio
Ich habe mich nie so wirklich zugehörig gefühlt, weil ich habe mich selber immer als anders eingestuft. Ich habe mich immer in diese Schublade gesteckt: Ich bin ja anders. Das fing auch bei mir selber an. So, ich habe gemerkt, meine Persönlichkeit ist irgendwie anders, aber auch mein Alltag ist anders und einfach meine Struktur und wie ich lebe, ist halt anders. Und ich würde sagen, so rückblickend, ich war jetzt nicht Ich stand jetzt nicht im Mittelpunkt. Weder in der Grundschule oder auch in der weiterführenden Schule. Also ich war schon immer außen vor.
[00:05:57.080] - Nadia Kailouli
Nun können sich viele schon vorstellen, dass wenn man hier sitzt und Gast ist, dass es jetzt hier nicht nur um das Thema Zeugen Jehovas, wie ist die Religion für dich gewesen, geht. Was genau hast du da erlebt?
[00:06:09.700] - Elena Belperio
Ich habe erlebt, dass jemand meinen Körper angefasst hat. Was er nicht durfte. Und ich habe das als Kind natürlich nicht verstanden. Also ich dachte, das wäre ein Spiel, oder es wurde mir als Spiel erklärt. Man solle sich da nicht großartig Gedanken drum machen. Und ja, das habe ich halt erlebt.
[00:06:30.530] - Nadia Kailouli
Konntest du mit jemandem darüber reden? Hast du mit jemandem darüber geredet? Wie lief das?
[00:06:35.030] - Elena Belperio
Es ist tatsächlich rausgekommen, sagen wir mal so, innerhalb meiner eigenen Familie, weil noch ein anderes Kind beteiligt war, der das dann auch kommuniziert hat. Meine Mutter ist dann halt zu dem Vater des Täters gegangen und hat das halt angesprochen. Und ja, und hat sich, hat quasi darin vertraut, dass er sich darum kümmert. Und er sagte, er würde dann auch darüber sprechen in der Familie und was dagegen tun. Aber so wirklich ist da nicht was passiert. Bei den Zeugen Jehovas gibt es eine klare Hierarchie und die Ältesten sind quasi die Pfarrer könnte man so als Vergleich sagen, einer Kirche zum Beispiel, also der Oberhaupt der Gemeinde und der natürlich auch viel Verantwortung trägt. Die Mitglieder und Komitees und Aufgaben verteilen, also schon.
[00:07:29.530] - Nadia Kailouli
Also es hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern eben eher mit der Rangordnung, auf welcher Ebene man sozusagen steht. Ja, okay. Und deine Mutter hat gesagt: Hör mal zu, dein Sohn hat meine Tochter genau angefasst.
[00:07:42.360] - Elena Belperio
Genau, wir waren dort zu Besuch und wir Kinder waren dann halt weg. Wir waren dann im Zimmer und keiner hat sich da irgendwie Gedanken drum gemacht, ne. Das waren halt auch keine fremden Menschen, ne.
[00:07:53.580] - Nadia Kailouli
Da hat man einfach vertraut.
[00:07:54.880] - Elena Belperio
Ja, man hat ja ohnehin so oder so schon richtig viel Vertrauen in der Gemeinde, weil wir sind ja alle Brüder und Schwestern in der Gemeinde und da herrscht ja sowieso total viel Nächstenliebe und wir sind eine Community. Also da denkt man halt nicht an so negativen Zeug wie: Was kann da passieren? Kann jemand mein Kind wehtun? Kann jemand irgendwas ausnutzen? Also negative Absichten haben? Da denkt halt auch keiner dran.
[00:08:26.370] - Nadia Kailouli
Als deine Mutter dann den Vater sozusagen konfrontiert hat, wie wurde das dann aufgearbeitet? Also was hat deine Mama dir dann gesagt?
[00:08:35.650] - Elena Belperio
Tatsächlich nicht viel.
