Das Amt

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM) ist im Auftrag der Bundesregierung verantwortlich für die Anliegen von Betroffenen und eine Stelle für alle, die sich gegen sexuelle Gewalt engagieren wollen.

Der Auftrag

Mit der Verabschiedung des Gesetzes zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Juli 2025 wurde das Amt der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen (UBSKM) dauerhaft gesetzlich verankert. Gemäß § 6 (BGBl. 2025 I Nr. 107 vom 08.04.2025) wurden der UBSKM folgende Aufgaben im Rahmen der Unabhängigkeit des Amtes übertragen:

  1. Eintreten für die Belange und die Beteiligung von Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt oder Ausbeutung erfahren oder erfahren haben,
  2. Entwicklung von Vorschlägen und Maßnahmen zur Verbesserung der Prävention und Intervention,
  3. Förderung des Zugangs zu Hilfe- und Unterstützungsleistungen,
  4. Förderung einer unabhängigen, systematischen und transparenten Aufarbeitung auf politischer Ebene,
  5. Initiierung und Durchführung von Forschungs- und Untersuchungsvorhaben und
  6. Öffentlichkeitsarbeit.

Die Aufgaben beziehen sich auch auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung im digitalen Raum.

Organisation des Amtes

Das Amt der UBSKM ist unabhängig und nicht weisungsgebunden. Es ist organisatorisch beim Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) angesiedelt.

Ein interdisziplinärer Arbeitsstab unterstützt die Bundesbeauftragte bei der Umsetzung ihrer Aufgaben bestehend aus der Leitung des Arbeitsstabes und vier Referaten: dem Büro der Bundesbeauftragten, zwei weiteren Fach-Referaten, sowie dem  Büro der Unabhängigen Aufarbeitungskommission des Bundes. Die Geschäftsstelle des Betroffenenrats ist dem Büro der Bundesbeauftragen zugeordnet. 

Historie

Die Anfänge (2010–2011): Dr. Christine Bergmann 

Am 28. Januar 2010 berichtete die Berliner Morgenpost auf Ihrer Titelseite über Missbrauchsfälle am Berliner Canisius-Kolleg. Viele hunderte Betroffene aus weiteren Bildungseinrichtungen wie dem Kloster Ettal oder der Odenwaldschule brachen daraufhin ihr Schweigen und lösten damit im Frühjahr 2010 den sogenannten „Missbrauchsskandal“ aus.

In der Folge wurde der Runde Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch“ der Bundesregierung (2010/11) einberufen und das Amt einer/eines Unabhängigen Beauftragten eingerichtet.  Die erste Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs war Dr. Christine Bergmann, Bundesfamilienministerin a. D.

Abschlussbericht Runder Tisch „Sexueller Kindesmissbrauch" (2011) BMJ, BMFSFJ und BMBF

Die Empfehlungen des Abschlussberichts der Unabhängigen Beauftragten Christine Bergmann sind in den Abschlussbericht des Runden Tisches eingeflossen. 

Konsolidierung und Ausbau (2011–2022): Johannes-Wilhelm Rörig

Im Dezember 2011 wurde dem Ministerialdirigenten und Unterabteilungsleiter in der Abteilung Kinder und Jugend im Bundesfamilienministerium, Johannes-Wilhelm Rörig, das Amt des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs übertragen.

Im Dezember 2018 hat das Bundeskabinett das Amt einer/eines Unabhängigen Beauftragte/n für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs dauerhaft eingerichtet.

Im April 2019 wurde Rörig erneut für die Dauer von weiteren fünf Jahren zum Unabhängigen Beauftragten berufen.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit lag in der Prävention, insbesondere der flächendeckenden Einführung von Schutzkonzepten in allen Einrichtungen, denen Kinder und Jugendliche anvertraut sind.  In seiner Amtszeit starteten die Initiativen „Kein Raum für Missbrauch“„Schule gegen sexuelle Gewalt“ sowie das schulische Fortbildungsangebot „Was ist los mit Jaron?“. Rörig hat zudem 2015 einen Betroffenenrat bei seinem Amt konstituiert und 2016 die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs berufen. Gemeinsam mit der ehemaligen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat er 2019 den „Nationalen Rat gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ konstituiert.

Das Amt heute: Kerstin Claus

Im März 2022 wurde die Journalistin und systemische Organisationsberaterin Kerstin Claus vom Bundeskabinett zur neuen Unabhängigen Bundebeauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs berufen. Ihre Amtszeit beträgt 5 Jahre.

Webanalyse / Datenerfassung