[00:08:37.090] - Nadia Kailouli
Wusstest du das denn, dass deine Mutter das jetzt...?
[00:08:39.920] - Elena Belperio
Ich habe das so am Rande mitbekommen. Aber die Kommunikation war jetzt aber auch nicht so 1A. Also man hat sich jetzt nicht hingesetzt und das so wirklich besprochen. Ich wusste, meine Mutter war halt auch sehr aufgebracht, hat das halt angesprochen. Und ich habe dann halt irgendwie immer so mitbekommen, da läuft irgendwas. Aber wir haben jetzt ehrlich gesagt nicht großartig darüber gesprochen. Also es ist nicht so, dass ich irgendwie dann, ich weiß nicht, in dem Falle vielleicht therapeutische Hilfe. Also die habe ich nicht bekommen, was vielleicht in diesem Falle gut gewesen wäre, ein Kind auch zu begleiten. Das war jetzt nicht der Fall. Also es war schon eher ein Gefühl, das wird halt ein bisschen unter den Tisch gekehrt und das war's.
[00:09:28.950] - Nadia Kailouli
Wie war das? Ich stelle mir das nicht einfach vor, dann als Kind dann in dieser Gemeinde bleiben zu müssen. Diesen Menschen dann zu sehen, der eigentlich was mit einem gemacht hat, wo man sagt: Nein, das war nicht in Ordnung. Da wurde meine Grenze als Kind überschritten.
[00:09:42.760] - Elena Belperio
Ja, also was für mich richtig schlimm war, ist, dass ich mindestens zweimal die Woche ihm die Hand geben musste. In dem Sinne halt, wenn man in die Gemeinde kommt und bevor die Versammlung anfängt, also die Zusammenkunft anfängt in der Gemeinde, dann hat man jedem die Hand gegeben, jeden gegrüßt. Und immer wenn ich ihm diese Hand gegeben habe und er mich angefasst hat, das war immer ein richtig ganz unangenehmes und ganz ekliges Gefühl einfach. Und ich habe, umso älter ich wurde, habe ich natürlich dann auch gemerkt, dass immer wenn ich ihm die Hand gegeben habe, schon eine Retraumatisierung in dem Moment stattgefunden hat, die ich aber gar nicht so zuordnen konnte. Also ich habe gemerkt, umso älter ich wurde, umso intensiver wurde das. Und irgendwann war das so weit, dass immer wenn er mich angefasst hat, ich das Gefühl hatte, ich wäre nackt. So.
[00:10:39.820] - Nadia Kailouli
Also schlimm.
[00:10:40.610] - Elena Belperio
Das war schlimm für mich. Aber ich habe das einfach komplett, weiß nicht, wegdissoziiert. Also das war einfach so, als ob das einfach nie passiert ist.
[00:10:53.120] - Nadia Kailouli
Ja.
[00:10:53.440] - Elena Belperio
Weil ich hatte ja auch keinen Raum darüber zu reden. Oder ich habe mich auch gar keinem wirklich so anvertraut. Ich dachte immer, das ist einfach passiert, das ist so, ist halt so, wie es ist und weiter geht's.
[00:11:07.470] - Nadia Kailouli
Und warum hat man das nicht angezeigt oder ihn aus der Gemeinde geworfen oder irgendwas gemacht als Schutz für dich und für andere?
[00:11:16.110] - Elena Belperio
Also ich denke mal, es geht, eigentlich sollte ja das Opfer geschützt werden, aber es geht natürlich auch um viel Schutz das Gesicht der Gemeinde auch zu bewahren. Weil viele sind ja auch fest davon überzeugt, dass diese Dinge dort nicht passieren, und haben dann natürlich auch Angst, sich mitzuteilen, weil Ausschluss folgen könnte. Also dass sie irgendwie ausgeschlossen werden oder irgendwie eine Schande sind, weil sie irgendwas in die Welt gesetzt haben und das vielleicht nicht stimmen könnte. Also erstens, also die Opfer selber haben, glaube ich, eher Angst, das zu erzählen, Und die Gemeinde an sich ist natürlich, das wird natürlich für die auch wichtig, dass die Gemeinde geschützt wird von außen, dass das so bewahrt ist, dass ja, das kann gar nicht bei uns passieren. Missbrauch findet bei uns gar nicht statt.
[00:12:05.650] - Nadia Kailouli
Puh.
[00:12:06.130] - Elena Belperio
Ja.
[00:12:07.350] - Elena Belperio
Also so wirklich angesprochen habe ich das ja erst viel, viel später, dass ich wirklich aktiv zu anderen Ältesten gegangen bin, habe gesagt: „Hey, das und das ist mir passiert." Und dann war es natürlich so: „Was kommst du nach 20 Jahren damit? So, was willst du denn? Was willst du denn jetzt, Elena, noch? Also ich meine, was bringt uns das heute jetzt zu thematisieren, wenn du schon 15 Jahre älter bist und jetzt auf einmal kommst du damit? Was sollen wir denn jetzt machen? Sollen wir ihn jetzt dafür belangen, was er vor 15 Jahren getan hat?" Und was sagst du dann dazu?
[00:12:43.680] - Nadia Kailouli
Was hast du dann noch gesagt?
[00:12:46.190] - Elena Belperio
Ich war total schockiert. Also ich war einfach fassungslos, weil überhaupt das anzusprechen, das war richtig, richtig schwierig. Weil ich bin ja 15 Jahre durch diesen Prozess gegangen. Ich habe das selber immer so runtergespielt. Ich habe immer gesagt, es gibt Schlimmeres. Missbrauch ist ja sehr facettenreich und ich habe meinen eigenen Missbrauch so in eine Schublade gesteckt, dass es vielleicht gar nicht so schlimm wäre. Und ich habe das halt so eingestuft, dass es halt Schlimmeres gibt. Aber ich habe das 15 Jahre lang mit mir getragen. Und als ich da hingegangen bin, das erzählt habe und er halt dann so reagiert hat, dachte ich mir so, wie kannst du nur?
[00:13:29.300] - Nadia Kailouli
War das dann noch der Vater?
[00:13:30.510] - Elena Belperio
Nein, nein, das war jemand anderes. Das war jemand anderes, der mich auch schon, seit ich Kind war, kannte und mit dem ich auch eigentlich eine gute Bindung hatte.
[00:13:43.290] - Nadia Kailouli
Also eigentlich, ich übersetze das jetzt mal für mich, die Gemeinde, in der du aufgewachsen bist, die eigentlich immer gesagt hat, wir sind hier, weil wir uns Halt geben und keine Ahnung, was auch immer man da so als Anker gesetzt hat. Und dann auf einmal brauchst du sie, um zu sagen: Hey, mir ist genau hier an dem Ort, wo ich als Kind viel Zeit verbracht habe, wo ich reingeboren worden bin, eine Religion gelebt habe, wo mir die ganze verklickert worden ist, wir halten alle zusammen. Jetzt komme ich hier nach 15 Jahren, um zu sagen, dass— und es ist ja nicht so, dass der Fall vor 15 Jahren nicht bekannt war, es war ja bekannt, deine Mutter ist ja dann zu dem gegangen, hat gesagt: "Hör mal, das geht so nicht und so, was machen wir da jetzt?" Und jetzt willst du das aufarbeiten und diese Gemeinde, in der du bist, sagt aber: "Nee, den Halt findest du hier gerade nicht." Ja, so würde ich das jetzt mal übersetzen.
[00:14:37.910] - Elena Belperio
Ich habe mich total hintergangen gefühlt, einfach so voll im Stich gelassen. Ja, und das war schon ein Moment, wo in mir vieles zerbrochen ist. Also das war ein Moment, wo ich wirklich alles komplett hinterfragt habe und so total neben mir stand. Habe gesagt, was mache ich eigentlich hier? Was sind das für Leute? So, die kennen - ich bin hineingeboren. Also das ist wie eine Familie gewesen für mich. Ich kannte nichts anderes. Und das war für mich so, als ob man mich loslässt. Und ich, ja, ich bin nicht mehr gut genug, sozusagen. Ich habe gar keinen Wert.
[00:15:19.160] - Nadia Kailouli
Was hättest du dir gewünscht, wie man darauf reagiert hätte, als du nach 15 Jahren gekommen bist und gesagt hast, als erwachsene Frau: "Hey, als ich ein Kind war, habe ich hier sexuelle Gewalt erlebt. Das haben wir damals auch angesprochen." Was hättest du erwartet, wie man darauf reagiert?
[00:15:34.730] - Elena Belperio
Ich hätte erwartet, dass die mich sehen. Ich hätte erwartet, dass ich ein Gefühl von „gesehen werden" bekomme. Dass man mich vielleicht allein schon einfach nur in den Arm nimmt und sagt: „Boah, Elena, das wusste ich nicht und das tut mir weh, das zu hören. Es tut mir leid und wir kümmern uns darum. Wir können auch von außen vielleicht Hilfe suchen." Und das wirklich in die Hand zu nehmen und Ja, dass ich mich ernst genommen fühle, einfach.
[00:16:06.210] - Nadia Kailouli
Ja, jetzt hast du gesagt, da ist was mit dir, da ist alles für dich zusammengebrochen, als du gemerkt hast, diese Gemeinde, in der ich aufgewachsen bin, die stützt mich hier gerade nicht, ne? Ja, du sagst, innerlich bist du zusammengebrochen. Hast du Konsequenzen gezogen dann danach? Hast du gesagt, okay, ich du kannst hier nicht mehr Teil sein von euch.
[00:16:29.390] - Elena Belperio
Ja, das war dann mein zweiter Ausschluss sozusagen. Also ich habe mich dann quasi selber irgendwie ausschließen lassen aus, also mein Komitee, also beim, ich weiß nicht, ob du mir das noch fragen wolltest, wie das dann zum Ausschluss, also es wird dann halt ein Komitee organisiert, wo dann halt besprochen wird, was ist geschehen, wenn man zum Beispiel selber was beichtet. Also ich hatte ja zwei Ausschlüsse. Mein erster Ausschluss war mit knapp 18 Jahren, da hatte ich gebeichtet, dass ich mich verliebt habe und Sex hatte vor der Ehe. Ja, und das habe ich dann den Ältesten gebeichtet und wurde daraufhin ausgeschlossen. Das war ja mein erster Ausschluss mit 18 Jahren. Und ich bin dann mit circa 20 Jahren wieder zurück in die Gemeinde gekommen und habe dann ja auch über den Missbrauch gesprochen. Und danach war das so, dass ich einfach nur dort gefühlt existiert habe, aber mehr auch nicht. Also von mir kam auch nicht mehr viel. Von meiner Wahrnehmung her hat es auch wirklich auch keinen interessiert, weil ich war ja sowieso schon die, die mal ausgeschlossen war, die wieder zurückgekommen ist. Ich hatte zu dem Zeitpunkt dann auch schon ein Kind bekommen. Die nicht verheiratet ist, die keinen Mann an der Seite hat.
[00:17:46.430] - Elena Belperio
Also ich war sowieso keine potenzielle
[00:17:50.830] - Nadia Kailouli
gute
[00:17:51.390] - Elena Belperio
gute
[00:17:52.210] - Nadia Kailouli
in deren Augen.
[00:17:53.010] - Elena Belperio
Ja,
[00:17:53.480] - Nadia Kailouli
Zeugin.
[00:17:54.460] - Elena Belperio
Ich war einfach nur noch da. Also ich habe keine Karriere mehr gemacht bei den Zeugen Jehovas. Also meine Voraussetzungen waren sowieso nicht gut, weil ich war irgendwie schon so gebrannt.
[00:18:08.170] - Nadia Kailouli
Würdest du zurückblickend, also wie stehst du heute zu denen für dich persönlich?
[00:18:14.130] - Elena Belperio
Ich habe ein Gefühl von Gleichgültigkeit. Ich hasse die nicht. Manchmal empfinde ich Mitleid, manchmal empfinde ich auch Wut. So multiple Emotionen, ne? Also je nachdem auch, in was für einer Lebensphase ich mich selber befinde. Aber an sich würde ich sagen, dass ich schon eine Form von Gleichgültigkeit empfinde. Ja.
[00:18:36.820] - Nadia Kailouli
Was glaubst du aus deiner eigenen Erfahrung, warum? Man hätte dich ja gut schützen können.
[00:18:41.560] - Elena Belperio
Ja.
[00:18:41.960] - Nadia Kailouli
Wann haben die das erfahren?
[00:18:43.340] - Elena Belperio
Also eigentlich die erste Person, die das sofort erfahren hat, war die eigene Mutter, die ja ins Zimmer reingekommen ist und mich mit großen Augen angeguckt hat.
[00:18:52.380] - Nadia Kailouli
Die Mutter von ihm?
[00:18:53.190] - Elena Belperio
Die Mutter. Und hat gesagt: Zieh dich sofort an!
[00:18:56.640] - Nadia Kailouli
Da ist -
[00:18:57.210] - Elena Belperio
Und diesen Tag -
[00:18:59.720] - Nadia Kailouli
Oh Gott, das tut mir leid.
[00:19:01.300] - Elena Belperio
Ja, den musste ich - Jetzt habe ich die Bilder alle im Kopf, aber die musste ich auch in der Therapie erst mal alle wieder zusammenknüpfen und realisieren. Aber sie war die Erste, die das überhaupt gesehen und erfahren hat. Und du musst dir das so vorstellen, das Ganze ist im Zimmer passiert und ich habe mich einfach angezogen und ich bin runtergegangen und habe im Wohnzimmer einfach weitergespielt. Und alle saßen und haben ja so irgendwie Kaffee und Kuchen so, ne, nachmittags. Also, und die Mutter, hat gar nichts gemacht. Er war sowieso irgendwie immer der Arme, der dann eher so in Watte gepackt wurde.
[00:19:46.970] - Nadia Kailouli
Aber das heißt, da wurde er zwar mal ermahnt, okay, aber bis du dann als erwachsene Frau auch gesagt hast, so, ich spreche das hier noch mal an, weil das war schlimm für mich als Kind, was ich da erlebt habe, und ich spreche das in meiner Gemeinde noch mal an. Und man hätte ja auch die Polizei einschalten können.
[00:20:02.440] - Elena Belperio
Hätte man, wurde aber nicht getan. Also es wird schon, ich sag mal so, die Organisation an sich hat ja auch keinen wirklichen Bezug zu der Außenwelt in dem Sinne. Man lehnt sich nicht an andere Menschen, an Gerichte und anderen Vereinen, weil da gibt es ja keine Verbindung zu. Also die Gemeinde lebt ja in der eigenen Realität.
[00:20:24.580] - Nadia Kailouli
Wie ist diese Realität?
[00:20:26.420] - Elena Belperio
Ja, also die Autoritäten von außen werden ja gar nicht wirklich angenommen, also weil die Gemeinde an sich hat hat eine Autorität für sich. Also in Verbindung mit Jehova. Und man klärt das an sich in erster Linie intern. Ich kann mir da trotzdem vorstellen, bestimmt gibt es Fälle, wo auch jemand dann zur Polizei geht. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht so ist. In meinem Fall, ich kann nur über meinen Fall sprechen, war es nicht so. Und es wurde auch nicht irgendwie in Erwägung gezogen, das überhaupt zu machen. Wie zur Polizei zu gehen oder sich Hilfe zu suchen. Oder ja.
[00:21:07.200] - Nadia Kailouli
Was würdest du sagen, wie lebst du heute mit all diesen Erkenntnissen? Also vor allem so als erwachsene Frau, die auch dann zu der Gemeinde gegangen ist, gesagt hat: "Hört mal zu, Leute, ich muss das hier noch mal anbringen. Ich bin jetzt erwachsen, aber das ist trotzdem passiert." Dann bist du rausgegangen. Rückblickend jetzt so für dich, für dein jetziges Leben, wie schaust du auf diese Zeit zurück und was hast du für dich mitgenommen? Was du dir sozusagen wünschst, was sie für sich durch deine Geschichte mitnehmen?
[00:21:34.730] - Elena Belperio
Ich wünsche mir, dass genau hingesehen wird und dass man einfach sich mal ans Herz fasst und das auch ein bisschen differenziert. Was hat wirklich noch mit der Bibel zu tun? Was hat mit Gott zu tun und was ist wirklich Realität? Und das brauchen die Opfer, dass man die schützt. Innerhalb der Gemeinde. Ob sie dabei bleiben wollen, was sie dann daraus machen, ist deren Sache. Auch das sollte nicht geurteilt werden. Wenn jemand dann sagt, ich möchte hier nicht mehr dabei sein, und dass das nicht mit einem Ausschluss betitelt wird, dass man auch jemandem dann die freie Bahn gibt und sagt, verlass die Gemeinde und gut ist. Oder ja, dass man halt den Raum gibt, sich das anzuschauen, was da überhaupt passiert. Weil alles, was man nicht tut, bedeutet Schutz für die Täter. Und das passiert oft.
[00:22:30.750] - Nadia Kailouli
Hast du noch Berührungspunkte zu der Gemeinde?
[00:22:33.640] - Elena Belperio
Nein.
[00:22:34.200] - Nadia Kailouli
Gar nicht mehr? Und deine Familie?
[00:22:36.380] - Elena Belperio
Auch nicht. Nur meine älteste Schwester noch. Die ist noch Mitglied bei den Zeugen Jehovas.
[00:22:43.290] - Nadia Kailouli
Okay. Und wie war das so für deine - Also war das auch der Grund mitunter, dass deine Eltern dann auch gesagt haben: „Wir verlassen die Gemeinde", weil sie gesehen haben, wie die Aufarbeitung bei dir läuft? Oder
[00:22:55.890] - Elena Belperio
Iich sag mal so, wir haben die alle hintereinander so verlassen. Erst war meine zweitälteste Schwester, hat die verlassen. Dann kam ich, dann kam mein Bruder, dann kam meine Mutter. Mein Vater war nie Mitglied bei den Zeugen Jehovas. Und wir hatten schon immer einen starken Familienzusammenhalt. Wir sind eine sehr liebe, emotionale und offene Familie. Und ja, wir haben danach alle wieder zueinander gefunden. Und heute sind wir umso stärker. Also wir haben einen sehr guten Familienzusammenhalt. Hatten wir vorher auch schon. Aber die Zeugen Jehovas waren immer irgendwie wie so ein Störfaktor, der in unsere Familie eindringt. So zwischen meinen Eltern, zwischen mir und meinen Geschwistern. Also wir hatten immer eine gute Basis als Familie. Aber da immer diese, diese Fremdbestimmung von außen, die hat sich so wie so ein Gift in der Familie verbreitet. Und davon haben wir uns dann alle gelöst.
[00:23:56.780] - Nadia Kailouli
Ja, war wahrscheinlich auch nicht einfach.
[00:23:59.830] - Elena Belperio
Nee.
[00:24:00.310] - Nadia Kailouli
Ja, also weil die Strukturen halt so einnehmen.
[00:24:04.080] - Elena Belperio
Die sind halt schon, die sitzen tief, ne? Ja, merke ich heute manchmal immer noch.
[00:24:09.060] - Nadia Kailouli
Woran merkst du das?
[00:24:11.470] - Elena Belperio
Boah, momentan ist Thema bei mir, dass ich anfällig bin, durch meine traumatischen Erfahrungen schnell mit Menschen zu bonden, sehr intensiv, und gar nicht so sehe, was ich eigentlich brauche oder wo meine Grenzen sind. Ja, das ist jetzt gerade aktuell sehr Thema bei mir.
[00:24:33.990] - Nadia Kailouli
Ja, ich finde das ganz toll, dass du das so offen ansprichst, weil ich glaube, das ist eben das, was wir, glaube ich, auch durch diesen Podcast mit, wenn wir mit Betroffenen gesprochen haben, aber auch mit Therapeut*innen oder Expert*innen, dass es ja sich so durchs Leben dann doch zieht. Ja, man, das bedeutet nicht, dass man sein Leben lang ein Opfer ist.
[00:24:52.780] - Elena Belperio
Überhaupt nicht. Also für mich, ja, genau.
[00:24:54.880] - Nadia Kailouli
Deswegen finde ich das sehr ehrlich und gut, dass du das hier einfach so platzierst, dass du gerade merkst, puh, ich habe da eigentlich noch ein paar Themen.
[00:25:02.060] - Elena Belperio
Ja, weil ich habe ja schon ein bisschen Therapie gemacht. Ich bin ja schon so drei Jahre durch mit Therapie und jetzt bin ich wieder so, meine letzte Therapie war '23, sind auch wieder drei Jahre her und in diesen drei Jahren ist wieder auch viel Neues passiert und jetzt gerade bin ich aktuell an so einem Punkt, wo ich sage, ich glaube, ich muss doch noch einmal drauf schauen.
[00:25:25.030] - Nadia Kailouli
Okay.
[00:25:25.350] - Elena Belperio
Und das ist auch okay, weil das Leben ist wandelbar, ne? Es kommt in Wellen und kann auch wieder gehen. Und ja, weil vor drei Jahren dachte ich, boah, ich habe jetzt alles aufarbeitet und jetzt kann ich durchstarten. Und aber dann habe ich mir, ja, ist mir halt aufgefallen, dass es nicht so ist, aber dass es auch in Ordnung ist. Ja, ist nicht schlimm.
[00:25:44.090] - Nadia Kailouli
Das ist gut, dass du das mal sagst. Ich finde es auf jeden Fall super, dass du heute bei uns warst, bei einbiszwei warst, dass du uns deine sehr, sehr persönliche Geschichte erzählt hast, die aber glaube ich sehr, sehr wichtig ist, dass man die mal hört. Alles, alles Gute für dich.
[00:25:58.150] - Elena Belperio
Danke schön.
[00:25:59.040] - Nadia Kailouli
Danke, dass du da warst.
[00:26:00.000] - Elena Belperio
Ja, danke schön.
[00:26:04.270] - Nadia Kailouli
Ja, das sind ja echt krasse Einblicke, die wir durch Elena da bekommen haben. Und ich finde es super, wie offen sie darüber spricht und auch wie ehrlich sie sagt, dass das eben sich durchs Leben dann trägt und man sich immer wieder damit auseinandersetzen muss. Und dass sie da so mutig ist, das auch so klar zu sagen, aber auch, dass sie so mutig war. Das finde ich auch toll, als erwachsene Frau noch mal in ihre Gemeinde zu gehen, zu sagen: "Hey Leute, ich habe das nicht vergessen, was mir damals passiert ist und ich möchte, dass wir darüber reden oder das aufarbeiten." Und als sie dann gemerkt hat: Nee, sorry, machen wir nicht. Dass sie dann auch gesagt hat: "so, dann ist jetzt hier auch die Reise für mich zu Ende, was mein Leben Themen mit den Zeugen Jehovas betrifft." An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich mal bei euch bedanken, dass ihr uns so treu zuhört und dass ihr auch bei schwierigen Themen dranbleibt. Wenn ihr wollt, dann folgt uns doch gerne, abonniert unseren Kanal, und wenn ihr uns persönlich einmal schreiben wollt, dann könnt ihr das natürlich sehr gerne tun. Eine E-Mail könnt ihr einfach schreiben an einbiszwei@ubskm.bund.de.
Mehr Infos zur Folge
Wer bei den Zeugen Jehovas aufwächst, wächst in einer Welt mit klaren Grenzen auf. Kein Geburtstag, kein Weihnachten, keine Freundschaften außerhalb der Gemeinschaft. Elena Belperio wächst in der Gemeinde der Zeugen Jehovas in Osnabrück auf. Sie sagt, dass sie als Kind sexueller Gewalt durch einen Zeugen ausgesetzt war. Als sie ihrer Familie davon erzählt, sei nicht viel gefolgt.
Mit siebzehn habe sie den Ältesten – den Leitern der Gemeinde – eine heimliche Beziehung mit einem „weltlichen“ Freund gebeichtet. Einem Komitee mit drei Ältesten habe sie genau erzählen müssen, wie oft sie Sex hatte. Sie wird aus der Gemeinde ausgeschlossen. Die Angst und das schlechte Gewissen, Jehova nicht gerecht zu werden, lassen sie aber nicht los. Nach dem Ende der Beziehung und einem Psychiatrieaufenthalt kehrt sie zurück zu den Zeugen Jehovas, zu dem Zeitpunkt ist sie schwanger mit ihrem ersten Kind.
Der endgültige Ausschluss, so Elena, folgt, als sie mit Anfang zwanzig dem Ältesten vom Missbrauch in der Kindheit erzählt und möchte, dass die Geschehnisse aufgearbeitet werden.
„Es hört nicht auf, wenn man kein Mitglied mehr ist“, sagt Elena heute. Das fremdbestimmte Aufwachsen habe für sie bis heute Konsequenzen. Auch heute falle es ihr schwer, die eigenen Erlebnisse nicht kleinzureden. Heute lebt sie mit ihren Kindern in Osnabrück und spricht offen über ihre Geschichte – in der Hoffnung, dass ein Kind in einer ähnlichen Situation auf sie stoßen und sich gesehen fühlen könnte.
LINKSAMMLUNG
NDR: deep & deutlich mit Elena Belperio (12/2024)
„Meine Horror-Jahre bei den Zeugen Jehovas”
Dieser eine Moment – Der Podcast mit Philipp Fleiter: Elena Belperio zu Gast
„In den Fängen der Zeugen Jehovas"
Aufarbeitungskommision: Sexueller Kindesmissbrauch bei den Zeugen Jehovas
Zur Themenseite
Taz: Sexualisierte Gewalt bei den Zeugen Jehovas (05/2022)
Zum Artikel
BR Kontrovers: Zeugen Jehovas – Missbrauch vertuscht? (05/2021)
Zur Sendung
Auch in dieser Folge einbiszwei ging es um die Zeugen Jehovas
Zur Folge 22 mit Sophie Jones
Weitere Infos und Hilfsangebote
Wenn du Missbrauch erlebt hast, und Hilfe oder Beratung suchst, kannst du dich auch an diese Stellen wenden:
Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch
Anrufen – auch im Zweifelsfall
0800 22 55 530 (kostenfrei und anonym)
Telefonzeiten:
Mo., Mi., Fr.: 9.00 bis 14.00 Uhr
Di., Do.: 15.00 bis 20.00 Uhr
(Nicht besetzt an bundesweiten Feiertagen und am 24. und 31. Dezember.)


